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Weg mit dem Nazi-Zentrum!

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Bewegende Häftlingsschicksale

Brandiser Gymnasiasten unternehmen Exkursion ins ehemalige Konzentrationslager Auschwitz und besuchen jüdisches Museum

Brandis (r). "Auschwitz wird heute viel zu oft als Teil der Vergangenheit gesehen, als etwas, das nicht mehr belastet, weil immer weniger Zeitzeugen von damals leben und wir unsere eigenen Probleme haben. Viele dieser heutigen Probleme sind allerdings nur dann lösbar, wenn man sich der Vergangenheit verantwortungsvoll stellen kann." Worte österreichischer Überlebender, die nachdenklich stimmen.

Kürzlich fuhren 42 Schüler der 9. bis 11. Klassen des Gymnasium Brandis gemeinsam mit Corinna Könnecke, Andreas Mierisch, Martin Ziegler und Viola Geier nach Oswiecim/Auschwitz, um das Geschehene vor Ort kennen zu lernen. Vom "Zentrum für Dialog und Gebet" in Oswiecim, in welchem die Gruppe Unterkunft fand, wurden Exkursionen ins Stammlager Auschwitz, nach Birkenau, ins Kloster Harmeze zur beeindruckenden Ausstellung Marian Kolodziejs und ins neu entstandene Jüdische Museum mit Synagoge in Oswiecim unternommen. Dabei konnten viele Probleme diskutiert werden, aber auch Sprachlosigkeit war angesichts des Gesehenen zu beobachten. Deshalb traf man sich abends zum Verarbeiten der Eindrücke, wobei immer wieder die Frage aufgeworfen wurde, ob ein derartiges Verbrechen auch heute noch möglich ist.

Besonders bewegte die Schüler das Werk "Labyrinth" Marian Kolodziejs, der als Häftling Nr. 432 fünf Jahre Lagerhaft in Auschwitz überlebte und nach langen, sprachlosen Jahren insgesamt fünfzehn Jahre an seiner verstörend-kunstvollen Bewältigung des Durchlebten arbeitete. Das Kloster Harmeze bietet in seinen Kellergewölben einen würdigen Rahmen für die Dauerausstellung. Am letzten Tag ihres Aufenthaltes lernten die Schüler noch das moderne Leben in Krakau kennen, besichtigten den Wawel und die Tuchhallen und bestaunten die Pracht des weltberühmten Flügelaltars von Veit Stoß.

Ein besonderer Höhepunkt war dann das gemeinsame Abendessen mit traditioneller jüdischer Musik im altehrwürdigen Klezmerhois in Krakau, bevor die Heimfahrt angetreten wurde. Als wichtige Erkenntnis nahmen die Schüler die letzten Verse des Gedichtes "KZ-Besuch" von Peter Schütt mit: "Hier gibt es nichts mehr zu tun - hier nicht. Unser Posten ist draußen - vor den Toren des KZ."

Brandiser Gymnasiasten beim Gruppenfoto im polnischen Krakau. Foto: privat

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