AUSSTELLUNG

Anne Frank Ausstellung

Ausstellung vom 21.08. - 26.09.2010 in der Klosterkirche Grimma

Anmeldungen: 03437 - 942214

www.mtl-tolerant.de

Dokumentation 2007/2008

Alle zwei Jahre dokumentieren wir Projekte und Veranstaltungen des NDK ausführlich in gedruckter Form. Das aktuelle Exemplar, die Chronik 2007/2008, schicken wir Ihnen gerne kostenlos zu. Ein kurzer Anruf, eine Mail oder Postkarte genügt!

„Näher ran an die Wurzener“

Netzwerk für Demokratische Kultur plant nicht nur Fußball-WM-Projekt

Wurzen. Personalwechsel im Bürgerzentrum am Domplatz 5. Die „Kulturinsel“, die vom Netzwerk für Demokratische Kultur (NDK) gewissermaßen kultiviert und mit Leben erfüllt wird, hat eine neue Führung. Ingo Stange und Martina Glass haben vertretungsweise die Zügel von Melanie Haller übernommen, die kürzlich Mutter eines gesunden Sohnes wurde. Stange und Glass werden bis mindestens Ende 2010 die Arbeit des Netzwerkes managen. Ziel des NDK sei es auch „näher an die Wurzener heranzurücken“.

Letztlich sind die „Neuen“ alles andere als unbekannt im D5 und dessen Umfeld. Das trifft vor allem auf Ingo Stange (39) zu. Der in Kühnitzsch Großgewordene wohnt seit 1993 in Wurzen. Nach seinem Studium der Kultur- und Theaterwissenschaft gründete er den sachsenweit operierenden und beratenden Verein für Opfer gegen rechte Gewalt Amal. Stange hob ebenso das NDK 1999 mit aus der Taufe. Er organisierte zahlreiche Projekte und Werkstattangebote, unter anderem die Gedenkveranstaltungen, die an die Todesmärsche in Wurzen kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern. Beim NDK fungiert Stange, der sich auch im Jugend-, Kultur- und Umweltzentrum Oschatz engagiert, nun als Projektmanager, maßgeblich für die Vereins- und Projekt-Koordinierung zuständig.

Ihm zur Seite steht Martina Glass, die sich vor allem um die administrativen Abläufe im Haus am Domplatz kümmert. Die 31-jährige Soziologin machte 2008 mit dem Projekt „Ich wähle“ im Rahmen der Kommunalwahlen auf sich aufmerksam. Mit ihrer Theatergruppe stand sie einige Male auf der D5-Bühne. Die in Schwerin Geborene wohnt seit 1998 in Leipzig und arbeitete bislang weitgehend freiberuflich. Besonders gute Kontakte hat sie nach Russland und in die Ukraine, die sie auch über den Eine-Weltverein in Leipzig knüpft. Diese Kontakte kommen ihr beispielsweise bei einem Projekt zugute, das demnächst mit dem Beruflichen Schulzentrum Wurzen gestaltet werden soll. Geplant ist der Besuch dreier ehemaliger Zwangsarbeiterinnen aus Samara in der Berufsschule.

Drei weitere Projekte sollen im laufenden Jahr den Schwerpunkt der NDK-Arbeit bilden. Eins dreht sich natürlich um Fußball. „Wir wollen den Leuten zur Fußball-WM etwas bieten“, kündigt Ingo Stange an. „Wir werden aber nicht nur die Spiele übertragen, sondern auch einen politischen Akzent – vor allem nach den Ereignissen in Brandis – setzen. Ein Fußballturnier, Filme, Länderkunde, Lesungen und Podiumsdiskussionen zu den Themen Gewalt, Rassismus und Homophobie in Sport und Fußball sollen den rein TV-sportlichen Part ergänzen.

Ein zweites Projekt wird sich mit dem „Mythos“ DDR befassen. „Wir wollen dem Antifaschismus in der DDR hinterfragen, war der eine Floskel oder ehrliche Aufarbeitung“, erläutert Martina Glass. Auch die „Wendezeit“ werde beleuchtet. Zeitzeugen und Akteure sollen zu Wort kommen. „Schließlich wollen wir erkunden, ob Demokratiemüdigkeit und -defizite von heute ihre Ursachen nicht auch in der DDR-Diktatur haben könnten.“

Mit einem dritten Projekt, das den Arbeitstitel „Schatzsuche“ trägt, wolle das NDK ein Stück näher an die Wurzener heranrücken. Denn eine gewisse Distanz zwischen NDK und so manchen Bürgern spürten die NDK-Protagonisten immer wieder auch selbst, sagen sie. „In dem Projekt machen wir uns auf die Suche nach der Wurzener Identität. Wir wollen Geschichten und Biografien entdecken, verschiedene Perspektiven einfangen.“ Am Ende könnte eine kleine Ausstellung stehen, die fortlaufend erweitert wird.
Drago Bock

 

Zahlen und Fakten:

Das Netzwerk für Demokratische Kultur (NDK) erreichte nach eigenen Angaben mit seinen Angeboten im vergangenen Jahr rund 6000 Leute. Insgesamt arbeiten etwa 70 Ehrenamtliche unter dem Dach des Netzwerkes. Im Gebäude Domplatz 5, das der Verein schrittweise saniert hat, betreibt er überdies eine Kellerkneipe, die mittwochs bis freitags ab 19 Uhr geöffnet ist. Der Verein finanziert sich unter anderem aus Spenden, über den Kulturraum Leipziger Land, den lokalen Aktionsplan, das Landesprogramm weltoffenes Sachsen, mit Hilfe von EU-Mitteln und durch Zuschüsse der Stadt Wurzen. db

 

Kontakt zum Netzwerk für Demokratische Kultur (NDK) unter: 03425/852710; www.ndk-wurzen.de

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Kümmern sich in diesem Jahr um die Organisation beim Netzwerk für Demokratische Kultur Wurzen: Ingo Stange und Martina Glass. Foto: Drago Bock
Kümmern sich in diesem Jahr um die Organisation beim Netzwerk für Demokratische Kultur Wurzen: Ingo Stange und Martina Glass. Foto: Drago Bock