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Schwachstellen bei der Jugendarbeit

Jugendhilfeausschuss diskutiert erste Bilanz der neuen Strukturen

Landkreis Leipzig. Probleme mit den Öffnungszeiten von Jugendhäusern, eine dünne Personaldecke, mancherorts zu geringe Besucherzahlen: Die Bilanz, die das Jugendamt nach acht Monaten neuorganisierter Strukturen und Verantwortlichkeiten in der Kinder- und Jugendarbeit zieht, weist Schwachstellen auf. Sie würden den Erfolg nicht in Abrede stellen, so der Tenor im Jugendhilfeausschuss, doch die Probleme müssten behoben werden.

Ob Jugendhäuser oder Sozialarbeit in den Schulen, ob ehrenamtlich geleitete Treffs auf dem Land oder lose Initiativen: Das Jugendamt sowie die Städte und Gemeinden des Landkreises kümmern sich neben den etablierten Vereinen und Trägern um diese Themen. Wie tragfähig die seit dem Jahresbeginn neuen Strukturen sind und wo es Änderungsbedarf gibt, wollte jetzt der Jugendhilfeausschuss wissen. "Ein Problem ist die personelle Situation", sagte Jugendamtsmitarbeiterin Ria Albrecht vor dem Ausschuss. In 24 der insgesamt 27 Jugendhäuser gebe es sozialpädagogische Fachkräfte. Oft seien die in ihren Einrichtungen allein, was zwangsläufig die Öffnungszeiten begrenze. Über Förderprogramme der Agentur für Arbeit und der Jobcenter zeitweilig eingesetzte Mitarbeiter könnten dieses Manko nicht ausgleichen. Abgesehen davon führte die zeitliche Begrenztheit dieser Maßnahmen zu einer Fluktuation, die einer erfolgreichen Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen zuwiderlaufe. "Zusätzliches und geeignetes Personal für die Einrichtungen zu bekommen, ist keine Aufgabe der Verwaltung, sondern eine politische", sagte Albrecht den im Ausschuss sitzenden Vertretern aus Politik und Wohlfahrtsverbänden.

Neu geregelt ist seit dem Jahresbeginn die beratende Unterstützung der vielen ehrenamtlichen Jugendklubs. In den meisten Fällen ist dieser Part an eines der Jugendhäuser angebunden, was nicht immer gut zu handhaben sei. Unterschiedlich ist offenbar die Besucherfrequenz der Einrichtungen. Hier, so Albrecht, müsse man Ursachenforschung betreiben: Stimmen die Angebote nicht? Sind die Jugendlichen zu stark eingebunden? Lehnen sie Betreuung schlicht ab?

In 27 Schulen des Landkreises soll es Sozialarbeiter geben. Nachdem mit Beginn des neuen Schuljahres das auch an der Mittelschule Pegau gesichert ist, ist nunmehr nahezu an allen Mittelschulen, Gymnasien und Lernförderschulen Schulsozialarbeit etabliert. "An unseren Planungsgrundsätzen werden wir nicht rütteln. Aber wir werden die eine oder andere Position überprüfen", kündigte Jugendamtsleiter Thomas Pfeifer an. "Was wir erarbeitet haben, ist eine kostbare Sache", sagte Christian Kamprad von der Arbeitsgemeinschaft der freien Träger. Die dürfe man nicht in Frage stellen, wohl aber fragen: Wer prüft, ob die Standards umgesetzt werden? "Wir sind gern bereit, Unterstützung zu geben", sagte Enrico Opitz, Koordinator des Kinder- und Jugendringes Landkreis Leipzig. Vor allem was die verschiedenen Interessenlagen der Heranwachsenden angehe, könne man sich einbringen.

Im November soll der Ausschuss auf Grundlage von Gesprächen und Analysen vor Ort beraten, was sich umsetzen lässt. Landrat Gerhard Gey (CDU): "Dann werden wir unsere Strategie abstimmen." Ekkehard Schulreich

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