Gäste aus Gezer "schmecken" Grimma
Abend der Begegnungen im Rathaussaal als Höhepunkt der sich anbahnenden deutsch-israelischen Partnerschaft
Grimma. "Wie schmeckt Grimma?" Unter diesem Motto stand am Dienstag der "Abend der Begegnung" im Grimmaer Rathaussaal. Viele Akteure der Groß-Kommune hatten ihren Beitrag dazu geleistet, dass die öffentliche Veranstaltung zu einem Höhepunkt des Aufenthaltes der Delegation aus dem israelischen Gezer wurde.
Wenn die Gäste aus dem heiligen Land eine Erkenntnis aus dem "Abend der Begegnung" gezogen haben, dann die, dass es mit der viel beschworenen deutschen Perfektion offensichtlich doch nicht ganz so weit her ist. Denn die Mitglieder des gastgebenden Freundeskreises Grimma-Gezer schwitzten Blut, um die Technik im Rathaussaal für die zahlreichen Tanzdarbietungen des Abends einigermaßen gangbar zu machen und den jeweils passenden Titel für die einzelnen Auftritte zu finden. Gleichwohl die Panne den positiven Gesamteindruck der Veranstaltung nicht wirklich zu schmälern vermochte, war sie für den als "Conferencier" tätigen Linken-Stadtrat Jörg Diecke Anlass, Oberbürgermeister Matthias Berger zum Nachdenken darüber anzuregen, ob die von diesem angekündigten unverhofften Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer nicht anteilig zur Anschaffung neuer Beschallungstechnik für das Rathaus genutzt werden könnten...
Damit allerdings war das Thema Geld für den Abend abgehandelt, zumal von den Gästen keines mehr in die Hand genommen werden musste, da alle Bestandteile des reichhaltigen Buffets von Grimmaer Gewerbetreibenden kostenfrei zur Verfügung gestellt worden waren. Dabei reichte die kulinarische Palette von Backwaren der Beiersdorfer Bäckerei Bahrmann und Bier der Nerchauer Brauerei Rockstroh über Salami und Schinken der Firma Göpel, Wurst der Fleischerei May und Käse der Biokäserei Hannes bis hin zur Kartoffelsuppe des Ratskellers sowie Salat der Grottewitzer Biobäuerin Steffi Reinhardt und schlussendlich einer großen Grimma-Gezer-Torte der Bäckerei Wolf.
Die ließen sich insbesondere die kleinen Gäste des Abends schmecken, die zuvor an Teilen des vom Posaunen- und Jugendchor der Kirchgemeinde Grimma sowie den Tanzgruppen Dazzling Flights und Happy Swing gestalteten Kulturprogramms mitgewirkt hatten. Ron Gilo, Freundeskreis-Kontaktmann, Reiseleiter und Dolmetscher in einer Person, gab beim Anblick der Kinderschar seiner Überzeugung Ausdruck, dass die avisierte Städtepartnerschaft auf einem sehr guten Weg ist. "Die Kinder unserer beider Kommunen werden nicht einmal drei Sekunden benötigen, um einen Draht zueinander zu finden. Und dass die junge Generation sich kennen lernt und ihre Kulturen austauscht, ist das Wichtigste an der ganzen Sache." Sprach's und erklärte es zu einer gebongten Sache, dass alsbald eine Delegation Grimmaer Kinder und Jugendlicher zu einem Gegenbesuch in Gezer erwartet wird. "Bürgermeister Peter Weiss seinerseits muss sehen, woher er dafür das nötige Geld auftreibt", meinte Gilo augenzwinkernd, um im Ernst hinzuzufügen, dass die Städtepartnerschaft ganz sicher nicht an den Finanzen scheitern werde. "Peter Weiss wird alles dafür tun, dass Gezer und Grimma zueinander kommen, denn Kontakte zu einer deutschen Kommune zu knüpfen, ist sein großer Lebenstraum, der sich bislang trotz einiger Ansätze leider noch nicht erfüllt hat." Roger Dietze
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