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19. Gedenkmarsch gedachte am Sonntag der Opfer der Todesmärsche

Pressemitteilung

Redner_innen mahnten, auch heute wachsam zu sein und Engagement zu zeigen

Wurzen, 08.05.2018: Insgesamt nahmen am 19. Gedenkmarsch für die Opfer der Todesmärsche im Muldental am Sonntag, den 6. Mai etwa 120 Menschen teil. Seit 2001 wird der Marsch bereits organisiert und führt von Borsdorf über Gerichshain, Machen und Bennewitz nach Wurzen. An allen Orten fanden Personen aus den Gemeinden Gedenkworte, die sie an die Teilnehmenden richteten. In Borsdorf begrüßte Bürgermeister Ludwig Martin und mahnte an, auch weiterhin wachsam zu sein, damit nie wieder Menschen andere Menschen unterdrücken mögen.

 

GM 2018.1

Der Chor der Evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Gerichshain und Pfarrer Enge gestalteten vor der Kulisse der Kirche ein eindrucksvolles Programm aus Liedern, Worten und Gebet. Auch hier der Tenor, aus der Geschichte zu lernen und die Verbrechen von vor 73 Jahren als Anlass zu nehmen, stets dort Engagement zu zeigen, wo es Ungerechtigkeit gebe und die Würde der Menschen mit Füßen getreten werde. Die Machenerinnen und Macherner gedachten an der kleinen Gedenktafel dem polnischen Mädchen, welches an jener Stelle 1945 von SS-Schergen ermordet wurde. Bettina Fuß vom Zukunft Mache(r)n e.V. richtete anschließend Worte zum Geleit an die Gäste und nahm hier - wie ihre Vorredner_innen in den beiden anderen Orten auch - deutlich Bezug zum Heute und den aktuellen Problemen in Politik und Gesellschaft.

Nach einer Mittagspause fanden sich dann am Gedenkstein vor dem Jugend- und Freizeittreff in Bennewitz mehrere Dutzend Menschen ein, um der kleinen Rede des dortigen Bürgermeisters Bernd Laqua zuzuhören, welcher gleichzeitig auch die hinzugekommenen Teilnehmer_innen aus Leipzig begrüßen konnte. Diese hatten bereits vorher schon in Leipzig der Opfer der Todesmärsche in einer ähnlichen Veranstaltung gedacht. Ab hier verlief der Weg des Gedenkmarsches über die Muldenbrücke entlang der B6 dann auch eben jener Strecke, die im kalten Frühjahr 1945 die unzähligen Zwangsarbeiter der Leipziger Rüstungsindustrie marschieren mussten und welche Viele nicht überlebten. Renate Peinel, bis 2017 langjährige Vorsitzende des Leipziger Bundes der Antifaschisten, zitierte in ihrer Gedenkrede auf dem Wurznener Friedhof unmittelbar von den Gräbern von Opfern der Todesmärsche aus der Geschichtsforschung. So z.B. den Fakt, dass ein großer Teil der damals Marschierenden polnische Jüdinnen waren. In Vertretung des Wurzener Oberbürgermeisters, begrüßte hier dessen 2. Stellvertreter Peter Poppe die Gäste. Die Erinnerung an die Verbrechen drohe zu verblassen und damit das Wissen darum, wie zerbrechlich die Demokratie, wie dünn die Decke der Zivilisation sein könne.

 

Mit mahnenden und würdevolle Gedanken sowie einem eindrucksvollem Gebet des Wurzener Pfarrers der Evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Alexander Wieckowski fand die Veranstaltung ihren Abschluss. Viele Gäste legten Gebinde und Blumen nieder. Dankbare Unterstützung erfuhren die Organisator_innen wieder vom Wurzener Kulturbetrieb.

 

GM 2018.2

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