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Hohe Sicherheitsanforderungen - Störungen durch Neonazis

Das Festwochenende stellt den Stadtwehrleiter vor Herausforderungen / Budget wird wohl ausgeschöpft

Wurzen. Das Festwochenende im September wirft seine Schatten voraus. Das sorgt für reichlich Arbeit bei der Verwaltung. Und nicht nur Kultur und Gastronomie wollen bedacht sein - auch die Sicherheit der Besucher muss im Rahmen des Möglichen gewährleistet werden. Das entsprechende Sicherheitskonzept wurde bereits mehrfach modifiziert.

 Verantwortlich für die Erstellung und Fortentwicklung des Arbeitspapiers ist Stadtwehrleiter Thilo Bergt. Der allerdings betont: "Wir befassen uns ausschließlich mit der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr." Das bedeutet grob, um die Bekämpfung von Bränden oder anderen Unglücksfällen sowie die Versorgung etwaiger Verletzter kümmert sich der Planungsstab im Rathaus. Die sonstigen Fragen der Sicherheit plant die Polizei - unabhängig davon.

"Natürlich werden wir uns zu gegebener Zeit mit den Kollegen von der Polizei kurzschließen", so Bergt. Allerdings habe man seitens der Stadt keinerlei Einfluss auf deren Planungen. "Die haben ja auch viel mehr Erfahrung mit derlei Großveranstaltungen."

Auf solche Erfahrungen kann auch das regionale DRK zurückgreifen, das seit Jahren Großveranstaltungen im Muldental betreut. Hier gebe es seit Monaten eine enge Zusammenarbeit, sagt Bergt. Zugleich habe er die einschlägigen bundesweiten Standards für Massenveranstaltungen angelegt. Das Ergebnis war erstaunlich. "Für solche Veranstaltungen im Freien gibt es eine Art Punktesystem." Darin werden die örtlichen und baulichen Gegebenheiten ebenso berücksichtigt, wie die zu erwartenden Besucherzahlen und deren Zusammensetzung. Daraus errechnet sich ein Sicherheitskoeffizient, der Aufschluss darüber gibt, wie viele Sanitäter und Feuerwehrleute es schlimmstenfalls braucht.

Das Ergebnis: Stadtjubiläum und Landeserntedankfest fallen in die gefährlichste Kategorie, erreichen satte fünf von fünf möglichen Punkten auf der Skala. Ein Familienfest mit dem Gefährdungspotenzial einer Fußballgroßveranstaltung? "Bei unseren Planungen haben wir natürlich auch die Katastrophe von Duisburg im Hinterkopf." Im Fall einer Panik etwa gebe es in den engen Gassen der Innenstadt etliche neuralgische Punkte, zumal dort dann viele Stände und Buden platziert sein werden. Gleiches gilt nach Angaben Bergts für den Brandfall. "Wenn es in der Jacobsgasse brennt und dort alles voller Besucher ist - wie kommen wir dann durch? Wo sollen die Leute hin?" Planungen nach dem Motto "Es wird schon nichts passieren" - darauf wolle man sich lieber nicht verlassen.

Nach Rücksprache mit Fachleuten und intensiven Beratungen habe die Gefahrenstufe gleichwohl etwas gesenkt werden können. Bergt rechnet damit, dass das Konzept bestätigt wird: "Allerdings werden wir bis zuletzt daran arbeiten." Manche Dinge seien einfach nicht vorhersehbar. Die bereits vor Wochen geschätzten Kosten von rund 15000 Euro für den Einsatz von Feuerwehr und DRK würden wohl auch in dieser Höhe anfallen. Doch selbst für diesen Batzen Geld könne keine völlige Sicherheit garantiert werden. Markus Tiedke

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Beim Trebsener Festumzug anlässlich des Stadtjubiläums kam es zu einem unangenehmen Auftritt. Ein paar Neonazis hatten die Gelegenheit genutzt und sich in den Umzug gemischt. Mit einem Propaganda-Plakat zogen sie für kurze Zeit mit den Bildern und Wagen umher, bis sie gestoppt wurden. Ähnliches soll in Wurzen beim Festwochenende möglichst verhindert werden. Die Stadt hat deswegen prophylaktisch für die drei Tage ein Verbot für alle Parteien erlassen, das Festwochenende für politische Zwecke zu nutzen. Denn die NPD hatte im Vorfeld schon versucht, einen Stand für das Landeserntedankfest zu buchen. "Wir sind nicht so blauäugig zu glauben, dass die Rechtsextremen Wurzen und das Festwochenende auslassen", sagt Stadtsprecherin Cornelia Hanspach. "Wir werden aber versuchen, Störungen zu verhindern." Große Bedeutung misst Hanspach den Neonazis und ihren Aktionen aber nicht bei. "Für uns als Verwaltung ist das in erster Linie lästig." kol

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