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Unsere interaktive Internetplattform „nixlos? – dann mach was los“ ruft zur landkreisweiten Vernetzung von Jugendinitiativen und -gruppen, Akteuren der Kinder- und Jugendhilfe sowie zivilgesellschaftlichen Partnern auf.

InUmMitWurzen

Plakataktion

Aktive Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Rassismus in Wurzen und Umgebung - plakative und performative Aktionen im öffentlichen Raum.

NDK auf facebook

NDK auf Facebook

Hier findet ihr das NDK auf facebook.

2018

 

12.01.2018

Wurzen: Auf eine Wohnhaus in der Dresdner Straße, in welchen auch geflüchtete Familien und Menschen leben, findet ein mutmaßlich bereits Tage vorher geplanter Angriff statt. Beteiligt sind bis zu 40 Deutsche, wovon ein nicht unerheblicher Teil der lokalen Naziszene zugerechnet werden kann. Im Laufe des Abends kommt es im und um das Haus zu mehreren Verletzungen, u.a. durch Messerstiche, die zwei Deutsche betreffen. Beide werden im Krankenhaus behandelt. Der Ablauf der Auseinandersetzungen konnte bisher nicht zweifelsfrei geklärt worden. Wie Zeugen berichten, hatten sich bis zu 12 Asylsuchende aus dem Wohnhaus auf einen Angriff hin ebenfalls gewehrt, wobei einige bewaffnet gewesen sein sollen. Zudem sollen am gleichen Abend mehrere deutsche Jugendliche drei somalische Jungen u.a. mit einer Bierflasche attackiert und bis in deren Wohnung im gleichen Haus verfolgt haben. Dort verletzte ein Deutscher einen unbeteiligten Somalier mit einem Golfschläger. Quelle: Polizei, Betroffene

16.01.2018

Wurzen: In den sozialen Medien und u.a. auch auf Schulhöfen wird zu einer Mahnwache für die beiden deutschen Verletzten vom 12. Januar auf den LIDL-Parkplatz geworben. U.a. damit, dass einer der beiden im Koma läge. Die Polizei dementierte dies einige Tage später. Dem Aufruf folgen etwa 60 Menschen mit Blumen und Kerzen. Federführend in der Organisation vor Ort scheint Matthias Möbius, Ex-NPD-Stadtrat und langjähriger Torwart des ATSV. U.a. werden Flugblätter verteilt, in denen die Angreifer vom 12. Januar in der Dresdner Straße als Opfer von „Ausländergewalt“ stilisiert werden. Auch in den sozialen Netzwerken und auf diversen Naziswebseiten werden diesbezüglich fake news verbreitet. Quelle: Zeug_innen

20.01.2018

Wurzen: Während einer Kundgebung gegen Rassimus am Bahnhof versuchten mehrere, z.T. bekannte Nazis, Teilnehmer_innen und Journalist_innen auch mit Waffen anzugreifen. Bereits im Vorfeld gab es in unmittelbarer Nähe des Kundgebungsortes Provokationen durch eine Gruppe Neonazis. Polizeikräfte verhinderten eine Auseinandersetzung. Quelle: Zeug_innen

26.01.2018

Wurzen: Unbekannte sprühten Bauschaum in die Auspuffanlage des privaten Fahrzeugs des Linken-Stadtrats und NDK-Vorstandsmitglieds Jens Kretzschmar. Bereits einige Wochen vorher hatten Unbekannte die Radmuttern seines Fahrzeugs gelocke

06.02.2018

Grimma: In der Nacht von Samstag auf Sonntag wird im Stadtgebiet von Grimma Propaganda der "Identitären Bewegung" angebracht. Rings um den Bahnhof werden Plakate geklebt und in der Innenstadt Aufkleber. Quelle: Chronik LE

06.02.2018

Böhlen: Im Böhlener Stadteil Großdeuben werden an der Mauer des ehemaligen Parks mit Herrenhaus in der Hauptstraße, direkt neben dem Spielplatz, Hakenkreuze angebracht. Quelle: Chronik LE

05.02.2018

Wurzen: Die Facebook-Seite "Heimatstadt Wurzen" ruft verklausuliert zu einer Demonstration durch Wurzen auf. Diese soll am Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. (NDK), dem Redaktionssitz der Leipziger Volkszeitung sowie dem Rathaus vorbeiführen. Angekündigt ist, die Demonstration nicht anzumelden. Inhaltlich steht die Demonstration im Zusammenhang mit den jüngsten Ereignissen in Wurzen. Als katholische und evangelische Kirche sowie die Stadt Wurzen ankündigen, parallel zu einem Friedensgebet einzuladen, wird die Demonstration abgesagt. Stattdessen wird diese in einen vermeintlichen Stadtrundgang umgewandelt, welcher vorgibt, unpolitisch zu sein. Der Aufruf endet mit "Parole: Der Stadtführer hat befohlen, wir folgen." und einem positiven Bezug auf die rassistischen Demonstrationen in Cottbus.
An der Demonstration beteiligen sich ca. 50 Personen, unter ihnen ca. 15 Neonazis. Anwesende Journalist_innen werden von Teilnehmenden der Demonstration bedroht, beschimpft und geschubst.


Am Friedensgebet in der Wencelaikirche beteiligen sich ca. 250 Personen. Damit soll ein Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz sowie gegen Stigmatisierung gesetzt werden. Mehrere Teilnehmende sprechen sich im Wortbeiträgen für eine respektvolles Miteinander aus. Quelle: Chronik LE

08.02.2018

Bad Lausick: In der Nähe des Bahnhofes werden an Werbeplaketen und Stromkästen neonazistische Schmierereien angebracht. Darunter sind Hakenkreuze und Slogans wie "1. FC Lok", "NS Zone", "ACAB" und "Antifas ins KZ". Quelle: Chronik LE

09.02.2018

Borsdorf: Zwei junge Männer steigen am Freitagnachmittag kurz nach halb fünf in Borsdorf in den Regionalexpress Richtung Leipzig ein. Die groß gewachsenen, schwarz gekleideten Männer beleidigen auf dem Weg zu ihren Sitzplätzen andere Fahrgäste als "Fotzen" und "eklig". Besonders stören sie sich an einem Passagier, der durch seine Kleidung als Fan des Fußballvereins Roter Stern Leipzig zu erkennen ist. Diesen werde er später "abziehen", kündigt einer der offenbar dem Hooligan-Milieu angehörenden Männer laustark an. Beide verlassen den Zug am Leipziger Hauptbahnhof. Quelle: Chronik LE

12.02.2018

Nach einem rassistischen Angriff [https://www.chronikle.org/ereignis/mehrere-verletzte-%C3%BCberfall-wohnh...] in Wurzen und der darauf folgenden Gründung eines neonazistischen Informationsportals[https://www.chronikle.org/ereignis/infob%C3%BCro-leipziger-land-gegr%C3%...], einer rechten Mahnwache [https://www.chronikle.org/ereignis/rechte-mahnwache-wurzen], sowie einer Neonazis gestörten antifaschistischen Kundgebung [https://www.chronikle.org/ereignis/neonazis-st%C3%B6ren-antifaschistisch...], organisiert sich in Wurzen rechter Protest in einer weiteren Form. Es wird dazu aufgerufen eine Bürgerinitiative zu gründen.
Der Aufruf zur Gründung des "Neuen Forums Wurzen" ist dabei an das historische "Neue Forum" angelehnt, welches gegen Ende der DDR entstand und die Wende wesentlich mitprägte.


Im Aufruf zur Gründung der Bürgerinitiative werden sechs wesentliche Themen benannt. Am Anfang steht dabei der Slogan "Wurzen first" (angeleht an den Slogan von US-Präsident Donald Trump "America First"). Weiterhin wird sich beim Thema "Zuwanderung" dagegen ausgesprochen "Zuwanderern unser Sozialsystem als Wohnraum zu überlassen." Als politischen Gegner macht die neue Initiative das in Wurzen ansässige zivilgesellschaftliche Netzwerk für Demokratische Kultur (NDK) aus, welches u.a. Geflüchtete unterstützt und in der Vergangenheit mehrfach auch auf neonazistische Strukturen vor Ort aufmerksam machte. So sollen "das Treiben des NDK und sein Umgang mit Steuergeld", ebenso wie "möglicher Verbindungen des NDK zur linksterroristischen Szene" untersucht werden. Weiterhin werden linkstehende Stadträte sowie der Oberbürgermeister angegriffen und ihnen unterstellt nur zum eigenen Vorteil zu handeln. Quelle: Facebook, Neues Forum für Wurzen

16.02.2018

Wurzen: Zum wiederholten Mal kommt es zu einem Angriff an einem Haus in der Schillerstraße, in dem im Erdgeschoss Geflüchtete wohnen. Bereits Ende letzten Jahres wurden Steine durch die Scheibe derselben Wohnung geworfen und eine Person dabei verletzt. In der Nacht von Freitag auf Sonnabend erfolgt ein erneuter Angriff auf Bewohner bzw. Gäste der Wohnung. Ein junger Mann aus Eritrea wird schwer verletzt. Die Polizei ermittelt. Quelle: Betroffene

23.02.2018

Wurzen: Zwei vermummte Männer lauern einer schwangeren Frau aus Eritrea vor ihrer Wohnungstür auf, beschimpfen sie rassistisch, schlagen und treten sie. Die Frau, welche zu diesem Zeitpunkt im siebten Monat schwanger ist, muss anschließend im Krankenhaus behandelt werden und erstattet Anzeige. Sie und das Kind tragen scheinbar keine bleibenden Schäden davon. Quelle: Betroffene

04.03.2018

Brandis: Unbekannte bringen am Sonntagmorgen im Schlosspark von Brandis eine SS-Rune und ein Hakenkreuz auf zwei Baumstümpfen an. Die Polizei entdeckt noch weitere undefinierbare Symbole und ermittelt wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Quelle: Chronik LE

14.03.2018

Wurzen/ Bundesrepublik: Die vor einem Monat gegründete rechte Bürgerinitiative "Neues Forum Wurzen" veröffentlicht auf Facebook eine "Grundsatzerklärung". Die genannten Thesen sind dabei kein Eigenwerk, sondern wurden von Richard Schröder, Eva Quistorp, Gunter Weißgerber übernommen, welche vor kurzem "10 Thesen für ein weltoffenes Deutschland" formuliert hatten. Anders als der Titel vermuten lässt, geht es in den Thesen weniger um ein gleichberechtigtes Miteinander, sondern um Pauschalisierung und Ausgrenzung von Geflüchteten. So wird u.a. die Ausweitung der Unterbringung in Lagern gefordert sowie von einer Unwilligkeit zur Integration von Menschen aus islamischen Ländern gesprochen. Die Thesen hatte einer der Autoren, Gunter Weißgerber, bereits in einem LVZ-Interview besprochen. Anlässlich der Buchmesse wurden die Thesen weiterhin im Musuem Runde Ecke vorgestellt. Quelle: Chronik LE

15.03.2018

Wurzen: An einem Fenster in der Karl-Liebknecht Straße wird ein antisemitischer Aufkleber mit der Aufschrift "ACAJ - All Chemikers are Jews" angebracht. Aufmerksame Anwohner_innen entfernen den Sticker. Die Aufkleber richten sich gegen die Anhänger_innen des Leipziger Fußballclubs BSG Chemie Leipzig. In den vergangenen Monaten [https://www.chronikle.org/ereignis/antisemitische-aufkleber-plagwitz wurden immer wieder Aufkleber der selben Art angebracht. Quelle: Chronik LE

26.03.2018

Wurzen: Die im Februar gegründete [https://www.chronikle.org/ereignis/gr%C3%BCndung-rassistischen-b%C3%BCrg... ] rechte Bürgerinitiative "Neues Forum Wurzen" veranstaltet eine Demonstration in Wurzen. Auf einem auf Facebook verbreiteten Plakat heißt es u.a. "Wer verhindern will, dass Wurzen in zwanzig Jahren aussieht, wie Duisburg Marxloh heute" solle zur Demonstration gehen. Duisburg-Marxloh wird von Rechten immer wieder als Sinnbild für eine verfehlte Integrationspolitik und vermeintliche Parallelgesellschaften herangezogen. Neben sozialen Netzwerken wird die Demonstration auf der rechten Seite "Journalistenwatch" beworben. Dort wird ein Brief dokumentiert, welcher mehrmals gegen das vor Ort ansässige Netzwerk für Demokratische Kultur (NDK) schießt. Als Ziel wird formuliert, dass NDK in "die Schranken zu weisen, seine Finanzierung mit Steuergeld zu unterbinden". Passend dazu wird ein Transparent mit der Aufschrift "Dem Hetzwerk den Steuergeldhahn abdrehen" mitgeführt.Weiterhin solle der vermeintliche Rufmord des NDK an der Stadt Wurzen unterbunden werden. Das NDK leistet vor Ort wichtige Arbeit indem es u.a. Geflüchtete unterstützt und immer wieder auf neonazistische Strukturen hinweist. Bereits mehrfach hatte der Betreiber der Facebookseite und 1. Vorsitzender des Neuen Forums für Wurzen Christoph Mike Dietel das NDK, dessen Mitarbeiter_innen, den Oberbürgermeister der Stadt und die Sprecherin der Stadtverwaltung auf der Seite persönlich angegriffen. Ein weitere Fokus der Demonstration war die Flüchtlingspolitik. Dazu wurden Schilder mit den Aufschriften "Heimatliebe ist kein Verbrechen", "Multikulti Endstation" und "Unsere Heimat geben wir nicht auf" mitgeführt.
An der Demonstration beteiligen sich laut LVZ 200 Personen, der rechten Initiative nach 300. Neben Bürger_innen aus Wurzen nahmen an der Demonstration auch Vertreter der rechten Initiative "Zukunft Heimat" aus Cottbus teil; deren Vorsitzender sprach sogar ein Grußwort. Die Initiative demonstrierte bereits mehrfach in Cottbus gegen Geflüchtete (Vgl. z.B. die Berichterstattung im Neuen Deutschland von [https://www.neues-deutschland.de/artikel/1076876.anti-fluechtlings-demon... Januar 2018] und [https://www.neues-deutschland.de/artikel/1080541.rechte-szene-in-cottbus... Februar 2018].


Dietel bekannte sich auf der Veranstaltung in einem Redebeitrag zur AfD und werde mit der Partei zur Kommunalwahl 2019 in Wurzen antreten, wie er sagte. Bekannt wurde weiterhin, dass leider auch Geschäftsleute aus Wurzen dem Forum angehören, welches offensichtlich sehr intensiv von lokalen Neonazis und Legida-Protagonisten unterstützt wird.

Unmittelbar nach der Demonstration haben Unbekannte die Bahnhofsunterführung mit antisemitischen Graffiti beschmiert. Geschrieben wurde u.a. „Juden Chemie“.
Quelle: Facebook, Neues Forum für Wurzen, Zeug_innen, LVZ

31.03.2018

Die Neonazi-Partei "Der Dritte Weg" führt am Oster-Sonnabend in Wurzen auf dem Markt einen angemeldeten Infostand durch. Die Neonazis werben für ihre Demonstration zum 1. Mai in Chemnitz. Diese steht unter dem Motto "Kapitalismus zerschlagen - für Familie, Heimat und Tradition!". Verantwortlich für die Werbeaktion sind nach eigenen Angaben Mitglieder des "Stützpunktes Mittelland" der Partei. Obwohl das Wetter "für Frühlingsverhältnisse ziemlich kühl" gewesen sei, sollen viele Bürger_innen den Stand besucht haben. Das wird von Beobachter_innen bezweifelt. Im eigenen Bericht dazu auf der Partei-Seite wird behauptet, dass sich die Organisation anschickt, "sich auch in der Region um Leipzig auf längere Sicht fest zu verankern". Der Stand in Wurzen könne "als Erfolg verbucht werden".

Der "Dritte Weg" ist eine neonazistische Kleinstpartei, die im September 2013 gegründet wurde. Mit ihrem "Zehn-Punkte-Programm" lehnt sich die Gruppierung eng an den historischen Nationalsozialismus an. Gefordert wird ein sogenannter "deutscher Sozialismus" jenseits von Kapitalismus und Kommunismus. Eine der Vorläuferorganisationen der Partei ist die 2014 verbotene Kameradschaftsstruktur "Freies Netz Süd". Der "Dritte Weg" ist vor allem in Bayern, Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Sachsen aktiv. In Sachsen gibt es laut eigenen Angaben Stützpunkte in Vogtland, West- und Mittelsachsen. Der Stützpunkt "Mittelland" umfasst nach eigenen Angaben das Gebiet Leipzig, Halle, Merseburg und Umgebung. Im Vogtland hat die Partei Anfang 2017 in Plauen einen Laden eröffnet], der als "Bürgerbüro" dienen sollen. Quelle, endstation-rechts, belltower news, Zeug_innen

06.04.2018

Wurzen: Unbekannte zerstörten in der Nacht mehrere Scheiben zweier Gaststätten in Wurzen und verschütteten eine übelriechende Flüssigkeit. Unmittelbare Zeug_innen wollen mehrere vermummte Personen gesehen haben. Infolge des Angriffs wird das Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. mehrfach beschuldigt, Initiator, Anstifter oder Täter gewesen zu sein, was der Verein ebenso deutlich von sich weist, wie sämtliche andere Behauptungen seitens des Neuen Forums für Wurzen, welches damit versuche, den Verein zu kriminalisieren und zu diskreditieren. Unter jenen, die den Inhabern bei der Beseitigung der Schäden halfen, befanden sich auch bekannte Neonazis. Einem Bekennerschreiben auf dem Medienportal indymedia zufolge, in welchem die Angriffe auf beide Lokale zugegeben werden, solle es sich um linke Täter_innen gehandelt haben, allerdings konnte die Echtheit bisher nicht verifiziert werden. Die Inhaber der Gaststätten gehören dem Vorstand des Neuen Forums für Wurzen an. In der gleichen Nacht wurden die Fensterscheiben eines dritten Lokals demoliert. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Quelle: LVZ, Facebook, Neues Forum für Wurzen, MDR, Polizei Sachsen, indymedia

09.04.2018

Wurzen: Einem Aufruf des Neuen Forums für Wurzen folgten laut Medienberichten ca. 300 Menschen auf eine Kundgebung in Wurzen, „um gemeinsam über Integration und kommunale Probleme zu diskutieren“. Das Forum selbst spricht von 400. Stadtsprecherin Cornelia Hanspach schien laut Angaben von Besucher_innen der Veranstaltung dem Initiator Dietel auf einem Podium gut Paroli geboten zu haben. War doch auch Sie persönlich sowie die Stadtverwaltung und der OBM stets Ziel der Angriffe Dietels. Er selbst schien einer Diskussion kaum gewachsen gewesen zu sein, wiederholte lediglich Phrasen und bereits bekannte Anschuldigungen und Behauptungen. Quelle: MDR, Neues Forum für Wurzen, Zeug_innen

12./13.04.2018

Wurzen: Unbekannte haben in der Nacht am Kultur- und Bürger_innenzentrum D5 Aufkleber mit der antisemitischem Parole „Juden Chemie“ angebracht. Zudem zerstörten sie einen Prospektständer, zerissen die darin befindlichen Informationsfaltblätter und warfen sie weg. Quelle: Zeug_innen

14.04.2018

Wurzen: Auf der Facebook-Seite "Die Kuhschelle - Rund um Wurzen" werden drei Fotos von jungen Geflüchteten aus Eritrea veröffentlich. Zu sehen sind darauf drei schwarze Jugendliche, die am Kriegerdenkmal am Bahnhof sitzen. Ihre Gesichter sind verpixelt. Offenbar wurden die Fotos heimlich, ohne ihre Zustimmung angefertigt. Zu sehen sind auch einige Bierflaschen. Der Park ist ein beliebter Treffpunkt von jungen Leuten, Deutschen und Zugewanderten. In dem Beitrag - angeblich eine Zusendung - wird jedoch nur die Anwesenheit letzterer beklagt.

Im Text zu den Fotos heißt es, die Abgebildeten würden "immer wieder Freitag" ab 17 Uhr "mit reichlich Alkohol [...] am Wurzener Ehrenmal [gammeln]". Mehrmals in der Woche werde der Park "zum hemmungslosen Besaufen genutzt. Alkohol, Drogen und eine schon nervende Lautstärke." In Anspielung auf die Religion der Geflüchteten heißt es weiter: "Sie tragen ein Kreuz, haben aber keine Ehrfurcht vor den Toten. Sie verlangen Toleranz/Teilhabe/Anerkennung und zeigen selbst aber nur wenig Respekt."

Der Beitrag wird in wenigen Tagen hundertfach geteilt. In Dutzenden Kommentaren wird das, was der Beitrag nur nahelegt, deutlicher ausgesprochen: "Wir Deutsche geben einfach alles auf. Unsere Kultur, unsere Ehre und das Gedenken an unsere Großväter." Ein weiterer Kommentator erinnert an "unsere Väter , Grossväter und Urgrossväter(Mütter)", welche "dieses unser Land mit allen Mitteln gegen die Moslems verteidigt" hätten. Mit der Begründung, die Polizei habe nichts mehr zu sagen, wird zur Selbstjustiz aufgerufen: "Das Volk muss alleine handeln." Eine andere Person fragt nach den "Jungs[,] die denen Platzverweis mit paar auf die Fresse verteilen?" Eine andere Person "Bürgerwehr einsetzen und aufräumen!!!!!!"

Andere Kommentator_innen entgegnen, dass der Platz seit jeher von Jugendlichen zum Trinken genutzt wird und sie das als Jugendliche auch schon getan haben.

Die anonym betriebene Facebook-Seite stellt sich selbst als "Gesellschafts- und Kulturseite in Wurzen" dar. Ursprünglich trug die Seite den Namen "Wurzen gegen Krawalltourismus". Gründungsimpuls war offenbar die Ankündigung einer [https://www.chronikle.org/ereignis/neonazis-st%C3%B6ren-antifa-demo-wurzen antifaschistischen Demonstration im September 2017]. Nachdem diese vorüber war, passierte auf der Seite längere Zeit nichts mehr. Anlass für die Neubelebung und Umbenennung war dann das öffentliche Auftreten des Vereins "Neues Forum für Wurzen" im März 2018. Offenbar soll die Seite nun zur Stimmungmache gegen Geflüchtete und für das NFW genutzt werden. In einem Beitrag vom 28. März heißt es: "Wir wollen Meinung bilden und einen Gegenpol setzen, in einer Stadt, in der sich besonders linke Aktivisten gezielt in die Öffentlichkeit stellen, Wurzen in ein schlechtes Licht zu rücken und so ihre Daseinsberechtigung durchsetzen wollen." Quelle: Chronik LE, Facebook „Die Kuhschelle“

17.04.2018

Wurzen: Ein seit mehr als drei Jahren auf der Facebookseite des Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. (NDK) veröffentlichtes Foto sorgt beim Neuen Forum für Wurzen für helle Aufregung ("Das NDK dreht durch"). Zu sehen ist dort die Silhouette der Stadt Wurzen, in welche allerdings ein Minarett eingefügt ist; symbolhafter Ausdruck für den im Grundgesetz fest verankerten Wert der Religionsfreiheit. Es steht hier aber auch als ein deutliches Zeichen gegen Islamophobie, Ausgrenzung, Rassismus und Menschenfeindlichkeit, wofür sich das NDK seit Jahren einsetzt. Quelle: NDK, Neues Forum für Wurzen.

17.04.2018

Wurzen: Auf der neuen Homepage des Neuen Forums für Wurzen und dessen Facebookseite wird dazu aufgerufen eine Petition (Das NDK kaltstellen, ihm die Kohle entziehen) an den Stadtrat zu unterschreiben, die zum Inhalt hat, städtische Fördermittel an das Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. zu streichen und die Gemeinnützigkeit des Vereins zu hinterfragen. Quelle: Neues Forum für Wurzen, Facebook
 

04.05.2018

Wurzen: Zum wiederholten Mal wurden im Gedenken an die Wurzener Opfer des Holocaust verlegte Stolpersteine geschändet. Unbekannte hatten mutmaßlich in der Nacht zum Freitag (04.05.2018) die vier Steine zur Erinnerung an die Familie Seligmann in der Domgasse mit blauer und silberner Farbe überbesprüht. Bereits am 9. November 2017 wurden diese kurz nach einer Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht beschädigt.

Ebenfalls wurden der Schaukasten des Kultur- und Bürger_innenzentrums D5 beschmiert ("Verpisst euch"), ein Wohnhaus im Crostigall, in welchem u.a. Geflüchtete leben ("Wir kriegen dich") und die Schultreppen zum Domplatz ("Juden Schlachten" (2 x), "Zecken Schlachten", "White Power", "Good Night Left Side!").Auf dem Parkplatz in der Schuhgasse wurden Parolen gesprüht ("Zecken Schlachten!", "Ausländer raus!").

In der gleichen Nacht wurde ein JN-Flugblatt in den Briefkasten des NDK geworfen ("Das System bringt uns den Volkstod") und Aufkleber der neonazistischen Kleinstpartei "Der dritte Weg" auf den Domplatz geworfen ("Asylflut stoppen!", "Kriminelle Ausländer raus!", "'Neue Deutsche?' Schaffen wir selber.")." Quelle: eigene, Fotos, Zeug_innen

   

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