Projekt 20 Jahre - 20 Orte

www.2020-sachsen.de

Internetprojekt zur Friedlichen Revolution im ehemaligen Bezirk Leipzig

 

Auf der Homepage www.2020-sachsen.de finden Sie Informationen, Fotos und zahlreiche Dokumente, die sich mit der Umgestaltung und den bedeutsamsten Ereignissen der Wendezeit beschäftigen. Machen auch Sie mit!

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Mit Blick auf die Friedliche Revolution: Einstieg in Wikileaks der DDR

Eine von 20 Erinnerungstafeln für zwei Landkreise am Röthaer Pfarrhaus enthüllt / Neues Internetprojekt vorgestellt

Rötha. Am Pfarrhaus in Rötha wurde am Sonnabend eine Erinnerungstafel zur Friedlichen Revolution 1989/1990 enthüllt. Sie gehört zu dem Projekt "20 Jahre - 20 Tafeln", das an wichtige Ereignisse der gesellschaftlichen Wende im Osten Deutschlands in kleinen Städten und Dörfern der Landkreise Leipzig und Nordsachsen erinnern will. Das Projekt ist eine Initiative des Netzwerkes für Demokratische Kultur Wurzen und der Sächsischen Staatskanzlei. Gestern wurde ein Gedenkschild in Wurzen präsentiert, weitere werden unter anderem in Eilenburg und Oschatz folgen.

Die Tafel in Rötha erinnert an das Engagement des hiesigen Christlichen Umweltseminars. Dessen Akteure hatten sich seit Ende der 70er Jahre für eine Verbesserung der Umweltsituation in der Region eingesetzt und so ihren Teil zur Revolutionsgeschichte der DDR beigetragen. Bei der feierlichen Enthüllung der Tafel waren ehemalige Mitglieder des Umweltseminars anwesend, darunter Walter Christian Steinbach, früherer Röthaer Pfarrer und zuletzt Präsident der Landesdirektion (Regierungspräsidium) Leipzig. Er sagte zum Ziel des Projekts: "Zukunft entsteht durch Erinnerung. Wir müssen wissen, woher wir kommen, um sie richtig gestalten zu können."

Initiator Michael Wildt stellte heraus, wie wichtig es gewesen sei, die Tafeln so zu gestalten, dass sich vor allem Jugendliche von ihnen angesprochen fühlen. Die Tafeln enthalten einen Barcode, über welchen internetfähige Mobiltelefone gleich vor Ort auf die Homepage "www.2020-sachsen.de" weitergeleitet werden. Dort gibt es neben detaillierten Informationen zu den damaligen Ereignissen die Möglichkeit, sich am Projekt selbst zu beteiligen - durch das Hochladen eigener Dokumente.

Wildt hofft, dass sich vor allem Schulen am Projekt beteiligen. Kinder und Jugendliche können Fotos, Unterlagen und Erinnerungen bei Eltern, Großeltern und anderen Zeitzeugen sammeln und so bisher unbekannte historische Zeugnisse der Öffentlichkeit zugänglich machen. "Das Portal ist eine Art Wikileaks der DDR", erklärte Wildt. Damit könnte in den nächsten Jahren eine große Datenbank über die Friedliche Revolution entstehen. "Wir wollen der Jugend ein Gefühl davon vermitteln, wie die Diktatur DDR getickt hat", sagte Wildt.
Julia Zahnweh

Ehemalige Mitglieder des Christlichen Umweltseminars Rötha, darunter Walter Christian Steinbach (l.), Präsident der Landesdirektion Leipzig a. D., enthüllen die Erinnerungstafel zur Friedlichen Revolution. Foto: Julia Zahnweh

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