Alle zwei Jahre dokumentieren wir Projekte und Veranstaltungen des NDK ausführlich in gedruckter Form. Das aktuelle Exemplar, die Chronik 2007/2008, schicken wir Ihnen gerne kostenlos zu. Ein kurzer Anruf, eine Mail oder Postkarte genügt!
Dokumentation 2007/2008
Gedenkmarsch für die Opfer der Todesmärsche im Muldental 1945
Dieses von der Initiativgruppe Gedenkmarsch 2001 ins Leben gerufene Projekt findet immer am ersten Sonntag im Mai statt.
Noch in den letzten Kriegstagen im April und Mai 1945 versuchten SS und Gestapo die von ihnen begangenen Verbrechen durch neue Verbrechen zu verwischen. Konzentrationslager, Zwangsarbeitslager und andere Haftlager wurden geräumt und tausende bisher dem Tod entronnene Häftlinge auf lange, oft ziellose Märsche auch durch das Muldental gehetzt. Viele überlebten diese Qualen nicht. Sie starben vor Hunger und Durst, an völliger Entkräftung und durch die Schüsse der SS-Wachen und wurden oftmals einfach am Straßenrand liegen gelassen. Diese letzten Verbrechen der Nazis kennen wir heute als die Todesmärsche. Um die Erinnerung an die vielen Opfer, deren Qualen und Tod aufrecht zu erhalten und um ihrer zu gedenken, ruft die Initiativgruppe beim NDK seit dem Jahr 2000 jährlich zum Gedenkmarsch für die Opfer der Todesmärsche im Muldentalkreis auf. Dabei gibt es breite Unterstützung von Kommunalpolitikern, Unternehmen und bekannten Persönlichkeiten aus unserem Landkreis. Der Gedenkmarsch beginnt traditionell um 9 Uhr am Heimatmuseum in Borsdorf, führt dann die B6 entlang über Gerichshain, Machern, Deuben und Bennewitz bis zum Wurzener Friedhof. In den einzelnen Orten gibt es kurze Ansprachen, Lieder oder Gebete von MultiplikatorInnen der Gemeinden. Aufgebaut werden an den einzelnen Stationen auch die Ausstellungstafeln zu den Hintergründen der Todesmärsche am Ende des 2. Weltkrieges 1945, die von ehrenamtlichen Mitgliedern der Initiativgruppe gestaltet und betreut wurden. Mit Lautsprecherwagen und Transparenten, deren Inhalte sich u.a. für Frieden und gegen Krieg in der Welt aussprechen, wird der Gedenkmarsch begleitet von dem Anlass entsprechender Musik und vorgetragenen Zeitzeugenberichten. Der Gedenkmarsch endet auf dem Wurzener Friedhof, wo nach weiteren Ansprachen und musikalischer Begleitung Blumengebinde an den Gräbern vpn Opfern der Todesmärsche niedergelegt werden. Wir können damit ein eindeutiges und vielgesichtiges politisches Statement aus dem Muldental heraus zum Gedenken an die Opfer der Nazidiktatur und gegen Menschenverachtung, Rassismus und Antisemitismus abgeben, welches auch in der Presse Widerhall und in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit und Anklang findet. Infolge dessen hat sich auch in Leipzig eine Gruppe gefunden, die sich der Thematik der Todesmärsche in Leipzig angenommen hat und bereits erste Veranstaltungen organisiert. Seit 2007 ist der breühmte Schauspieler Peter Sodann Schirmherr des Gedenkmarsches.
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- Gedenkmarsch 2007