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Unser kleiner Held von nixlos?

Unsere interaktive Internetplattform „nixlos? – dann mach was los“ ruft zur landkreisweiten Vernetzung von Jugendinitiativen und -gruppen, Akteuren der Kinder- und Jugendhilfe sowie zivilgesellschaftlichen Partnern auf.

InUmMitWurzen

Plakataktion

Aktive Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Rassismus in Wurzen und Umgebung - plakative und performative Aktionen im öffentlichen Raum.

NDK auf facebook

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Hier findet ihr das NDK auf facebook.

2006

Anfang 2006

Wurzen: Nachfolger des aus dem Stadtrat ausgeschiedenen Müller-Vertrauten Thomas Rosenberger ist Matthias Schindler. Laut Wahlliste hätte jedoch Thomas Jablinski die Nachfolge antreten müssen.

17.01.2006

Dresden: Der sächsische NPD-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Winfried Petzold reicht wiederholt eine Kleine Anfrage an die Staatsregierung zu den mittlerweile eingestellten Ermittlungen zum – wie er es ausdrückt – “vorgeblichen” und “vermeintlichen” Bombenanschlag auf das Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. am 7. November 2004 ein. Petzold fragt u.a. danach, wie die Staatsregierung “das mögliche Vorliegen von politischen Gründen für die Erfolglosigkeit der Aufklärungsbemühungen staatlicher Organe” bewerte. (Quelle: Sächsischer Landtag, Drucksache Nr. 4/4060)

Januar 2006

Riesa: Thomas P. wirbt in der NPD-Postille "Deutsche Stimme" aus Riesa. Zwischen einer Anzeige für die Fahrschule des NPD-Landtagsabgeordneten Uwe Leichsenring und der für eine private Ferienwohnung in schönen Königstein (“21,1 % NPD – Hier macht man Urlaub!”) findet sich in der Januar-Ausgabe der Zeitung auch der Hinweis auf eine “Nationale Textildruckerei”: “Wir veredeln T-Hemden (...) für Kameradschaften, Vereine etc. zu volknahen Konditionen.” Nähere Angaben zum Unternehmen fehlen zwar, aber aus der abgedruckten Telfonnummer geht klar hervor, dass es sich um den rechtsextremistischen Versandhandel (inkl. Textildruck-Service) “Front Records” aus Wurzen handelt.

09.02.2006

Grimma: (17 km) Die Muldentaler Kreiszeitung vermeldet, dass in der Kreisstadt die von dem Neonazi Karsten Sch. herausgegebene rechtsextremistische Schülerzeitschrift “in ´vers” in der Langen Straße verteilt wurde. Die “Schülerzeitung” ist bereits Ende 2005 in der Bundesrepublik veröffentlicht worden. Scholz, in der Region Dresden aktiv, gab bisher das Fanzine “Rufe ins Reich” heraus und gibt sich als Mitglied des “Nationalen und sozialen Aktionsbündis Mitteldeutschland” aus. Er wurde wegen Volksverhetzung verurteilt. Über eine weitere Verteilung ist nichts bekannt. (Quelle: LVZ und de.indymedia.org)

11.02.2006

Dresen/ Wurzen: Zur Demonstration von Rechtsextremisten anlässlich der Bombardierung durch die Alliierten 1945 fahren auch wieder Wurzner mit. Ein Reisebus holt diese vom ALDI-Parkplatz an der Dresdner Straße ab.

16.02.2006

Wurzen: An diesem Tag ging nach vier Verhandlungstagen der Prozess gegen fünf Rechte im Amtsgericht Grimma/ Wurzen zu Ende. Sie waren angeklagt, in den Morgenstunden des 18. Juli 2004 zwei junge Männer (29 und 27 Jahre alt) auf dem Wurzener Marktplatz geschlagen und einen von ihnen schwer verletzt zu haben. (siehe 18.07.2004) Leider kam es am letzten Verhandlungstag zu einer überraschenden Wendung. Nachdem aus Sicht der beiden Opfer und deren Nebenklagevertreter und verschiedensten Zeugenaussagen die Sachlage relativ eindeutig erschien und zumindest vier Tätern eine mehr oder weniger aktive Beteiligung an dem Übergriff nachgewiesen werden konnte, stellte der anklagende Staatsanwalt einen Antrag auf Einstellung des Verfahrens. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit und nach Unterbrechung der Sitzung einigten sich die Beteiligten auf individuelle Vergleiche, die durch den vorsitzenden Richter schriftlich fixiert wurden. Ein Urteil gegen die vier wurde somit nicht verhängt. Für die beiden Opfer bedeutet dies, dass der damals schwer Verletzte insgesamt 7000 € Schmerzensgeld von vier Tätern bekommt, das zweite Opfer 400 €. Die Zahlungen erfolgen in monatlichen Raten. Bei Nichteinhaltung der Vereinbarungen wird jedoch das Verfahren wieder eröffnet werden, so der Richter. Der fünfte Angeklagte wurde freigesprochen.

24.02.2006

Wurzen: Die Räume des Front-Records-Inhabers Thomas P. in der Rathenaustraße 18 werden ab 9 Uhr durch LKA-Beamte nach T-Shirts und CDs durchsucht. Richter Weimann vom Amtsgericht Grimma, Zweigstelle Wurzen, hatte den Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschluss ausgestellt. 177 der gesuchten T-Shirts mit volksverhetzenden Aufdrucken (”Hoolicaust”) wurden sichergestellt. Dazu fünf Tonträger. Außerdem wurden Geschäftsunterlagen beschlagnahmt.

Ende Februar 2006

Wurzen/ Machern: Mit der Schließung des Machener Sonnenstudios geht der gleichzeitige Umzug des Textildruckservice Protexdruck und der gesamten Druckerei Thomas P.s nach Wurzen einher. Alles befindet sich nun in der Walter-Rathenau-Straße 18, nachdem dort 2005 massive Umbauten stattfanden. Derzeit soll Inhaber P. auf der Suche nach Lagerräumlickeiten in Wurzen sein. U.a. habe ihn die ehemalige Kaufhalle in Wurzen Nord interessiert, die er jedoch nicht bekommen habe, wie Behörden mitteilten. Dass er bei der Suche Hilfe von dem Wurzener Werbestudio Hund+Scheuring im Crostigall erhalte, wie durch Insider gemutmaßt wird, kann derzeit nicht bestätigt werden. Berichten zufolge soll P. zudem seit längerem ein mögliches Interesse zeigen, in Wurzen ein Tattoostudio etablieren zu wollen. Ob es bei der gleichzeitigen Schließung in Machern und der Eröffnung eines Sonnenstudios sowie eines Tattoostudios durch einen Dirk Sch. in der Wurzener Schillerstraße einen Zusammenhang gibt, sei dahingestellt. Fest steht, dass die Homepages beider Läden auf Front Records und Thomas P. angemeldet wurden. Links gibt es u.a. zu P.s Protexdruck und zum Untergrundstore von Daniel Benetka (Footballstar von Galaxy Frankfurt) in Leipzig. Dieser verlinkt wiederum P.s Protexdruck sowie die o.g. Läden. (Quelle: eigene, LRA)

19.03.2006

Wurzen: Zum Antirassistischen Sonntagsspaziergang, zu dem die Jugendantifa/ Sozialistische Aktion Muldentalkreis einlud, gehen ab 13 Uhr ca. 40 zumeist junge Leute durch die Innenstadt, um auf das derzeitige Fortschreiten des lokalen und bundesweiten Rechtsextremismus aufmerksam zu machen. Es gibt mehrere Redebeiträge. Die Route verläuft u.a. nahe am Front-Records-Sitz in der Rathenau-Straße vorbei. Die Polizei begleitet die Demonstration, ca. 50 Beamte sollen im Einsatz sein, so berichtet die LVZ später. Zu Zwischenfällen kommt es nicht, lediglich ein bekannter Rechter begleitet die SpaziergängerInnen ein Stück des Weges und fotografiert via Handy.

März 2006

Wurzen: Die Wurzener Nazi-Band “White Destiny” bringt eine zweite Cd mit dem Titel “Wurzner Jungs” heraus. Erschienen ist diese beim Chemnitzer Nazilabel PC-Records. 12 Titel – teils deutsche, teils englische Texte – im “typischen RAC-Stil”. Ein 12-seitiges Booklet mit Texten – u.a. über die Band aus dieser Chronik – und Fotos liegt der CD bei. Verkauft wird sie in fast allen einschlägigen Nazi-Online-Vertrieben der Bundesrepublik für ca. 14,50 ¤. Natürlich auch bei Front Records. In mehreren rechten Foren wird die Scheibe jedoch ziemlich verrissen und als musikalisch in den 90er Jahren stehengeblieben bewertet. Auch textlich gibt’s Kritik. So z.B. bei arian**.com: “Hervorzuheben ist vielleicht noch das Lied "Muldentaler Lied", eine Ode an die Region, die man aber getrost vergessen kann. Texte wie "Ob Grimma, Colditz, Wurzen, all das ist das Muldental, Radikal, Deutsch, National." sind einfach schlecht.”

April 2006

Wurzen: Informationen aus gut unterrichteter Quelle zufolge soll sich Front-Records-Inhaber P. um eine von privat zu verkaufende Immobilie in Nähe der Dresdner und der August-Bebel-Straße bemühen. Bisher habe der Kauf nicht abgewickelt werden können, u.a. mutmaßlich deshalb nicht, weil die Stadt Wurzen ein Vorkaufsrecht habe. Ob diese ihr Recht wahrnehmen wird, um den Kauf und die damit verbundene weitere Etablierung von Front Records in der Stadt zu verhindern, ist fraglich.

24.04.2006

Wurzen: Im Rathaussaal, der gleichzeitig als Parlaments- und Veranstaltungssaal dient, enthüllt Oberbürgermeister Dr. Jürgen Schmidt (CDU) ein neues Portrait in der Galerie früherer Stadtoberhäupter. Jenes des von 1938 bis 1945 amtierenden Bürgermeisters Dr. Armin Graebert. Graebert, langjähriges NSDAP-Mitglied, gilt als so genannter "Retter der Stadt", da er diese 1945 kampflos den Alliierten übergeben und somit vor der Zerstörung bewahrt habe. Die Ehrung des in der Zeit aktivster Judenvergasung und Verfolgung von Antifaschisten fungierenden Stadtoberhaupts erfolgte ohne Beschluss des Stadtrates. Die in der lokalen Presse betonte, “wie die öffentliche Diskussion bewies, (…) Zustimmung einer breiten Mehrheit" (LVZ) für eine solche Würdigung Graeberts ist mehr als zweifelhaft, zumal es eine solche öffentliche Diskussion und Transparenz nie gab. Initiiert wurde die Ehrung von zwei bis drei (!!!) Pensionären, ehemaligen Lehrern, die bereits 2005 dem ehemaligen Bürgermeister die Ehrenbürgerschaft verleihen lassen wollten. Dies ist jedoch nur lebenden Persönlichkeiten vergönnt. Maßgeblich an der Bewahrung Wurzens im Jahr 1945 beteiligt waren die beiden Wurzener Antifaschisten von KPD und SPD, Otto Schunke und Kurt Krause. Beide wurden - so die Presse - während der Enthüllung im Ratssaal von Hans-Adolf Graebert, Sohn des nun Geehrten, positiv erwähnt.

25.04.2006

Wurzen: Während eines Treffens der Bundestagsabgeordneten von Bündnis90/ Die Grünen Monika Lazar mit sächsischen Initiativen gegen Rechtsextremismus, Vertretern Wurzener Unternehmen und dem Oberbürgermeister Dr. Jürgen Schmidt, lässt sich letzterer auch auf Nachfrage nicht zu einem öffentlichen politischen Statement gegen Rechtsextremismus, insbesondere gegen die lokalen Strukturen, wie den Versandhandel Front Records, hinreißen. Hingegen - so die Muldentaler Kreiszeitung in ihrer Berichterstattung am folgenden Tage – “anerkenne” er die Arbeit des Netzwerks für Demokratische Kultur e.V.

27.04.2006

Wurzen: In der S-Bahn wird ca. 22.30 Uhr ein 22jähriger Mann aus Polen, der in Wurzen seinen Europäischen Freiwilligendienst ableistet von zwei Neonazis bedroht. Er steigt vorzeitig in Bennewitz aus, da er Angst hat, den Zug gemeinsam mit ihnen in Wurzen verlassen zu müssen.

13.05.2006

Brandis: (12 km)Ein Jugendlicher wird gegen 23.20 Uhr in Marktnähe von zwei mutmaßlich Rechten mehrfach getreten und verletzt. Er ist kurzzeitig bewußtlos und erleidet eine Gehirnerschütterung, Schürfwunden und Prellungen am Körper. Zuvor zerrten die Täter das Opfer vom Fahrrad und beschimpften ihn mit "Scheiß lange Haare!". Zwei Passanten, die den Bewußlosen auffanden informierten die Polizei. Der Jugendliche erstattete Anzeige.

27.05.2006

Wurzen: An diesem Abend kann wiederum ungestört ein Nazikonzert bei Front Records stattfinden. Aus gut unterrichteter Quelle wird bekannt, dass mindestens 110 Besucher anwesend sind. Mit hoher Wahrscheinlichkeit tritt die polnische und in Neonazikreisen in ganz Europa äußerst populäre Nazisband Konkwista 88 (88=HH= Heil Hitler) auf. Trotzdem es im Vorfeld mehrere Hinweise an die Polizei gab, wurde das mittlerweile mindestens sechste dort veranstaltete Konzert wieder nicht verhindert.

Ca. 20-30 rechtsextremistische Besuchern trafen sich bereits ca. 18 Uhr am Bahnhof und begrüßten sich mehrfach mit dem sog. Hitlergruß. Die daraufhin von ZeugInnen benachrichtigte Polizei kommt ca. 20 min später aus Taucha und Oschatz, die Wurzener gar 35 min.

Juni 2006

Wurzen: Während der Fußball-Weltmeisterschaft wird bei Front Records mehrfach eine Iran-Fahne aufgehangen. Damit wird Solidarität mit der gegenwärtigen iranischen Regierung und insbesondere dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad demonstriert. Ahmadinedschad hatte mehrfach öffentlich den Holocaust geleugnet und die Vernichtung Israels gefordert.

30.06.2006

Wurzen: In einer vollbesetzten Kneipe in der Innenstadt werden während der gesamten Liveübertragung des WM-Spiels Deutschland-Argentinien rassistische und antisemitische Sprechchöre angestimmt. So wird fast jeder Ballbesitz der argentinischen Mannschaft mit "Jude! Jude! Jude!" - Rufen begleitet. Obwohl nur wenige tatsächliche Rechtsextreme anwesend sind, von denen die Sprüche angestimmt werden, beteiligen sich im Verlauf des Spiels immer mehr Zuschauer an den Parolenrufen. Der Kneipenbesitzer, dem dies - so berichten Zeugen - sehr zuwider ist, scheut jedoch bei dieser aggressiven Stimmung in seinem Lokal und aus Angst vor einer gewalttätigen Eskalation vor einem Eingreifen zurück.

8./9.07.2006

Beiersdorf (20 km) bei Grimma: Die Polizei löst in der Nacht ein Neonazikonzert im Saal der Bauernland-Kantine auf. Anwesend sind ca. 200 Rechte - nicht nur aus dem Muldentalkreis - von denen die Polizei die Personalien aufnimmt, 150 werden kontrolliert, zudem 24 Autos. Zunächst wurde laut LVZ lediglich Fußball geschaut, jedoch informierten Anwohner später die Polizei, dass Live-Musik mit dem Refrain “Sieg Heil” erklingt. Rund 50 Polizisten waren an dem Einsatz beteiligt. Der Staatsschutz der PD Westsachsen hat die Ermittlungen aufgenommen. Es wurde Anzeige erstattet.

8./9.07.2006

Roda bei Mutzschen(50 km):Auf dem Grundstück des sächsischen NPD-Chefs Petzold findet das erste Sommerfest der NPD- Landtagsfraktion statt. Anwesend sind ca. 200 Personen aller Generationen. U.a. tritt auch der Nazgitarrenbarde Rennecke auf sowie eine Blasmusikkapelle Edelweis. Die Lokalpresse berichtete bereits im Vorfeld über die Veranstaltung, die relativ geheim und intern ablaufen sollte. So konnte sich die Stadt Mutzschen mit Bürgermeister Graf, Künstlern und BürgerInnen immer wieder während des gleichzeitig stattfindenden Stadtfestes gegen die NPD-Aktion artikulieren. Gäste des Sommerfestes waren u.a. der Chef der Deutschen Partei, Pätzold, und der Chef der Muldentaler DSU. Nach den Autotypen und den Verlautbarungen der NPD nach zu urteilen, waren scheinbar viele “gutbetuchte” Personen anwesend. Sicherlich ging es hier auch um Sponsoring. Quelle: Presse, Muldentaler Forum

05.08.2006

Pappritz bei Dresden (112 km): Im letzten Jahr war es dem Bundestagswahlkampf zum Opfer gefallen, doch nun sollte das sog. Pressefest der Parteizeitung "Deutschen Stimme" wieder Geld in die Kassen der NPD spülen. Die Veranstaltung hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Renner der rechten Szene entwickelt. Trotz schlechtem Wetter und hohen Preisen kommen an diesem Samstag insgesamt mehr als 7000 Rechtsextreme aller Couleur auf ein Privatgelände bei Dresden, um wirren Vorträgen, sanften Balladen und hartem Rechtsrock zu lauschen. Auch "Front Records" aus Wurzen ist bei diesem 5. Pressefest mit von der Partie. Inhaber Thomas P. betreibt nach Angaben von Beobachtern den größten Verkaufsstand und lässt mit Lifestyle-Produkten aller Art die Herzen (und Geldbeutel) der Neonazis höher schlagen. Gegen eine Konzession in Höhe von 30.000 Euro (!) hat er sich von der NPD auch den Getränke- und Speisenverkauf gesichert und macht nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes „den Umsatz seines Lebens“. Die NPD will mit den Einnahmen (allein der Eintritt kostet 22,50 Euro) anscheinend das Festivalgelände kaufen.
Quellen: sächsische Presse, Verfassungsschutz Sachsen

Sommer 2006:

Wurzen: Im neuen Tatoo-Shop an der ehemaligen SPAR-Kaufhalle in Wurzen-Nord treffen sich mutmaßlich Rechte. U.a. wird oft ein Renault gesehen, der in der Heckscheibe eine großen White-Destiny-Schriftzug hat. Quelle: ZeugInnen

21.08.2006

Wurzen: Im Amtsgericht findet die Verhandlung zu einem Angriff auf einen Informationsstand des Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. statt (siehe Meldung vom 7.9.2005). Dieser wurde im September 2005 von einem vermummten Angehörigen der rechten Szene mit einem mit Urin gefüllten Plastikbeutel beworfen, von dessen Inhalt mehrere NDK-Mitglieder getroffen wurden. Der Angeklagte, der über ein langes Vorstrafenregister verfügt – darunter Diebstahl, illegaler Schusswaffenbesitz, Sachbeschädigung, Beleidigung sowie Verwendung verfassungsfeindlicher Kennzeichen - wird zur Zahlung von 60 Tagessätzen á 18.- Euro verurteilt. Als Wohnsitz gibt der Angeklagte die Immobilie an, in der sich auch der rechtsextreme Vertrieb Front Records befindet.
Quelle: eigene

13.09.2006

Wurzen/Grimma: Sechs Monate Jugendstrafe auf Bewährung und drei mal Freispruch. So lauteten die Urteile gegen vier der gefährlichen Körperverletzung beschuldigten Täter aus Wurzen und Umgebung. In der Nacht auf den 15. Mai 2004 griffen rund 15 Täter, die der rechten Szene zugehören sollen, in der Rosa-Luxemburg-Straße mehrere Jugendliche an und verletzten dabei zwei Personen schwer. Einer musste mit zweifachem Kieferbruch und einem Hämatom am Auge im Krankenhaus behandelt werden. Geschwungen wurden von den Angreifern auch Zaunlatten. Ausgangspunkt der nächtlichen Ereignisse war die Wurzener Esso-Tankstelle, wo die Betroffenen bereits verbal attackiert worden. Kurz darauf folgten mehrere rechte Jugendliche den späteren Opfern.
Quelle: AMAL Wurzen/ LVZ-Muldental

20.09.2006

Dresden: Winfried Petzold, Mitglied des Sächsischen Landtags für die NPD-Fraktion, reicht zwei Kleine Anfragen an die Staatsregierung ein. In insgesamt neun Fragen möchte er von der Sächsischen Staatsregierung detaillierte Auskünfte über die Arbeit des NDK haben. Gleichzeitig wirft Petzold dem NDK vor, eine gezielte Rufmord-Kampagne gegen die Stadt Wurzen und dessen Einwohner zu betreiben. Die NDK-Mitarbeiter werden von Petzold als „hochdotierte Ideologen“ bezeichnet. Quelle: Sächsischer Landtag

September/ Oktober 2006

Wurzen: Thomas P. (Front Records) saniert mit Hilfe mehrerer Kameraden derzeit u.a. die Fassade seines Domizils in der Walter-Rathenau-Straße. Laut Behördeneinschätzungen scheint er ja über genügend Geld dafür zu verfügen.
Quellen: eigene

Oktober 2006

Wurzen: Gartenanlage hinter dem Bahnhof: Der letzte Garten auf rechter Seite hinter den Bahngleisen gegenüber der alten Halle wird von mehreren Rechten genutzt. U.a. ist oft ein tarnfarbener T2-Bus zu sehen. Zudem wird ab und zu lautstark rechte Musik abgespielt. Quelle: ZeugInnen

03.11.2006

Hannover: Die antifaschistische Zeitschrift Der Rechte Rand berichtet in einem Artikel über den Kampf auf dem Rechtsrock-Tonträgermarkt und die nahezu mafiaähnlichen Methoden bei der Aufteilung des Marktes. Erwähnt wird u.a. der Wurzener Vertrieb Front Records, bei dem seit 2001 mindestens 20 CDs veröffentlicht wurden und deren Chef P. regelmäßig Projekte der Szene unterstützt. Erwähnt wird auch, dass in den Räumen mehrere Konzerte veranstaltet wurden. Quelle: DRR, Nr.103

07.11.2006

Muldentalkreis: Die DSU spricht sich offen gegen die Aufnahme des ehemaligen NPD-Abgeordneten Baier aus. Auch Peter Köppe (DSU- Kreisvorsitzender MTL) meldet seine Bedenken an. Baier habe seine NPD-Parteikameraden aufs schlimmste verraten, da er fast ein halbes Jahr vor seinem Austritt aus der Partei Kontakt zum Verfassungsschutz hatte. Köppe vermutet, dass sich die DSU mit der Aufnahme Baiers unglaubwürdig machen würde, denn damit nimmt sie eine Person auf, welche offensichtlich Partei- und Wählerverrat mit Hilfe des Verfassungsschutzes begangen hat. Quelle: DSU Muldental

19.11.2006

Wurzen: Am Sonntagabend treffen sich etwa 30 bis 40 mutmaßlich dem rechtsextremen Spektrum zugehörige Personen, die anschließend am Mahnmal auf dem Alten Friedhof Kränze ablegen mit Aufschriften wie „Die Vergangenheit strömt in hundert Wellen in uns fort. Nationale Sozialisten Delitzsch“ oder „Deutschlands unvergessene Helden“. Nach Polizeiangaben übernimmt der NPD-Kader Marcus Müller die Verantwortung für die Kranzniederlegung. Bedenklich ist nach Polizeiangaben weiterhin, dass die gemeinsame Kranzniederlegung auf enge Verbindungen zwischen Wurzener und Delitzscher Rechtsextremisten schließen lässt.

In der Presse wird durch den Stadtrat der SPD Konheiser thematisiert, dass die Kränze viele Tage lang liegen blieben und seitens der Stadt nicht weggeräumt wurden, wie andern Ortens. OBM Dr. Schmidt wies die Kritik mit dem Hinweis, dass ja jeder Bürger hätte Zivilcourage hätte zeigen können, zurück. Quelle: LVZ-Muldental

28.11.2006

Grimma: (17 km) Auftakt im Prozess gegen Thomas P. wegen Volksverhetzung, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und der Verbreitung von jugendgefährdenden Medien im Amtsgericht Grimma. Angeklagt sind zudem zwei weitere Männer, Thorsten K., Mitarbeiter bei Front Records, und Marcel M.. Quelle: Prozessbeobachter

29.11.2006

Wurzen/ OT Roitzsch: An der alten Gutshofmauer gegenüber der Bushaltestelle befindet sich u.a. der in ca. 60 cm hohen Lettern gemalte Schriftzug "Welcome in Roitzsch - White Power". Noch im Sommer 2007 ist dieser nicht entfernt worden. Quelle: Zeugen

Ende 2006/ Anfang 2007

Wurzen/ Halle: Thomas P. stiftet die Gewinne (T-Shirts und CDs) für ein Preisausschreiben des von „freien Nationalisten“ aus Halle sowie NRW herausgegebenen „Nationalen Infoblatts“. Sowohl auf der Internetseite als auch in der Printausgabe des dünnen Blättchens (Auflage von nach eigenen Angaben: 1.500 Exemplare) findet sich mehrfach Werbung von ihm – sowohl für den Versandhandel „Front Records“ als auch für das Tattoo- & Piercingstudio „Colour and Pain“ in der Schillerstraße. Letzteres will offiziell nichts mit P. zu tun haben. Die gemeinsame Werbung in einem rechtsextremen Fanzine deutet jedoch auf anderes hin. Die „Colour and Pain“-Anzeige in der Ausgabe 12/2006 steht direkt unter einem Nachruf auf den verunglückten NPD-Landtagsabgordneten Uwe Leichsenring. Quelle: Nationales Infoblatt

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