Erzähl mal! Mein Schatz.

Schatzsuche

Wir möchten Wurzens verborgene Schätze heben. Machen Sie sich mit offenen Augen u. Ohren auf die Suche nach Geschichten, Gegenständen und Orten, erzählen Sie uns von Ihrem Schatz!
Mehr Informationen + Kontaktformular: www.schatzsuche-wurzen.de

Razzia gegen Terror Crew Muldental

Polizei durchsucht 31 Objekte / Aktion laut Staatsanwaltschaft seit langem geplant

Wurzen. Die rechtsextremistische Gruppe Terror Crew Muldental (TCM) ist Ziel einer Razzia gewesen. Diese fand bereits am Mittwochmorgen statt, wie gestern bekannt wurde. Die Polizei ermittelt gegen die TCM, weil es sich bei ihr um eine kriminelle Vereinigung handeln soll.

Mit diesem Einsatz musste die rechtsextreme Szene seit zwei Wochen rechnen: 31 Objekte haben Beamte der Staatsanwaltschaft Dresden, der Sonderkommission "Rex" und der Bereitschaftspolizei durchsucht. 31 Objekte, in denen sie Beweise über das Wirken der rechtsextremistischen Gruppe Terror Crew Muldental vermuteten. Gegen deren Mitglieder ermitteln die Sicherheitskräfte seit geraumer Zeit wegen des Verdachts, dass die TCM eine kriminelle Vereinigung darstellt. Dies wurde vor zwei Wochen durch eine Panne beim sächsischen Verfassungsschutz öffentlich, die die LVZ aufgedeckt hatte. Konkret wird den Verdächtigen vorgeworfen, über einen längeren Zeitraum gemeinschaftlich Straftaten geplant und durchgeführt zu haben - das Landeskriminalamt listete gestern dezidiert Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung auf. Nun wollten die Ermittler nicht mehr warten.

Die durchsuchten Wohnungen lagen im Einsatzbereich der Polizeidirektionen Oberes Elbtal-Osterzgebirge und Westsachsen, wie das Landeskriminalamt mitteilte. Genauer vermochte der leitende Oberstaatsanwalt aus Dresden, Lorenz Haase, nicht werden: "Wo genau die Ermittlungen vorgenommen wurden, kann ich nicht sagen." Nach Informationen der LVZ wurde allerdings auch mindestens ein Objekt in Wurzen durchsucht. Insgesamt richtete sich die Polizeiaktion nach Aussagen der Behörden gegen 22 Beschuldigte. Damit dürfte ein Großteil der Mitglieder der gewaltbereiten Gruppierung von der Aktion betroffen gewesen sein. Der Verfassungsschutz geht davon aus, dass die Terror Crew etwa 30 Mitglieder zählt.

Bei den Durchsuchungen wurden unter anderem Computer und Laptops beschlagnahmt. Auch andere Datenträger wie Mobiltelefone, CDs und Digitalkameras wurden gesichert. Darüber hinaus konfiszierten die Polizisten Filmaufnahmen und stellten Präzisionsschleudern, Messer, Pyrotechnik und Sturmhauben sicher.
Oberstaatsanwalt Haase erklärte gestern, dass die Aktion seit langem geplant gewesen sei. Einen Zusammenhang mit der Panne beim Verfassungsschutzes wollte er nicht herstellen. "Unsere Ermittlungen sind völlig unabhängig von der Tatsache, dass es diesen Vorfall gegeben hat", sagte er. Nichtsdestotrotz war die TCM seit zwei Wochen aufgeschreckt. Kurz nach Bekanntwerden der Ermittlungen hatte die Jungen Nationaldemokraten über den Kurznachrichtendienst Twitter vor Hausdurchsuchungen gewarnt. Kai Kollenberg

HINTERGRUND: Die Terror Crew Muldental (TCM) ist das erste Mal vor zwei Jahren bekannt geworden. Damals beteiligten sich deren Mitglieder an den Übergriffen auf Fans des Fußballvereins Roter Stern Leipzig in Brandis. Der Verfassungsschutz beobachtet die Gruppe seit längerem, wie aus seinen Berichten hervorgeht. Der Dienst geht davon aus, dass die Mitglieder der TCM sehr gewaltbereit sind und Gewalt als legitimes Mittel zur Durchsetzung ihrer Ziele versteht. Sachsenweite Bedeutung hat die TCM aber laut der Behörde noch nicht erlangt. Laut Verfassungsschutz handelt es sich bei ihr nur um eine regionale Gruppierung, die allerdings in der Szene anerkannt ist. kol

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Aktionsbündnis

Jennerjahn: Beratungen über Terror Crew

Wurzen (kol). Der Grünen-Landtagsabgeordnete Miro Jennerjahn be- fürwortet eine stärkere Auseinandersetzung in Wurzen über die rechtsextremistische Vereinigung Terror Crew Muldental. Dies sagte er gestern der LVZ. "Dass gegen diese Gruppe nun wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt wird, hat der ganzen Sache eine neue Qualität gegeben", so Jennerjahn. Er hoffe, dass sich die Stadt stärker mit dieser Problematik befasse. "Natürlich gibt es Fortschritte in Wurzen, was den Kampf gegen Rechtsextremismus betrifft. Unter Oberbürgermeister Jürgen Schmidt (CDU) wurde darüber überhaupt nicht gesprochen. Nun haben wir ein Aktionsbündnis, das anlässlich der Nazi-Demonstrationen am Volkstrauertag gegründet wurde", sagte der Landtagsabgeordnete. Dies sei ein entscheidender Schritt nach vorne. Denn nun würde diskutiert, welche Bündnisse und Aktionen es gegen Rechtsextremismus bereits gebe und wie diese miteinander verknüpft werden könnten.

"Ich gehe davon aus, dass wir bei der nächsten Sitzung dieser Runde auch über die Terror Crew Muldental beraten werden", sagte Jennerjahn. Wurzen müsse sich aktiver gegen das Bild zur Wehr setzen, dass die Stadt eine Hochburg der Neonazis sei. In der Berichterstattung über die Razzia gegen die TCM war oft auf das schlechte Image der Domstadt verwiesen worden. Sie gilt in den Medien als Hochburg der Neonazi-Gruppe.

Der Grünen-Politiker sieht aber ein entscheidendes Hindernis für die Bemühungen, gegen die Rechtsextremen vorzugehen: "Es herrscht ein Stück weit Hilflosigkeit. Denn viele Informationen gibt es über solche Gruppen nicht." Auch kleine Anfragen, die er im Landtag stelle, werden meist nur unzureichend von den Sicherheitsbehörden beantwortet. "Da verhungert man am ausgestreckten Arm." Quelle: LVZ-Muldental, 02.08.2011

 

Weitere Infos gibt es hier.

Kommentare

Kommentar schreiben

«zurück zur Übersicht

Der Nazi-Gruppierung “Terror Crew Muldental” droht womöglich ein Verbot (Foto: tatortbrandis.blogsport.eu)
Der Nazi-Gruppierung “Terror Crew Muldental” droht womöglich ein Verbot (Foto: tatortbrandis.blogsport.eu)