Wir möchten Wurzens verborgene Schätze heben. Machen Sie sich mit offenen Augen u. Ohren auf die Suche nach Geschichten, Gegenständen und Orten, erzählen Sie uns von Ihrem Schatz!
Mehr Informationen + Kontaktformular: www.schatzsuche-wurzen.de
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Grimma/Nerchau. Es gibt dumme Jungenstreiche, über die man notfalls noch lachen könne, sagt Ortsvorsteher Uwe Cieslack und spielt auf das wiederholte Schaumbad im Gänsebrunnen an: "Die Exzesse am Abenteuerspielplatz im Wiesental dagegen sind nicht zu tolerieren!" Dort wurden unter anderem pinkfarbene rechtsradikale Symbole gesprüht - nicht nur an Spielgeräte, sondern auch an Bäume.
Cieslack steht fassungslos vor Hakenkreuz und Schriftzug "NSDAP". Der idyllisch im Grünen gelegene 80 000 Euro teure Spielplatz mit Schaukeln, Rutsche, Seilbahn und Wassermatschanlage werde sehr gut angenommen. Besonders an Wochenenden tummelten sich hier viele Familien: "Und jetzt werden die Kinder mit diesem Schmutz konfrontiert. Das ist mehr als ärgerlich."
Ilka Peter von der Polizei: "Nachdem wir durch Bürger auf die Schmierereien aufmerksam gemacht wurden, konnten wir noch am gleichen Tag fünf Tatverdächtige im Alter zwischen 15 und 18 Jahren ermitteln." Sie hätten sich schnell in Widersprüche verstrickt, so Peter: Am Vorabend sollen sie sich getroffen und auch einiges an Alkohol konsumiert haben. Zwar sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen, doch hätten die jungen Leute die Auflage erhalten, die Sprüche zu beseitigen. Ortsvorsteher Cieslack bestätigt: "Ich habe die beiden Polizeiautos gesehen und eben auch die Jugendlichen, wie sie mit Verdünnung und Sandpapier zu Werke gingen."
Der 82-jährige Heimatfreund Wolfgang Sieber konnte gestern nur den Kopf schütteln: "Wir waren früher ganz bestimmt keine Waisenknaben. Ich selbst saß sogar mal im Karzer, nachdem ich drei Knallkörper selbst gebastelt und sie auf die Bahngleise gelegt hatte. Aber diese sinnlose Beschädigung von städtischem Eigentum - nein, so etwas war uns fremd. Es wäre damals eben auch hart bestraft worden. Vor allem: Das Denkmal für die in den Weltkriegen Gefallenen befindet sich in der Nähe des Spielplatzes. Wer befasst sich jetzt eigentlich mit diesen Jugendlichen? Wer erzählt ihnen, wie grausam dieses Spiel Nazismus endete, wieviele Menschen, auch Nerchauer, ins Gras beißen mussten. Die jungen Leute werden gar nicht wissen, was Faschismus ist."
Ilka Peter von der Polizei bittet um Zeugenhinweise zu einer weiteren Straftat: "Am Gebäude neben der ehemaligen Verladerampe nahe der BHG wurden mehrere Hakenkreuze in eine Metallschiene geritzt und ein Davidstern an das Tor gesprüht." Haig Latchinian
