Weg mit dem Nazi-Zentrum!
Bahnhof-Überfall: Soko Rex schlägt zu
Wurzen/Leipzig (db). Der brutale Überfall, der sich 22. Dezember am Wurzener Bahnhof ereignete, scheint kurz vor der Aufklärung zu stehen. Wie Staatsanwaltschaft Leipzig und Landeskriminalamt Sachsen erklärten, wurden gestern in einer konzertierten Aktion mit der Soko Rex in Wurzen zwei Männer (24, 26) wegen des dringenden Tatverdachtes der gemeinschaftlichen und gefährlichen Körperverletzung festgenommen, deren Wohnungen durchsucht und Beweismaterial sichergestellt. Sie befinden sich in Untersuchungshaft.
Den beiden Beschuldigten wird zur Last gelegt, zusammen mit zwei weiteren namentlich bekannten 19 und 27 Jahre alten Männern aus Wurzen am 22. Dezember gegen 23.45 Uhr am Bahnhof Wurzen einen Fahrgast eines Regionalexpresses und den Zugführer geschlagen und beide verletzt zu haben, erklärte Staatsanwaltssprecher Ricardo Schulz. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen zwei Beschuldigte mit Schals vermummt den Zug nach dem Halt am Bahnhof betreten haben, während sich die beiden anderen Männer in die Tür stellten und den Schließmechanismus der Tür blockierten.
Im Zug selbst wurde von den Beschuldigten ein ihnen bisher unbekannter 20-jähriger Fahrgast mit einem Messer bedroht und dann mit Faustschlägen im Gesicht verletzt. Als der 50-jährige Zugführer die Störung der Türschließung prüfen wollte, wurde er von den Beschuldigten mit einer Bierflasche beworfen sowie mit einem Messer angegriffen. Später verletzten alle vier Männer den Zugführer durch Schläge und Tritte. Der Zugführer erlitt dabei unter anderem eine Platzwunde über dem Auge und musste ärztlich versorgt werden. „Die Klärung der Hintergründe für diese Taten ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen“, so Schulz.
Der Staatsanwaltschaft Leipzig und den Beamten Soko Rex sei es in den unmittelbar nach der Tat zunächst durch die Bundespolizei aufgenommenen Ermittlungen gelungen, die vier mutmaßlichen Täter des Überfalls zu identifizieren. Die vier Beschuldigten seien nach vorliegenden Erkenntnissen der gewaltbereiten rechten Hooliganszene Wurzens zuzurechnen. Sie seien zum Teil bereits mehrfach erheblich wegen Körperverletzungs- und Eigentumsdelikten vorbestraft, außerdem wegen des Verbreitens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen strafrechtlich in Erscheinung getreten. Einer von ihnen steht zudem wegen Körperverletzung unter laufenden Bewährung.
Der 19-jährige Beschuldigte wurde mangels Haftgründen wieder entlassen. nach dem vierten 27-Jährigen wird noch gefahndet. Die mutmaßlichen Täter müssen mit Strafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren rechnen.
Quelle: LVZ-Muldental, 15.01.2010
Ministerlob für Soko Rex
Nicht vorbestrafter 19-jähriger Wurzener nicht in U-Haft
Wurzen (db). Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) zeigte sich erfreut über die Festnahmen der Soko Rex im Zusammenhang mit dem Überfall am Wurzener Bahnhof am 22. Dezember (die LVZ berichtete gestern). „Ich gratuliere der Soko Rex zu ihrem schnellen Fahndungserfolg. Die Ermittler der Soko sind seit Jahren anerkannte und ausgewiesene Spezialisten im Bereich der Bekämpfung rechtsextremistischer Gewalttaten. Unser Prinzip bleibt: Null Toleranz gegenüber rechtsextremistischer Gewalt und Fremdenfeindlichkeit“, sagte der Minister. Der Freistaat Sachsen hat 1991 als erstes Bundesland eine Sonderkommission Rechtsextremismus aufgestellt. Andere Länder haben sich daran orientiert und ähnliche Bekämpfungseinheiten eingerichtet. Am Donnerstagmorgen hatten Ermittler zwei potenzielle Täter (24, 26) in Wurzen festgenommen. Sie sitzen in U-Haft. Nach einem 27-jährigen den Behörden bekannten Mann aus Wurzen werde weiter gefahndet. Der vierte potenzielle Täter, ein 19-Jähriger Wurzener, wurde nicht in Untersuchungshaft genommen, da er nicht einschlägig vorbestraft sei, so der Leipziger Staatsanwalt Schulz gestern.
Quelle: LVZ-Muldental, 16.01.2010
Bahnhofsüberfall
Vierter Täter stellt sich
Wurzen/Leipzig. Der vierte mutmaßlich an dem Überfall im Dezember am Wurzener Bahnhof beteiligte Täter hat sich der Polizei gestellt. Das teilten Staatsanwaltschaft Leipzig und Landeskriminalamt gestern mit. Der 27-jährige Mann war von den Ermittlungsbehörden mit Haftbefehl gesucht worden. Der Beschuldigte, einschlägig Vorbestrafte und unter Bewährung Stehende sitzt in Untersuchungshaft. Gegen den aus Wurzen stammenden Mann besteht der dringende Tatverdacht, sich mit bereits drei festgestellten Männern (zwei sind in Haft) ebenfalls aus Wurzen stammend an dem Überfall am 22. Dezember auf einen Zugführer und einen Fahrgast am Wurzener Bahnhof beteiligt zu haben. Am vergangenen Donnerstag konnten Beamte der Soko Rex in Wurzen bereits zwei Tatverdächtige des Überfalls festnehmen (die LVZ berichtete).
Quelle: LVZ-Muldental, 20.01.2010