Anne-Frank-Ausstellung endet als Erfolgsgeschichte
Konzept "Schüler führen Schüler" hat sich bewährt / Jugendliche treten mit Rap-Song zum Thema Auschwitz auf
Grimma. Nach fünf Wochen schloss die Anne-Frank-Ausstellung in der Klosterkirche Grimma ihre Pforten. Das Abschlussprogramm wurde von Schülern des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) Wurzen sowie von polnischen Austauschschülern aus Olkusz gestaltet, und auch von der Denkmalschmiede in Höfgen.
"Anne Frank - Eine Geschichte für heute", war die vom Anne-Frank-Zentrum in Berlin unterstützte Schau überschrieben. Es war eine Ausstellung mit vielen Höhepunkten, die über die Region hinaus Schlagzeilen machte. Lesungen und Seminare rahmten sie ebenso ein wie Film- und Theaterveranstaltungen sowie Konzerte.
Doch Projektleiterin Ulrike Läbe wollte nicht nur diese Veranstaltungen hervorheben: "Es war eine Ausstellung für Schüler und Jugendliche, aber auch von und mit ihnen." Stellvertretend nannte Ulrike Läbe die gespielte Dokumentation der Mittelschule Grimma, ein Workshop mit Jugendlichen in der Denkmalschmiede Höfgen und die Uraufführung eines Rap-Songs von Jungen und Mädchen eines Schülerbegegnungsprojektes, die ihre Erlebnisse in eigenen Textzeilen zum Ausdruck brachten. Besonderer Dank galt den etwa 15 Schülern des Gymnasiums St. Augustin in Grimma, die in einem zweitägigen Seminar durch das Anne-Frank-Zentrum eigens dafür geschult wurden, Besucher durch die Ausstellung zu führen. Von den insgesamt über 3000 Interessierte ließen sich etwa 1700 in zirka 70 Schülergruppen das Leben des jüdischen Mädchens erklären.
"Ein Konzept, das wir für sehr gelungen halten, wenn Wissen sozusagen altersgemäß auf Augenhöhe von Jugendlichen an Jugendliche vermittelt wird", sagten Sozialpädagogin Irmgard Eichholz und Gabriele Hertel, die als Lehrerin im BSZ Wurzen arbeitet. Mit Bezug auf ihre BSZ-Schüler machten sie deutlich, dass es gelungen sei, ihnen das Thema Anne-Frank nahe zu bringen. Was letztlich auch von Jessica Düsel bestätigt wurde, die derzeit eine Ausbildung als Sozialassistentin absolviert - aber, wie sie sagte, "ohne Vorbehalte" gegenüber ihren Altersgenossen die Ausstellung besuchte. Marius Rauschenbach war einer der jugendlichen Ausstellungsbegleiter. Für ihn ist die Ausstellung vorbei, aber nicht vergessen - er zog für sich selbst eine positive Bilanz: "Ich hatte viele Jugendgruppen und immer das Gefühl, die nehmen das Thema Anne Frank aufmerksam auf." Gar mit der Erkenntnis, erinnerte sich Marius, "dass die weltberühmte Anne Frank auch nur ein ganz normales Mädchen war, das wie andere Kinder auch in der Pfütze spielte." Auf ähnliche Aufmerksamkeit ihrer gleichaltrigen Gäste ist Theresa Erdmann gestoßen. "Es wurden viele Fragen gestellt, am meisten aber zur Propaganda und zu den Schicksalen der Familie von Anne Frank."
Auch die Stadtverwaltung Grimma war von der Ausstellung sehr angetan. "Ich glaube, dass die jüdischen Kaufleute von Grimma einen großen Anteil am Äußeren unserer Altstadt haben. Und mir hat die dargestellte Verbindung zwischen den jüdischen Bürgern von Grimma und der Würdigung von Anne Frank gefallen", zog Grimmas stellvertretende Oberbürgermeisterin, Sabine Krahnert, Bilanz. Frank Schmidt
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