Überparteilicher Zusammenschluss für Demo geplant
Organisatoren wollen so mehr Wurzener für Veranstaltung gegen Rechtsextreme am Volkstrauertag gewinnen
Wurzen (kol). Die Stadtverwaltung, das Netzwerk für demokratische Kultur (NdK) und Vertreter des öffentlichen und politischen Lebens in Wurzen wollen die Demonstration am Volkstrauertag neu aufstellen, die an die Schrecken des Krieges erinnern soll. Dies bestätigte Stephan Meister vom NdK. Bereits seit ein paar Monaten seien die Gremien im Gespräch. Das nächste Treffen ist für diesen Donnerstag geplant. Dann wollen die Akteure - darunter auch die Fraktionsspitzen aus dem Wurzener Stadtrat sowie die Standortinitiative - Lehren aus dem vergangenen November ziehen.
Damals hatte es Probleme gegeben, den Aufmarsch der Rechtsextremen in Wurzen abzuwenden. Zwar hatte das NdK eine Demonstration weit im Voraus angemeldet. Der Einwand der Stadt, dass Wurzen zu klein sei, um ein Aufeinandertreffen der Teilnehmer zweier gleichzeitig stattfindender Demonstrationen zu verhindern, konnte das Verwaltungsgericht Leipzig nicht überzeugen. Es untersagte zwar beiden Gruppen am Kriegerdenkmal zu demonstrieren, ließ den Marsch der rechtsextremen Szene aber zu. Diese konnten ungestört auf einer alternative Route durch die Domstadt ziehen.
"Das vergangene Jahr hat gezeigt, dass wir eine Demonstration nicht verhindern können. Es bringt auch nichts, wenn wir unsere Veranstaltung ein Jahr im Voraus anmelden", sagte Meister. Man müsse vielmehr versuchen, ein breites gesellschaftliches Bündnis zu erzeugen, dass sich gegen die Nazis ausspreche. Ein solcher überparteilicher Zusammenschluss soll nun am Donnerstag auf den Weg gebracht werden. Es sei in seinen Augen die einzige Möglichkeit, mehr Wurzener zu mobilisieren, so Meister. Denn an Demonstrationen gegen die Kriegsschrecken hätten sich nur wenige Einwohner beteiligt. Rund 100 waren es am 14. November gewesen.
Meister will zudem darüber nachdenken, ob man mit der Demonstration der bürgerlichen Kräfte aus Wurzen die lokale Nähe zur Veranstaltung der Neonazis suchen müsste. "Man sollte darüber nachdenken, ob wir uns ihnen in den Weg stellen. Mit 100 Personen macht das aber keinen Sinn", sagte der NdK-Mitarbeiter. Er sei sich im Klaren, dass bei dieser Strategie sehr vorsichtig vorgegangen werden müsste. So könnten dadurch etwa gewaltbereite Kräfte angezogen werden, denen man kein Forum geben wollte. Auch beim vergangenen Volkstrauertag hatte es eine spontane Diskussion unter den Demonstranten gegeben, den Markt zu blockieren, um die Nazis von diesem fernzuhalten. Die Befürworter hatten sich aber nicht durchsetzen können.
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