Volkstrauertag: Keine Gedenkfeier am Opferdenkmal
Wurzen (r). Weder die Gedenkfeier noch die Rechtsextremen-Demonstration darf am Sonntag vor dem Opferdenkmal auf dem Alten Friedhof stattfinden. Das ist das Ergebnis des gestrigen Gespräch zwischen dem Landkreis Leipzig, der Stadt Wurzen und den Veranstaltern der Demonstration. Die Stadt plant nun, die Feier auf dem Domplatz abzuhalten, wie Stadtsprecherin Cornelia Hanspach gestern sagte. Hinsichtlich einer zeitlichen Überschneidung der beiden angemeldeten Veranstaltungen wurde kein Ergebnis erzielt, wie das Landratsamt mitteilte. Auch die Route des Zug der rechtsextremen Kräfte beziehungsweise eventuelle Auflagen wurden noch nicht festgelegt.
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Landkreis bestimmt Ort und Zeit
Wurzen (kol). Der Landkreis Leipzig hat gestern den Ort und den Zeitpunkt für die Gedenkfeier am Volkstrauertag bekannt gegeben, an dem sich unter anderem das Netzwerk für Demokratische Kultur und die Stadt Wurzen beteiligen. Sie darf von 17 bis 19 Uhr auf dem Domplatz abgehalten werden.
Der Landkreis genehmigte zudem die Demonstration rechtsextremer Kräfte am gleichen Tag. Sie dürfen von 13 bis 16 Uhr durch die Stadt ziehen. Der Zug wird am Bahnhofsvorplatz beginnen und über die Dresdner Straße, Kantstraße, August-Bebel-Straße und Kleiststraße zum Bürgermeister-Schmidt-Platz führen, wo eine Zwischenkundgebung stattfindet. Danach gehen die Demonstranten über die Friedrich-Ebert-Straße, Lessingstraße, Theodor-Körner-Straße, Straße des Friedens und Martin-Luther-Straße bis zum Jacobsplatz, wo wieder eine Zwischenkundgebung geplant ist. Über die Friedrich-Engels-Straße, die Kantstraße und die Dresdner Straße kehren sie dann zum Bahnhofsvorplatz zurück, wo die Demonstration ihren Abschluss findet. Trommeln und Fackeln als Teil wurden vom Landratsamt untersagt. Die Stadt Wurzen bedauerte, dass sie mit ihrem Versuch, den Rechtsextremen die Demonstration zu untersagen, an ihre Grenzen gestoßen sei.
Quelle: LVZ-Muldental, 12.11.2010
Kommentare
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So viel dazu das es in Wurzen längst nicht mehr so schlimm ist wie in den 90ern.Komisch,damals gab es keine nazidemos.Da saßen sie noch isoliert in ihrem haus und blieben dort auch.Jetzt sind sie im stadtrat,haben eigene läden,konzerträume,machen demos,spielen fussball usw.
Den machern des Antirassistischen Sonntagsspaziergang wurde vorgeworfen sie würden die situation in Wurzen dramatisieren,war wohl doch nicht so.
Eure kundgebung wird von keinem Wurzener war genommen,da es nazis im wartestand sind.
burn wurzen,burn am 12.11.2010 15:32
du hast sicherlich in vielen punkten recht, was die aktivitäten der nazis betrifft. allerdings hat aus meiner sicht nie jmd von uns - also dem ndk - behauptet, es würde die situation in wurzen dramatisiert werden. die ist in der tat dramatisch, was deine beispiele ja beweisen. ich persönlich bedaure es sehr, dass die nazis marschieren dürfen und gegenakteure auf den domplatz ausweichen müssen. ich halte es für sehr fraglich, was denn die aktion auf dem domplatz inhaltlich (auch zeitlich) noch mit dem "heldengedenken" und der nazidemo zu tun haben.
Ingo am 12.11.2010 16:36
Doch,das habe ich sogar noch schriftlich,andernfalls würde ich es nicht behaupten.Im übrigen müsst ihr niemanden ausweichen,ihr könnt tun was ihr wollt.Und bei ner überregionalen mobi hätte man genug leute für stör und blockadeaktionen gewinnnen können,war ja seit letztem jahr absehbar das es so kommt.
Die beiden aktionen haben nichts miteinander zu tun,das ist ja das schlimme.Statt dessen liest man das das NDK recherche bezüglich der namen am kriegerdenkmal betreiben will,ist das nicht eher aufgabe der örtlichen NPD?Was hat das noch mit emanzipatorischen anpsprüchen zu tun,oder geht es nur noch darum politik zu machen um den wurznern alles recht zu machen?
burn wurzen,burn am 12.11.2010 17:29
also bei allem respekt: das mit dem dramatisieren glaube ich nicht.
und ich halte unseren plan, das denkmal zu besetzen, immer noch für eine sehr gute idee. die ist allerdings gescheitert. meine frustration deshalb auch recht hoch.
im übrigen stimmt das mit der recherche nicht so. nicht das ndk wird dies tun, sondern andere akteure aus der stadt und vor allem leute, die in ihren familien angehörige hatten, die im ersten weltkrieg gefallen sind. das ndk recherchiert im übrigen zu den schicksalen der juden, die bis zur shoa in wurzen lebten. auch da hatten einige am ersten weltkrieg enthusiastisch für deutschland teilgenommen und auszeichnungen erhalten. den wollen wir ihre gesichter wiedergeben.
uns geht es in der tat darum, politik zu machen. klar. möglichst viele einzubinden, zur beteiligung zu animieren und stellung zu beziehen. gegen nazis z.b.. und d.h. reden, diskutieren, konflikte provozieren, unbequem zu sein, partner finden, partner verlieren, entscheidungen zu treffen, diese zu kritisieren usw.. es gibt sicherlich leichtere wege, politik zu machen, wie du sagst. wir gehen den schwereren.
Ingo am 13.11.2010 11:44