Alle zwei Jahre dokumentieren wir Projekte und Veranstaltungen des NDK ausführlich in gedruckter Form. Das aktuelle Exemplar, die Chronik 2007/2008, schicken wir Ihnen gerne kostenlos zu. Ein kurzer Anruf, eine Mail oder Postkarte genügt!
Dokumentation 2007/2008
NazisWEGhören
Was mit einem Flyer gegen den rechtsextremistischen Versandhandel „Front Records“ begann, fand seine Fortsetzung als musikalisches Bekenntnis mit der Musik-CD „NazisWEGhören!“, auf der sich 11 Bands aus Wurzen und der Umgebung gegen rechte Kultur und Ideologie positionieren.
So steht es im Booklet der CD, die das NDK Anfang Februar 2006 herausgegeben hat. „NazisWEGhören!“ überträgt das Anliegen des Flyers „NazisAUSladen“ auf eine kulturelle, musikalische Ebene. Was dieses Projekt so besonders macht, ist die Tatsache, dass selbst ganz „normale“ Bands, die an sich keine politischen Lieder singen, zu einer politischen Überzeugung stehen. Das Unpolitische wird politisch.
Die Musiker, die das Projekt unterstützt haben, zeigen aber noch mehr als eine gute Portion Zivilcourage. Sie zeigen uns, dass es trotz „Front Records“ und NPD-Fraktion ein Wurzen gibt, das vielfältig, bunt und verschieden sein will. Seit über einem Jahr begleitet das Projekt den Verein nun. Am Anfang gab es einen Wettbewerb für Bands, die auf dem Sampler erscheinen wollten. Eine Jury wählte die finalen 11 Bands aus und schickte einige sogar nochmal ins Studio. Bald lagen pressfähige Aufnahmen und ein CD-Design vor. Innerhalb kurzer Zeit hatte das Projekt eine Form angenommen. Doch leider wurde die anfängliche Leichtigkeit durch kleinere und auch größere Komplikationen getrübt. Am Ende kam es sogar dazu, dass eine Band kurz vor der CD-Pressung vom Projekt absprang. Begründung: Das Ganze sei zu politisch. Eine eher traurige Episode.
Nach vielen anderen Verzögerungen, unzähligen hektischen Anrufen in Presswerk, Druckerei und Tonstudio konnte die CD schließlich doch Anfang Februar präsentiert werden.
Ein knappes halbes Jahr hat dann die Projektgruppe „NazisWEGhören“ den Kulturkeller D5 mit regelmäßigen Konzerten gefüllt und die Zuhörer mit lokalen Bands aus allen Stilrichtungen zum Mittanzen angeregt. Viele der Bands, die schon auf der CD vertreten waren, ließen es sich nicht nehmen, auch live das Motto des Projektes zu demonstrieren. Zu ihnen gesellten sich weitere junge (und ältere) Musiker, die mit einem Auftritt in Wurzen das Projekt unterstützen wollten. Doch bei aller Partylaune durfte die politische Botschaft der Veranstaltungen nicht vergessen werden: Aktiv gegen den rechtsextremen Online-Versandhandel „Front Records“. Tobias Burdukat von der Band Inroad hat das Ganze folgendermaßen formuliert: „Man muss versuchen, dem rechten Dummfang entgegen zu wirken. Rassismus versteckt sich nicht nur in Randgruppen, sondern auch in den normalen gesellschaftlichen Strukturen.“ Mit dieser Message im Hinterkopf ließen es insgesamt neun Bands so richtig im „Kulturkeller D5“ krachen.
Das Projekt als solches wäre damit eigentlich abgeschlossen. Ob es weitere Konzerte unter dem Motto geben wird, bleibt abzuwarten. Dafür muss sich die Projektgruppe alle bisherigen Konzerte ausführlich anschauen und auswerten. Und die bisherige Bilanz ist gar nicht mal schlecht. Im Durchschnitt kamen etwa 40 Besucher, um sich ein Konzert anzuschauen.
Neue Ideen sind schon entstanden und auch das bisherige Konzept der Nachwuchsförderung ist es wert, weiterentwickelt zu werden. Denn genau das ist es ja, was das Haus am Domplatz auch sein will: Ein Ort zum Ausprobieren, eine Chance, Erfahrungen zu sammeln. Für lokale, wie auch internationale Künstler.
Egal, wie sich das Projekt entwickeln wird und welche Richtung es einschlägt; Eine Sache bleibt klar. Nämlich, dass demokratische Kultur vor allem eins sein muss: hörbar.
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- Nazis WEGhören CD