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Sommerlager einmal anders

Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste führt junge Europäer nach Wurzen / Freiwillige wollen Mosaik und Zeichen setzen

Wurzen. Einer Einladung gleich zeigt sich die Sonne am Domplatz 5. Das von seinen Nutzern nur D5 genannte Haus lädt regelrecht zum Betreten ein. Auf zwei einfachen Holzbänken und an dem dazugehörigen Tisch sitzen drei junge Leute. Umstandslos bieten sie dem Besucher einen Platz neben sich an.

Die drei stellen sich als Ingo Stange, Lisa Dannapfel und Linda Paetzold vor. Stange ist als Pressesprecher des D5 und Organisator beim Netzwerk für Demokratische Kultur (NDK) aktiv. Die beiden jungen Frauen sind ehrenamtlich als Organisatorinnen für die Aktion Sühnezeichen/ Friedensdienste (ASF) vor Ort. Zum dritten Mal nach 2005 und 2010 ist ein Sommerlager der ASF in Wurzen zu Gast. Auf diesem Wege kommen erneut junge Erwachsene aus vielen Teilen Europas in die Muldestadt. Die ASF agiert als Freiwilligendienst und setzt sich vor allem mit dem Nationalsozialismus auseinander. Das Sommerlager wird einerseits durch Teilnehmerbeiträge ermöglicht. "Der größte Teil ist aber durch Spenden finanziert", erklärt Lisa. Die Kombination aus körperlicher und geistiger Arbeit endet an diesem Wochenende. Auf dem 14-tägigen Programm stehen zum einen Abschleifen, Anstreichen, und Mosaiksetzen. Zum anderen geht es um "Auseinandersetzung mit Themen wie Neonazismus, Rassismus oder Diskriminierung", so die Organisatoren. Dafür halten sich die 18 bis 25-Jährigen gegenseitig Vorträge, schauen und diskutieren Videos oder treffen den Landtagsabgeordneten Miro Jennerjahn (B90/Grüne). Daneben haben die jungen Leute das Stasi-Museum in Leipzig und den Ringelnatzpfad Wurzen besichtigt.

Dann kommt Oleg Reabet mit an den Tisch. Der junge Politikstudent stammt aus Moldawien, lebt aber zur Zeit in Erlangen. Ihm sagt besonders die Ausstellung "Ikonen der Zeitgeschichte" im Zeitgeschichtlichen Forum zu. Neben Oleg sind noch eine Russin, eine Moldauerin sowie zwei Deutsche aus Bonn und Güstrow in Wurzen zu Besuch. Hörbar begeistert spricht Linda von der interkulturellen Begegnung. Für sie ist es eine "unheimlich wichtige Arbeit". Die sei wegen der Sprachbarriere allerdings nicht immer einfach. Meist dolmetscht Oleg, der sowohl Russisch als auch Deutsch spricht. Wenn nicht, dann sei die Verständigung aber nur durch Gestikulieren machbar. Zum ASF-Sommerlager ist Oleg zum zweiten Mal gekommen: "2008, da habe ich schon mal ein Jugendcamp mit der ASF gemacht. Es hat mir gefallen und da habe ich mir gedacht: Das machst du noch mal". Weiterempfehlen würde er es "auf jeden Fall". Über eine Wiederkehr des Sommerlagers würde sich auch NDK-Sprecher Ingo Stange freuen. Robert Gatzsche

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Gebündelte Kreativität bei den Teilnehmern des Sommercamps: Die Wahl fällt schließlich auf ein Doppelmotiv aus einem Schmetterling und vier Kamelen. Das Mosaik soll eine Mauer des D5 zieren.Foto: Andreas Röse
Gebündelte Kreativität bei den Teilnehmern des Sommercamps: Die Wahl fällt schließlich auf ein Doppelmotiv aus einem Schmetterling und vier Kamelen. Das Mosaik soll eine Mauer des D5 zieren.Foto: Andreas Röse