2005 | Netzwerk für Demokratische Kultur e.V.

nixlos?

Unser kleiner Held von nixlos?

Unsere interaktive Internetplattform „nixlos? – dann mach was los“ ruft zur landkreisweiten Vernetzung von Jugendinitiativen und -gruppen, Akteuren der Kinder- und Jugendhilfe sowie zivilgesellschaftlichen Partnern auf.

InUmMitWurzen

Plakataktion

Aktive Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Rassismus in Wurzen und Umgebung - plakative und performative Aktionen im öffentlichen Raum.

NDK auf facebook

NDK auf Facebook

Hier findet ihr das NDK auf facebook.

2005

11. 01.2005

Wurzen: In der LVZ erscheint eine Meldung, dass es bisher keine Spuren von den Tätern des Bombenanschlags vom 06./07.11.2004 gibt. Die Auswertung der am Tatort gefundenen DNA-Spur habe noch kein Ergebnis gebracht.

23. 02. 2005

Wurzen: Mit einer Plakatierungsaktion haben in der Nacht zum Mittwoch mutmaßlich Neonazis dem am 23.Februar 1930 verstorbenen Neonazi und rechten Märtyrer Horst Wessel gehuldigt. Im gesamten Stadtgebiet wurden farbige Portraits Wessels mit dem Schriftzug “Am 23.Februar 1930 hörte ein starkes Herz auf zu schlagen. Ermordet durch rote Hand!”. Verantwortlich zeigen sich der aus Rostock stammende Lars J., einschlägig bekannter und vorbestrafter Neonazi und Leugner des Holocaust sowie das in Norddeutschland berüchtigte rechtsextreme Internetportal www.widerstandnord.com.

05.03.2005

Neundorf (Landkreis Annaberg): Auf dem 13. Landesparteitag der NPD Sachsen wird der Muldentaler NPD-Kreisvorsitzende und Landtagsfraktionsmitarbeiter Müller in den Vorstand der Landespartei gewählt. Winfried Petzold bleibt Landeschef.

29.03.2005

Wurzen: In der Kleingartenanlage Am Güterbahnhof (Schwarzer Weg) treffen sich immer wieder rechte Jugendliche im Gartengrundstück eines bekannten Wurzener Rechten. Weitere Treffpunkte Rechter sind wieder der Spielplatz im Rosental und Front Records in der Rathenau-Straße 18. In Roitzsch probt noch immer eine mutmaßlich rechte Band in einem alten Gebäude im Eichenweg.

12.05.2005

Mutzschen: (20 km) Bei einer Informationsveranstaltung zu Rechtsextremismus in der Kirche sind ca. 30 NPDler und deren Sympathisanten anwesend und versuchen, die Diskussion anhand von sozialdarwinistischen und ausländerfeindlichen Reden an sich zu ziehen, was auch stellenweise zu gelingen scheint. Vertreten sind einschlägig bekannte junge und alte Männer aus dem Muldentalkreis (Müller, Icker) sowie ein Mitarbeiter der NPD-Fraktion im Landtag, die wenigsten sind aus Mutzschen selbst

23./24.05.2005

Brandis (15 km) / Wurzen: Das Muldentaler Forumveranstaltet in beiden Städten Informationsabende zu Rechtsrockmusik und rechtsextremen Vertrieben. Referent Christian Dornbusch von der FH Düsseldorf geht auch auf das Wurzener Label Front Records ein, welches zu den bundesweit fünf größten Vertrieben mit einem geschätzten Umsatz von mehreren hunderttausend Euro im Jahr gezählt wird. An beiden Abenden halten sich rechte bzw. sympathisierende Beobachter in der Nähe auf bzw. waren angebliche. Auch Inhaber P. erscheint in Wurzen kurzzeitig in der Nähe des Veranstaltungsortes.

28.05.2005

Wurzen: Während des gesamten Stadtfestes sind wieder eine Vielzahl rechtsextremer Jugendliche anwesend, die ihre Gesinnung auf T-Shirts offen zur Schau tragen. Aufdrucke wie “Freiheit für alle Nationalisten!”, “Frei Sozial National”, “White Power” und “Landser” (verbotene rechtsextremistische Band) sind keine Seltenheit. Sie halten sich zeitweise vor allem in der Domgasse und an der Liegenbank auf. Seit Wochen treffen sich zudem Rechte vor der Eisdiele Schönemann am Markt. In der Nacht wird ein Jugendlicher von mehreren Rechten zusammengeschlagen und verletzt. Gegen 00.40 Uhr grölen Jugendliche mehrfach “Sieg Heil!” in der Innenstadt.

Ende Mai 2005

Wurzen: Auf dem Gelände von Front Records wird intensiv gebaut, berichten Zeugen. Auf dem Internetportal ist das Forum wieder geöffnet, nachdem es durch Unbekannte “gehackt” wurde. Gute Kontakte bestehen seit einigen Monaten zwischen Front Records und Aktiven einer Wurzener Kampfsportgruppe. Diese lassen sich von Front Records sponsoren und tragen offen dessen faschistische T-Shirts. Front Records- und Protex-Druck - Werbebanner hingen zudem auf verschiedenen öffentlichen Kampfsportveranstaltungen in Thüringen und Sachsen, bei denen der Vertrieb auch mit Verkaufsständen vertreten ist. Auch Bands sollen wieder in den Räumen der Rathenau-Straße proben. Beides berichteten Zeugen. Gewerbe hat P. in Wurzen (Versandhandel und Verkauf von Textilien und Tonträgern, Veranstaltungsservice), Schildau (beides Hauptniederlassungen) und Machern (Solarium, Textildruck und –handel = Protex-Druck) angemeldet.

07.06.2005

Wurzen: Es findet bei Front Records eine Durchsuchung durch Polizeibeamte des Landeskriminalamtes Sachsen (Soko Rex), der Polizeidirektion Westsachsen und der Bereitschaftspolizei statt, die mit mehreren Kleinbussen und PKWs anrückten. Laut Staatsanwaltschaft Leipzig wurden 89 Tonträger und 192 Booklets mit Hakenkreuzabbildung beschlagnahmt. Ermittelt wird wegen Verdachts der Verwendung verfassungsfeindlicher Kennzeichen und Volksverhetzung, bestätigte die Staatsanwaltschaft Leipzig. Begonnen hatte die Durchsuchung gegen 9 Uhr und dauerte mehrere Stunden. Durchsucht wurden auch Räume und eine Wohnung des beschuldigten Inhabers des Vertriebes, Thomas P., in Machern.

11.06.2005

Wurzen: Die Homepage von Front Records wurde überarbeitet online gestellt. Statt des wie bisher auf der Startseite abgebildeten Ian Stuart Donaldson (verstorbener Skrewdriver-Sänger) wird man nun durch deutsche Wehrmachtssoldaten mit Stahlhelm und Maschinengewehr begrüßt. Insgesamt ist die Page militaristischer, nationalsozialistischer und aggressiver gestaltet.

Im Online-Shop der Wurzener Kampfsportgruppe Fighting Fellas werden u.a. rechtsextremistische CDs verkauft. Auch das Textilangebot ähnelt auffallend dem von Front Records. Die Faxnummer des Fellas-Shops ist dieselbe Telefon- und Faxnummer wie bei Front Records.

13.06.2005

Leipzig: Im Landgericht findet gegen sechs Täter die Berufungsverhandlung wegen des Überfalls auf Jugendliche im Hohburger Jugendclub (25.07.3003) statt. Staatsanwaltschaft und Verurteilte hatten den neuen Prozess durchgesetzt. Während des Prozesses ziehen zwei die Berufung zurück und anerkennen somit ihr Urteil, die anderen vier plädieren auf Freispruch. Ihr Urteile fallen indes um einiges höher aus, als die des Grimmaer Amtsgerichts: einmal neun statt sechs Monate Haft, zweimal 12 statt sechs Monate Haft (alle wiederum auf zwei Jahre Bewährung) und einmal 15 statt zehn Monate Haft ohne Bewährung. Die Kosten des Verfahrens und der Nebenklage tragen die Verurteilten.

25.06.2005

Grüna/ Chemnitz: Beim außerordentlichen Landesparteitag der NPD zur Bundestagswahl 2005 wird der sächsische NPD-Vorsitzende Winfried Petzold (Roda/ Mutzschen) auf Listenplatz drei und der Muldentaler NPD-Chef Müller auf den Listenplatz 13 gewählt. Platz eins hat Landtagsfraktionschef Apfel inne.

16./17.07.2004

Wurzen: In der Nacht vom Freitag zum Sonnabend bedrohten ca. 25-30 Neonazis die Gäste einer Kultursommer-Veranstaltung des Netzwerks für Demokratische Kultur e.V. (NDK) auf dem Domplatz 6 in Wurzen. Zwei Gäste erlitten dabei schockähnliche Zustände. Mit Hilfe der Polizei wurden sie zum Verlassen des Geländes gezwungen, belagerten aber weiter den Domplatz. Die Neonazis verlangten lautstark Eintritt zum Gelände und hatten bereits das an der Außenmauer befestigte Kultursommer-Banner in Brand gesteckt und ein Fahrrad demoliert. Die Beamten nahmen von einigen die Personalien auf und forderten Verstärkung an. Bis diese eintraf, bemühten sich sie sich, die provozierende Parolen wie “Hier marschiert der nationale Widerstand!” skandierende Gruppe vor dem mittlerweile geschlossenen Tor zurückzuhalten. Um 2:30 Uhr löste die Polizei mit Hilfe weiterer Verstärkung die Zusammenrottung der Neonazis auf dem Domplatz endgültig auf. Mehrere verängstigte Gäste wurden nach Hause geleitet. Das NDK erstattete Strafanzeige.

23.07.2005

Wurzen: Zu einem Direktverkauf in der Rathenau-Straße lädt Front Records ein. Geworben wird mit Preisnachlass: Jedes Shirt 10 Euro. Für Musik, Essen und Getränke sei auch gesorgt. Vermutlich gab es auch Livemusik. Die Veranstaltung wurde angeblich auch angemeldet.

Juli 2005

Bundesrepublik: Im Antifaschistischen Infoblatt erscheint ein Artikel über Verbindungen von sogenannten Fight Clubs und der rechtsextremen Szene. Benannt werden auch die Wurzener Kampfsportgruppe Fighting Fellas und deren Beziehung zu Front Records.

Wie Insider aus Wurzen informieren gibt es bei einigen Aktiven innerhalb der Kampfsportgruppe mittlerweile großen Widerstand gegen die starke Infiltration durch Rechte, die Zusammenarbeit mit Front Records und die Politisierung ihres Sports.

Wurzen: Direktkandidat der NPD zur Bundestagswahl am 18.September für den Wahlkreis Muldental ist der Kreisvorsitzende und Mitarbeiter des Landtagsabgeordneten Schön Marcus Müller.

Wurzen: Bereits mehrmals in den letzten Wochen wird ein Jugendlicher aus Wurzen Opfer rechter Schläger. Ihm wird aufgelauert, er wird mehrfach bedroht und verletzt. Vor einem Anzeigen der Straftaten schreckt er trotzt der massiven Übergriffe auf ihn und aus Angst noch immer ab.

05.08.2005

Wurzen: Laut einer anonymen Meldung gibt es durchaus ernst zu nehmende Informationen, dass ein bekannter Wurzener Neonazi (Kai D.) die sogenannte Schulhof-CD “Anpassung ist Feigheit” in Wurzen und Umgebung verteilen will. An der Verteilung soll auch der AltenburgerThomas Gerlach - Anmelder einer Neonazi-Demonstration am 17.08. in Altenburg - beteiligt sein. Es soll sich um etwa 300-400 CDs handeln, die Kai D. erhalten solle. Die Information wurde an die Polizei weitergeleitet.

07.08.2005

Wurzen: Ein Infostand von NDK und Mobilen Beratungsteam auf dem Wurzener Markt wird von einem vermummten Mann angegriffen und mit einem Urinbeutel beworfen. Ein couragierter Wurzener kann ihn jedoch am Fliehen hindern und überwältigen. Er wird jedoch massiv von ca. zwölf plötzlich eintreffenden rechten Männern bedroht. Die wenig später eintreffende Polizei nimmt den Angreifer mit. Es wird Anzeige gegen ihn gestellt. Unter den Rechten ist auch der Front Records Inhaber P.. Dieser stellt noch am selben Tag Anzeige gegen das NDK wegen des “Aufrufs zum Mord”. Durchsetzen will er das mit seiner in rechtsextremistischen Kreisen der Bundesrepublik berüchtigten Rechtsanwältin Gisa Pahl aus Hamburg. Zeugen berichten später, dass sich der Angreifer – ein Leipziger - kurz vor der Attacke am Markt auf dem Gelände des Front Records Versandes in der Rathenaustraße aufhielt.

27.09.2005

Bundesrepublik/ Wurzen: Es wird der Einbruch in den Internetauftritt des rechtsextremen Versandes Front Records gemeldet. Dabei wurden mehr als 2500 Namen und Adressen von Bestellern öffentlich zugänglich gemacht. Im wenig später ebenfalls “gehackten” Naziportal Freier Widerstand wird Inhaber P. scharf von seinen eigenen Kameraden wegen seiner großer Internet-Sicherheitslücken angegriffen. Er selbst äußert sich diesen Angriffen gegenüber teilweise sehr abfällig.

19.10.2005

Wurzen: Wie die Leipziger Staatsanwaltschaft der Bürogemeinschaft in der Bahnhofstraße 19 schriftlich mitteilt, wurde das Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt zum Tatvorwurf des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion eingestellt. Ein Täter konnte bisher nicht ermittelt werden. Wie berichtet, haben in der Nacht vom 6. zum 7. November 2004 Unbekannte zwei Sprengkörper an Schaufenster und Eingangstür der Gemeinschaftsbüros von Mobilem Beratungsteam, Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt AMAL und dem Netzwerk für Demokratische Kultur angebracht und gezündet. Verletzt wurde niemand, es entstand Sachschaden in Höhe von ca. 1000 Euro.

Ermittlungen von Polizei bzw. Staatsanwaltschaft laufen derzeit noch zum Überfall auf eine Kultursommerveranstaltung des NDK am Domplatz im Sommer dieses Jahres durch Rechte und zum Überfall auf den NDK-Infostand auf dem Markt im September. Zu von Front Records - Inhaber P. angestrengte Anzeigen gegen das NDK zum Vorwurf des "Aufrufs zum Mord" laufen ebenfalls noch Ermittlungen.

01.11.2005

Wurzen: Der selbsternannte “Chef” der so genannten Wurzener Bruderschaft Fighting Fellas (gewalttaetersport de) Matthias E. hat an der Heckscheibe seines Kleinbusses ein Plakat angebracht, auf dem er gegen “Linksfaschisten” – gemeint ist das NDK – hetzt und Fotos einiger Aktiver des Vereins veröffentlicht. E. kann mittlerweile neben Thomas P. von Front Records als eine zentrale Figur des lokalen Rechtsextremismus eingeschätzt werden. In einem Beitrag des Fernsehmagazins Kontraste über die derzeit sehr populären Freefight-Clubs wird der fortschreitende Einfluss von Rechtsextremisten auf diesen Sport bzw. dessen Veranstaltungen thematisiert. Beispiel hier: Wurzen. Mutmaßlich beteiligt ist dabei neben Front Records als Sponsor immer wieder auch der o.g. Kampfsportclub und Matthias E.. “Trainiert” wird in einem Gebäude in der Dresdner Straße, dessen Vermieter der Besitzer eines angrenzenden Autohauses ist. In dem Gebäude fand laut Zeugen und Internetberichten bereits mindestens eine sogenannte Free-Fight-Veranstaltung statt.

05.11.2005

Wurzen: An diesem Samstagabend kann in den Räumlichkeiten des rechtsextremistischen Versandhandels Front Records in der Walter-Rathenau-Straße 18 (ehemals Fleischerei) in Wurzen wiederholt ein Konzert mit vier mutmaßlich rechtsextremistischen Bands stattfinden. Anwesend waren - so vorliegende Informationen - mehr als 200 Personen der rechtsextremen Szene aus ganz Sachsen, u.a. aus den Landkreisen Döbeln, Delitzsch-Eilenburg, Torgau-Oschatz, Leipziger Land, Saalekreis sowie aus Dresden und Leipzig. Presse und Polizei waren im Vorfeld über die Veranstaltung informiert worden.

13.11.2005

Wurzen: Zum Volkstrauertag haben unbekannte mutmaßlich Rechte einen Kranz am Denkmal für gefallene deutsche Soldaten der beiden Weltkriegeam alten Friedhof niedergelegt. Zeugen berichten, dass die dazugehörige Schleife mit folgendendem Spruch geziert ist: Geheiligt sei der Toten Name, die nie das große Werk vollbracht. Dem sie ihr junges Leben weihten, in ihres Vaterlandes Nacht. Deutsche Jugend 2005.

Eine Recherche vor Ort zeigte, dass die Schleife abhanden gekommen war.

15.11.2005

Wurzen: Drei alternative Jugendliche werden in der Diskothek Victoria (Dresdner Straße), die als "Kurve" bekannt ist, von mutmaßlich rechten Besuchern bedroht. Einer wird geschlagen und verletzt. Ein weiteres Opfer erleidet durch einen anwesenden Securitymitarbeiter einen Nasenbeinbruch. Die drei wurden nach Verlassen des Lokals von mindestens einem Rechten weiter verfolgt. Anzeigen wurden durch die Betroffenen gestellt. In der "Diskothek" sind, so ZeugInnen, immer wieder bekannte Wurzener Rechte anzutreffen.

26.11.2005

Wurzen: Während und nach der Fußballbegegnung des FC Lok Leipzig und des ATSV Wurzen in Wurzen kommt es zu massiven Ausschreitungen. Fans bewerfen Polizeibeamte mit Ziegelsteinen, Fahrrädern, Wassertonnen, Flaschen und Feuerwerkskörpern. Randalierer kippen einen in der Nähe abgestellter Funkwagen um und zerstören diesen. Insgesamt gibt es 18 verletzte Polizeibeamte. Zwei Tatverdächtige werden vorläufig festgenommen, die Auswertung des Videomaterials dauert an, so die Polizei. U.a. wird einer der Verantwortlichen in den Reihen des SV 84 Roitzsch (OT Wurzen) ausgemacht. Veröffentlichte Fotos der Muldentaler Kreiszeitung und Zeugenaussagen lassen deutlich auf die aktive Beteiligung Wurzener Rechter aus dem Umfeld der Fighting Fellas gewalttätersport.de) und Front Records an den Ausschreitungen schließen. In einem Eintrag vom 1. November auf der Fanpage www.lok-forum.de “laden ab 10.00 Uhr die Fighting Fellas Brotherhood+LOK-Fanclub Wurzen ´Wir sind die Größten der Welt´ in das Boxgym Dresdner Straße ein. Es wird eine private Fanparty aller Fraktionen stattfinden in der alte und neue Gesichter unserer Fangemeinde sich treffen. Für Speis+Trank und gute Laune wird gesorgt sein. Es wird dann ein gemeinsamer Abmarsch Richtung Wurzner-Stadion stattfinden. In diesem Sinne Sport Frei!”

26.11.2005

Wurzen: In den frühen Morgenstunden überfallen gegen 1.30 Uhr ca. 12 rechte Jugendliche mehrere Gäste des Shops am Bahnhof, die sich vor diesem aufhalten. Dabei werden drei Gäste verletzt, sie erleiden u.a. Hämatome und Schürfwunden im Gesichtsbereicht. Ein Mädchen wird zudem gleichzeitig von einem bekannten und vorbestraften Wurzener am Bahnsteig 1 brutal zusammengeschlagen. Zwei anwesende Bundespolizisten, die aus einem wartenden Zug die Tat sehen, greifen trotz Anruf eines Jugendlichen um Hilfe nicht ein. Sie drohen ihm mit einer Anzeige wegen Beamtenbeleidigung. Der Inhaber des Shop benachrichtigt die Polizei, die mit ca. 6-8 Beamten eintrifft. Ein Täter wird festgenommen. Nachdem die Polizei den Tatort verlässt, verlassen auch die Opfer das Gelände. Den Angegriffenen sind mehrere Täter bekannt, es wird Anzeige erstattet. Die Rechten, die zum größten Teil Wurzener sind, outen sich u.a. lautstark als sogenannte Freefighter und kommen aus der nahe gelegenen Diskothek Victoria (Die Kurve), wie Zeugen berichten. Bereits vor dem Überfall waren drei Rechte vor Ort und beleidigten und bedrohten die Anwesenden, wobei einer der Rechten einem Gast eine Flasche auf den Kopf zerschlug und ihn verletzte. Aber auch nach dem oben beschriebenen Überfall versuchten nochmals ca. 30 Rechte lautstark an den Bahnhof zu gelangen, was jedoch durch die massive Präsenz der Polizei verhindert wurde.

Gera/ Thüringen: Am 26. Dezember konnte in Gera ungestört eine Fight Club Veranstaltung mit Nazis ablaufen. Trotz einer Stadtratsresolution und einer Erklärung der Free Fight Association versammelten sich etwa 400 Zuschauer in der nach dem ermordeten Antifaschisten Erwin Panndorf benannten Sporthalle in Gera, unter ihnen auch mehrere Nazigruppen. Neben unauffällig gekleideten Nazis tauchten auch T-Shirts mit Labels wie *Landser» oder *Hauptkampflinie» auf. Außerdem waren Mitglieder mehrerer Nazibands und Nazi Free Fight Vereinen präsent. Aus Altenburg tauchten Personen der Nazihatecorebands «Moshpit», «Abolition» und «Eternal bleeding» und aus Wurzen Matthias Eichler vom Nazi Free Fight Verein «Fighting Fellas» auf. Dieser betreibt den Onlineshop «Gewalttätersport» und unterhält gute Kontakte zu Thomas P., der den nazistischen Onlineshop «Front Records» betreibt.

Außerdem waren Nazis der Band «Blitzkrieg» aus Chemnitz, die bei anderen Fight Clubs auch in «Hoonara» (Hooligans, Nazis und Rassisten) Gruppen auftreten und Aktivisten aus dem in Deutschland verbotenen «Blood & Honour» Spektrum in der Sporthalle zugegen. Einlass und Ordnerdienst übernahmen Personen des Eastfight e.V. und der Alpha DSD Security, über deren Kontakte in Nazikreise die Antifaschistische Aktion Gera [AAG] Anfang Dezember berichtete. (Quelle und Text: w.w.antifasichistische-nachrichten.de)

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