2003 | Netzwerk für Demokratische Kultur e.V.

nixlos?

Unser kleiner Held von nixlos?

Unsere interaktive Internetplattform „nixlos? – dann mach was los“ ruft zur landkreisweiten Vernetzung von Jugendinitiativen und -gruppen, Akteuren der Kinder- und Jugendhilfe sowie zivilgesellschaftlichen Partnern auf.

InUmMitWurzen

Plakataktion

Aktive Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Rassismus in Wurzen und Umgebung - plakative und performative Aktionen im öffentlichen Raum.

NDK auf facebook

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Hier findet ihr das NDK auf facebook.

2003

01.01.2003

Wurzen: Vier Geschäfte von vietnamesischen Händlern sind die Scheiben eingeworfen worden (Kuntzstrasse, Jacobsplatz). Dabei wird auch auf eine Frau geschossen (Rakete), ihr Freund mit einem Baseballschläger bedroht und versucht ihn damit zu schlagen. Sie sollte auf den Laden (Vietnamese) aufpassen. Im Laden wurden durch die Rakete Kleidungsstücke in Brand gesetzt. Die Frau konnte erst Tage später Anzeige erstatten, da die Polizei zwar in der Nacht zufällig am Tatort war, die Frau aber nie befragte.

Brandis: (12 km von Wurzen) Ein Mann mit Freundin wird von 5 rechten im Wiesengrund überfallen und geschlagen. Der Mann erleidet Verletzungen. Sie erstatten Anzeige.

Dieselben Täter überfallen im Wiesengrund eine Fete Jugendlicher. Deren Eltern kommen zu Hilfe. Zwei Verletzte, davon ein Vater.

Polizei kam sehr spät. Hatte sich verfahren. Täter sind denen bekannt. Anzeigen wurden erstattet.

Trebsen: (11 km von Wurzen) Vermutlich rechte Jugendlichen haben das Haus in dem ein Libanese mit seiner Familie wohnt beschossen und ausländerfeindliche Slogans gerufen.

Trebsen (11 km von Wurzen) hat seit Jahren einen Jugendklub (DRK), der von extrem rechten Jugendlichen besucht wird. Gegenwehr gibt es kaum im Ort. Nach massiver Kritik von Organisationen (MBT) und Behörden (PD) an der dortigen Jugendarbeit (DRK-Jugendarbeitschef Detlef Hupfer) wird der Club noch vor dem Sommer geschlossen.

22.01.2003

Wurzen: Die Büste des Wurzener Antifaschisten Albert Kuntz wird in der Nacht vor seinem Todestag im Stadtpark von seinem Gedenkstein geschlagen und im Parkteich versenkt. Da wird sie erst im April gefunden. Die PDS erstattet Anzeige.

März 2003

Machern: (6 km von Wurzen) Ein Schüler der Mittelschule wird während des Sportunterrichts durch Rechte verletzt. Ihm reißen durch deren Attacke gegen ihn die beiden Trommelfelle in den Ohren. Er muss stationär behandelt werden. Die Sportlehrerin greift nicht ein.

Zudem zieht gerade ein Nazi-Versandhandel (Nähe zu Blood&Hounor-Szene) aus Schildau nach Machern. Die Polizei ermittelt zusammen mit der Soko Rex, beobachtet die Aktion und will ”zuschlagen”, wenn er denn alle Waren in Machern hat, so die Polizei. Dazu kommt es jedoch nicht, da das LKA im Juli eine Razzia macht, ohne es mit den ermittelnden Behörden abzustimmen. So wird das Ganze zu einem ”Schlag ins Wasser”. Inhaber des als Sonnenstudio (Lust auf Bräune?) getarnten Vertriebs ist Thomas P., der in den 90er Jahren zu den führende Köpfen von Blood & Honour gezählt wurde und ausgezeichnete Kontakte in die Rechtsrockszene pflegt. Immer wieder wird in den kommenden Jahren über P. behauptet, dass er Informant des Verfassungsschutzes sei.

28.03.- 06.04.2003

Wurzen: Zum Rummel auf dem Bürgermeister-Schmidt-Platz gibt es wiederum Pöbeleien und Diskriminierungen anderer durch eine rechte Clique, die sich dort seit einiger Zeit trifft.

01.04.2003

Machern: (6 km von Wurzen) In der Nacht gg. 2.00 Uhr brennt der China-Imbiss vor der Kaufhalle im Gewerbegebiet ab. Ein 16-Jähriger wird später von der Polizei gefasst und gibt die Tat zu. Er hatte das Feuer gelegt. Motiv lt. Polizei unklar. Der Verkaufswagen war seit langem mit Nazisymbolen beschmiert.

Anfang 2003

Dresden: Im sächsischen VS-Bericht wird die Wurzener Band ”Utgard” als rechtsextremistisch genannt. Die hat ihren Proberaum mittlerweile in der Teppichfabrik. Eine andere Wurzener Band, ”Final Destination”, bleibt ungenannt, hat aber ebenso rechtsextreme Mitglieder und Fans.

17.05.03

Wurzen: Drei Jugendliche werden in der Nacht gg. 00.30 Uhr in der Martin-Luther-Straße (Dönerimbiss) von ca. 20 Rechten angegriffen und von mindestens drei Rechten mit Baseballschläger und Totschläger und Stöcken zusammengeschlagen. Ein Jugendlicher wird verletzt und muss ärztlich behandelt werden. Jedoch soll das Krankenhaus eine Behandlung abgelehnt haben, da er alkoholisiert sei, berichtete der Verletzte. Die Polizei ermittelt. Die tw. bekannten Angreifer kamen vermutlich aus dem Nazi-Bandproberaum im Mittelstandszentrum.

Mai 2003

Wurzen: Der ehemalige rechte Schläger Dirk K. ist aus dem Strafvollzug entlassen worden. Seitdem gibt es wieder vermehrt brutale Übergriffe auf andere Jugendliche, Spätaussiedler und Jugendtreffs.

30.05.03

Wurzen: Zum Stadtfest in Wurzen kommt es in der Nacht zum Freitag gg. 01.00 Uhr auf dem Markt zum Übergriff von ca. zehn rechten Jugendlichen auf einen jungen Mann, berichten ZeugInnen. Diesem wird mit einer Eisenstange das Schlüsselbein gebrochen. Es kann jedoch nicht herausgefunden werden, wer das Opfer war.

Über den gesamten Zeitraum des Festes halten sich vor allem nachmittags und am Abend immer wieder bis zu 20-30 Jugendliche auf dem Markt und in der Innenstadt auf, deren rechtsextreme Gesinnung sie u.a. durch Aufnäher, T-Shirts (18 – Old School Racist) zur Schau tragen. Daran gestört fühlen sich nur sehr wenige. OBM Schmidt und diverse Amtsleiter sowie die Leiterin des Kinder- und Jugendhauses als Mitorganisatoren ebenso nicht.

31.05.03

Wurzen: In der Domgasse (LVZ-Gebäude) wird überdimensional laut rechtsextremistische Musik (Sieg Heil, Juden raus, Bullenschweine) aus einer Wohnung heraus abgespielt. Nach Herbeirufen der Polizei durch Anlieger zerstören die Jugendlichen (unter 17 Jahre) eine oder mehrere CDs.

Mai 2003

Wurzen: Die beiden bisher als rechtsextrem eingestuften Bands ”Utgard” – sie wird auch im sächs. VS-Bericht 2002 erwähnt - und ”Final Destination” haben sich angeblich von ihren bisherigen Gesinnungen und Nazifans losgesagt, berichten Zeugen. Letztere probt nunmehr ebenfalls in der Teppichfabrik.

In deren ehemaligen Proberaum im Mittelstandszentrum probt eine neue Faschoband mit Namen ”White Destiny” (Weißes Schicksal), die u.a. RAC machen (Rock against Communism). Die gibt es seit Herbst 2002.

Grimma: In eine Diskothek am Motorenwerk werden seit einiger Zeit schon keine Ausländer als Gäste eingelassen. Dies berichten Ausländer aus Grimma.

21. Juni 2003

Wurzen: In der Wenceslaigasse/ EckeDresdner Straße wird ein 22jähriger Mann gegen 00.30 Uhr von vier Rechten zusammengeschlagen. Er erleidet Prellungen und Hämatome am Körper. Anzeige erstattet er noch nicht. Seinen Aussagen nach sind die bekannten Rechten Dirk K. und Rene M. an dem Überfall beteiligt.

04.07.2003

Wurzen: Ca. zehn mit Schlagstöcken, Baseballschlägern u.a. Waffen ausgestattete rechte Jugendliche schlagen am Bürgermeister - Schmidt - Platz auf eine Gruppe von ca. sieben Spätaussiedlern ein und verletzen mindestens einen schwer. Marcus Müller (NPD Wurzen) soll Gerüchten zufolge angeblich später den Angreifern nahe gelegt haben, an die Opfer Geld als Wiedergutmachung zu übergeben (2000 ¤).

25.07.2003

Hohburg: (ca.12 km) Ca. zehn rechte Jugendliche greifen 15 Kids im Jugendclub Hohburg an und schlagen sie zusammen. Es gibt acht Verletzte, davon drei schwere (Hämatome, Platzwunden). Die Rechten sind durchweg mit Schlagstöcken und sog. Totschlägern bewaffnet. Fünf Täter sind bekannt. Die Polizei ermittelt. Die Opfer machen Anzeigen.

Juli 2003

Wurzen/ Roitzsch: Das LKA macht im ”Happy-Haus” der NPD eine Razzia mit mehreren Dutzend Beamten. Unter anderem setzen sie Spürhunde ein. Die Razzia dauert laut Zeugen ca. zehn Stunden. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass vermutlich kein belastendes Material gefunden wurde. Aber es gibt die Info, dass Marcus Müller und Hausbesitzer Gerhardt Icker ”Pleite” sind und letzterer wohl verkaufen müsse. Durchsucht wird ebenfalls der Versandhandel Front Records in Machern. Belastendes wird vermutlich aber auch nicht gefunden.

14.08.2003

Wurzen: Im gesamten Stadtgebiet gibt es Plakate und Aufkleber zum ”Gedenken an den Märtyrer Rudolf-Heß” mit Werbung für den Nazi-Gedenkmarsch in Wunsiedel.

17.08.2003

Brandis: (15 km) Gegen 22:00 Uhr werden mehrere Jugendliche von vier Rechtsextremen mit Baseballschlägern und anderen Waffen zusammengeschlagen. Zwei werden verletzt. Die Rechten tragen Sturmmasken und können deshalb nicht identifiziert werden.

17.08.2003

Brandis: (15 km) Es findet ein "Boxkampf" zwischen einem rechten und einem alternativen Jugendlichen statt. Die "Regeln" werden vorher verbindlich festgelegt. Streitgegenstand ist die Entschädigung für ein zerrissenes T-Shirt des Alternativen. Der Rechte verliert den Kampf und bezahlt das Shirt. Einige Zeit später werden - als Reaktion auf diese Niederlage - zwei alternative Jugendliche von den Rechten angegriffen und zusammengeschlagen. Die Täter sind maskiert. Strafantrag wird nicht gestellt.

22. 08.03

Wurzen: Am Abend attackieren mehrere Rechte dieJugendlichen am Bahnhof. Dabei werden zwei junge Männer verletzt, einer an der Hand. Sie müssen im Krankenhaus in der Notaufnahme behandelt werden. Anzeige wird erstattet.

23. 08.03

Wurzen: Nach dem Konzert am Domplatz 5 (D5) ”Die Leude woll´n, dass was passiert” überfallen ca. 20 – 30 Rechtsextreme die noch verbliebenen Gäste und Mitwirkende (17 Personen). Gegen 01.00 Uhr fährt ein Konvoi von ca. fünf bis sieben PKW, die voll besetzt sind, auf den Domplatz. Es wird ”Hier marschiert der nationale Widerstand!” skandiert. Die Angegriffenen flüchten panikartig ins Haus und verbarrikadieren die Tür. Diese wird von den Rechten versucht, einzutreten. Es geht eine Fensterscheibe zu Bruch, die Türklinge wird verbogen. Verletzt wird niemand, einige stehen unter Schock. Die Rechten fliehen. Die Polizei kommt 20 min nach den Hilferufen und nimmt Anzeigen auf.

Wurzen: Gegen. 03.15 Uhr zünden Rechte, die mit einem PKW kommen, zwei NDK-Banner an und zerschlagen die Scheibe des Schaukastens vor D5. Dabei verletzt sich einer. Durch Hinweise der Nachbarn und des Krankenhauses werden die Täter ermittelt. PD-Chef Bernd Merbitz bestätigt in einer Stadtratssitzung einige Wochen später auch deren einschlägig bekannte rechte Gesinnung. Anzeige wird erstattet. Aus einem Haus in der Domgasse wird zudem gerufen: ”Ihr werdet brennen!”. In beiden Fällen ermittelt die Kripo bzw. Staatsschutz. Die Polizei fährt vermehrt Streife am Domplatz.

Burkartshain: (6 km von Wurzen) Am Abend schlagen mehrere rechte Jugendliche – zwei sind bekannt – zwei Jugendliche einer Fete des Jugendklubs Burkartshain zusammen. Die Rechten kamen mit einem Taxi. Eines der Opfer wird am nächsten Tag in die Uniklinik Leipzig eingeliefert. Sein Nasenbein ist schwer gebrochen, so dass er operiert werden muss. Er erstattet später Anzeige. Die rechten Angreifer haben schon vorher eine Anzeige gegen ihn gemacht.

25. 08.03

Wurzen: Der von rechten Jugendlichen angemietet Proberaum in der Industriestraße im Mittelstandszentrum wird von der TLG als Vermieter zum 31. August gekündigt. Grund: Lautstärke, Müll, zu viele Partys. In den letzten Wochen hatte sich der Proberaum zu einem Treffpunkt der lokalen rechten Szene etabliert von dem aus vermutlich auch immer wieder Rechte Jagd auf andere Jugendliche machten.

30. 08.03

Wurzen/ Dehnitz: Mehrere Rechte schlagen einen 16-Jährigen, der mit Freunden auf dem Nachhauseweg vom Fest im Fährhaus zur Muldenregatta war, brutal zusammen. Er hat im gesamten Gesichtsbereich Hämatome.

August 2003

Wurzen: Es gibt das Gerücht, dass sich Wurzener Neonazis mit Spätaussiedlern ”einvernehmlich geeinigt” haben und ”zusammenarbeiten” wollen. (siehe auch 04.07.03)

Wurzen/ Roitzsch: (OT von Wurzen) Die als rechtsextrem zu bezeichnende Band ”White Destiny” hat nach der Kündigung ihres Proberaumes einen neuen in Roitzsch/ Nemter Weg (ehem. Luftfiltertechnikgelände), den sie am 05. September lautstark mit einer Party einweihen, so berichten Anlieger.

Die Firma GEA-Klimatechnik als Besitzer des Geländes kündigt ihnen die Räume jedoch sofort zum Monatsende, nachdem ihr die Gesinnung der Jugendlichen durch Hinweise von anderen bekannt wird. Die Band hat seitdem keinen Raum, nahm aber schon in einem Studio in Rostock eine CD auf.

05.09.03

Wurzen: Eine junge Frau mit Kind wird an der Zimmermannskreuzung von Rene M., einem bekannten rechten Schläger, aus seinem Auto heraus bedroht und beleidigt M. ist für mehrere Angriffe der letzten Monate gegen Jugendliche in der Region mit verantwortlich.

14.09.2003

Brandis: Beim Tankstellenfest in Brandis wird ein 16-jähriger Jugendlicher von mehreren Rechtsradikalen zusammengeschlagen. Als Motiv für diese Tat geben die Rechten an, dass ihnen die Frisur des Opfers nicht gefallen habe.

27.09.2003

Brandis: Ein Jugendlicher wird auf seinem Nachhauseweg an der Tankstelle mit Steinen und Glasflaschen beworfen. Die Täter sind mehrere bekannte Brandiser Rechtsextremisten.

08.10.2003

Wurzen: Ein 21-jähriger Wurzener Jugendlicher wird gegen 22.00 Uhr von nach seinen Aussagen ca. fünf rechten Jugendlichen in der Beethovenstraße von seinem Fahrrad gestoßen und geschlagen. Verletzt wird er nicht.

14.10.2003

Wurzen: Ein 19-jähriger Wurzener wird auf dem Rummel (Bürgermeister-Schmidt-Platz) aus einer Gruppe von ca. 20 rechtsradikalen - teilweise bekannten und wegen Körperverletzung vorbestraften - Jugendlichen als "Vaterlandsverräter" beschimpft und von einem Rechten mehrmals ins Gesicht geschlagen, von einem weiteren in Bauch und Rücken getreten. Er erleidet Hämatome im Gesichts- und Kopfbereich.

19./ 20.10.2003

Brandis: Ca. 30-40 Rechte feiern in ihrem zum 31.10.02 gekündigten Jugendtreff am Markt 4 eine lautstarke Abschiedsparty. Anwohner verständigen die Polizei, die aber mit Steinen und Flaschen angegriffen wird. Es wird Verstärkung angefordert und sechs Neonazis (19 – 23) festgenommen und wegen Landfriedensbruch und Widerstand gegen Vollzugsbeamte ermittelt. Der Treff wurde durch die Rechten vollkommen zerstört, das Haus später abgerissen. Betreiber des Treffs ist der CVJM.

Immer wieder kommt es in den letzten Monaten zu Attacken und Bedrohungen der Rechten des Treffs auf andere Jugendliche des Ortes, so berichten ZeugInnen. Der Markt gilt in den Abendstunden als ”No-Go-Area”.

07.11.2003

Wurzen: Der schon am 14.10.2003 von Rechten geschlagene Jugendliche, wird in der Straße des Friedens gegen 23.30 Uhr von drei Rechten attackiert und gegen sein Fahrrad getreten. Sie rufen: ”Kommt, die Zecke machen wir platt!”. Den Schlägen kann er ausweichen. Sein Fahrrad wird jedoch zerstört, er kann, ohne weitere Verletzungen zu erleiden, flüchten. Er erstattet Anzeige. Einer der Täter trug eine Bomberjacke mit dem in altdeutscher Schrift gehaltenen Zug ”White Power”.

08.11.2003

Bennewitz: (1 km von Wurzen)ZweiBennewitzer Neonazis schlagen in Bennewitz einen Jugendlichen mit Zaunslatten und verletzten ihn. Zuvor verfolgen und beschimpfen sie dessen Schwester und deren Freund, den sie ebenfalls schlagen. Die Opfer erstatten Anzeige.

08.11.2003

Olganitz: (bei Dahlen, ca. 20 km von Wurzen im Landkreis Torgau-Oschatz)
Im Schullandheim findet von Nachmittag an bis in die Abendstunden hinein ein Treffen eines Vereins "Freies Deutschland" statt. Es nehmen ca. 30 Rechtsextreme teil, darunter auch Frauen. In den Vorträgen der drei Redner,u.a. Wolfgang J. ist, geht es u.a. um den 2.Weltkrieg. Unfreiwillige Zeugen berichten von ausgelegten Infomaterial und Aufklebern. Der Leiter der Einrichtung wiegelte nach Hinweis der Zeugen auf die Veranstaltung ab, er kenne ja die Eltern eines der Teilnehmer. Angemeldet war die Veranstaltung als Geburtstagsfeier. Träger des Heimes ist das Bildungs- und Sozialwerk Muldental.

Herbst 2003

Bundesrepublik/ Wurzen: Der ehemalige und verurteilte Rechtsterrorist Harold Lothar Sch. bezichtigt in einem abstrusen Bericht (Der Anschlag) via Internet Marcus Müller und einen Dennis L., mittels Waffengewalt Michel Friedmann töten zu wollen. Er berichtet ausführlich von geheimen Treffen in Wurzen und Geldübergaben an Müller. Des weiteren bezichtigt er L. als Informant des Mossad und deutscher Geheimdienste, der ihn, Sch., ruiniert hat. Interessant: In einem Schreiben an Sch., weist Müller dessen Vorwürfe zurück und spricht sehr ausführlich über die “nationale Arbeit” in Wurzen in den vergangenen Jahren.

09.12.2003

Grimma: Ein Verfahren vor dem Amtsgericht Grimma gegen den ortsansässigen Handwerker D. wegen einer Ordnungswidrigkeit wird eingestellt. Dieser begreift sich nicht nur als Bürger des vierten "Deutschen Reiches", sondern die Sächsische Staatskanzlei wirft ihm auch die Benutzung eines entsprechenden Ausweises zu Legitimationszwecken vor. Die Richterin lässt sich den Ausweis vorlegen. Sie stellt fest, auf dem Dokument nichts erkennen zu können und schlägt daraufhin die Einstellung des Verfahrens vor. Als Publikum sind bei der Verhandlung auch zahlreiche weitere "Reichsbürger" anwesend, u.a. Marcus Müller.

10.12.2003

Wurzen: Ein 19 Jahre alter Wurzener wird gegen 13 Uhr durch einen - mittlerweile bekannten - Rechten vorsätzlich mit dessen PKW in der Straße des Friedens angefahren und geschlagen. Verletzt wurde er nicht, sein Fahrrad jedoch demoliert. Er erstattete Strafantrag. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung und Fahrerflucht. Einer der Tatverdächtigen wird später als Rene M. identifiziert.

12.12.2003

Wurzen: Der bekannte Rechtsextreme Rene M. versucht gegen 01.00 Uhr einen 22-Jährigen mit seinem PKW auf der B6 in Höhe der Esso-Tankstelle anzufahren. Der Betroffene kann ausweichen und bleibt unverletzt.

Dezember 2003

Wurzen: Marcus Müller gibt sein Stadtratsmandat auf. Nachfolger wird Wolfgang Schroth. In der LVZ erscheint eine kleine Meldung zum Abschied Müllers. Er bleibt jedoch Kreisvorsitzender der NPD und meldet im Frühjahr 2004 für Trebsen (21.5.) und Mutzschen (16.5.) je eine Wahlkampfveranstaltung der NPD an. Er wohnt nun in Wetteritz am Rande des Muldentalkreises bei Mutzschen, wo er sich auch als Kandidat zu den Kommunalwahlen stellt..

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