Punk im D5
Seit 2007 organisiert eine Gruppe von Punks aus Wurzen und Umgebung in regelmäßigen Abständen Konzerte. Wurzener Schülerbands, überregional bekannte Halbprofis und internationale „Größen“ treten gemeinsam auf und ziehen ein zahlreiches Publikum aus halb Sachsen an.
Ab Sommer 2008 initiierte die Projektgruppe einen wöchentlichen „Punkrocktresen“ in unserer Kneipe und zum Jahresende ist das Kultur- und BürgerInnenzentrum Probenraum der Wurzener Punk-Schülerband „Filmriss“, die just in diesem Moment kräftig aufs Schlagzeug haut. Während also der Büroboden zu beben beginnt, lassen wir den „Projektleiter Punkrock“ lieber selbst zu Wort kommen:
Eine Punkrockprojektgruppe....
...stellt sich nicht vor oder beschreibt sich selbst. Wo bliebe denn da der Punkrock? Naja also gut, dann eben doch, weil Melanie mehrfach nachgefragt hat und der Westberliner dazu schmunzelte als wolle er sagen: "Ha, die und schreiben."
Von ganz vorn: Wir sind unglaubliche Massen, sind selbstverständlich schön wie Sau und sehr, sehr jung. Wir beherrschen die Träume aller Frauen der Stadt und sind genau dafür weit über die Grenzen von was auch immer bekannt. Wir leben den Punkrock. Haben also in der linken Hand immer eine Flasche Bier und in der rechten den klassischen Rebellierstein. Die Bierflasche ist fast immer gerade ausgetrunken und den Stein haben wir schon seit Jahren dabei, weil wir immer zu besoffen waren um pünktlich zur vielgepriesenen Revolution zu erscheinen. Warten wir halt auf die nächste und behalten den Stein in der Hand. Übrigens, nach der Logik einiger Militärs wäre es jetzt an der Zeit, dass alle Menschen dieses Planeten ebenfalls einen aufheben um das Gleichgewicht wieder herzustellen.
Der Sinn, diese unsere Musik einem breiterem Publikum zuzuführen, bestand zu keiner Zeit darin, anderen ein schönes Wochenende zu organisieren oder gar ein Gegenangebot zum üblichen Faschokleinstadtscheiss zu schaffen. Nö, nö, wir wollten einfach den richtigen Punkrock für unsere Ohren auf D5 haben, nur was uns gefällt, wird auf die Bühne gestellt. Das zugelassene Publikum bildet nur die Kulisse für unser schönes Wochenende und darf dafür auch noch zahlen. Weil deren Kohle aber nicht reicht, ist es uns gleichzeitig gelungen, die dem NDK zur Verfügung stehenden Fördermittel anzuzapfen. Dies hat den schönen Nebeneffekt, dass keine Gelder mehr für Tecknoscheiß ausgegeben werden. Ihr haltet das alles für einen Scherz?
Jetzt könnte man sicher noch mit blanken öden Besucherzahlen um sich schmeißen, um zu dem Schluss zu kommen, wir seien das größte Projekt beim NDK. Machen wir aber nicht, wäre peinlicher Spiesserkram. Wir begnügen uns in unserer unendlichen Bescheidenheit mit dem von der Geschäftsleitung oft ausgesprochenen einfachen Lob zur spitzenmäßigen Durchführung des ganzen Zinnobers.
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