2007 | Netzwerk für Demokratische Kultur e.V.

nixlos?

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Unsere interaktive Internetplattform „nixlos? – dann mach was los“ ruft zur landkreisweiten Vernetzung von Jugendinitiativen und -gruppen, Akteuren der Kinder- und Jugendhilfe sowie zivilgesellschaftlichen Partnern auf.

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Plakataktion

Aktive Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Rassismus in Wurzen und Umgebung - plakative und performative Aktionen im öffentlichen Raum.

NDK auf facebook

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Hier findet ihr das NDK auf facebook.

2007

01.01.2007

Machern: Durch die Videoüberwachung am Bahnhof Borsdorf und der vermehrten Konrolle durch die Polizei vor Ort "emigriert" die Gruppe Rechter nach Machern, wie Bürger berichten. Die Gruppe war für mehrere Übergriffe auf Passanten, die z.T. mit schweren Verletzungen ausgingen, verantwortlich. Bereits in der Neujahrsnacht schlagen sie nun in Machern zwei Jugendliche und verletzen diese. Die Mitglieder der Gruppe, die sich auch Machenern, Gerichshainern und Borsdorfern zusammensetzt, bedroht in Folge Geschädigte und ZeugInnen der Tat. Quelle: AMAL Sachsen/ Betroffene

Januar 2007

Dresden: In der Ausgabe 74 des „Antifaschistischen Infoblatts“ (AIB) wird berichtet, dass Neonazis aus dem Umfeld der „Freien Kräfte Dresden“ eine „Anti-Antifa“-Datensammlung über ihre Gegner angelegt haben. Zu den gesammelten Informationen sollen tweilweise auch Auszüge aus staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsakten gehören. Unter den über hundert erfassten Personen aus Antifa-Szene, Gewerkschaften, Parteien und Zivilgesellschaft sind auch Mitglieder des Netzwerks für Demokratische Kultur e.V. (NDK). Quelle: AIB

21.01.2007

Brandenburg: Peter Köppe, Vorsitzender der DSU Muldental, ist wie im Vorjahr Ehrengast der Jahresauftaktveranstaltung der sächsischen NPD. Er habe sich gegen die Aufnahme des als Verräter bezeichneten ehemaligen NPD-Landtagsabgeordneten Klaus Baier und dessen Mitarbeiters Jürgen Krumpholz (ehemaliger NPD-Chef von Görlitz) in die DSU ausgesprochen, heißt es. Ähnlich äußert sich Köppe in der Märzausgabe des NPD-Organs „Deutsche Stimme“ über den Zwist zwischen seiner eigenen Partei und der NPD. Die DSU leitet daraufhin im März ein Parteiausschlussverfahren gegen Köppe ein und distanziert sich von einer Zusammenarbeit mit der NPD. Quelle: NPD Sachsen, Deutsche Stimme, DSU Sachsen

28.02.2007

Grimma: Nach mehreren Verhandlungstagen vor dem Amtsgericht Grimma wird das Verfahren gegen Thomas P. mit der Auflage einer Zahlung von 5000 ¤ eingestellt. Der zweite Angeklagte Thorsten K. muss 2000 ¤ zahlen. Auch sein Verfahren wird eingestellt. Gegen den Dritten (Einstellung) wurde bereits früher eine Geldbuße von 500 ¤ verhängt. Über die Einstellung des Prozesses berichtet wenig später auch das „Nationale Infoblatt“ aus Halle, zu dessen Sponsoren „Front Records“ gehört. Der „Bericht“ basiert im Wesentlichen auf einer Pressemitteilung des NDK, ergänzt um die Einschätzung: „Dieses Urteil soll für alle Unterdrückten Nationalisten ein Zeichen sein sich gegen den Staat zu wehren. Das jetzige System macht Fehler und rechnet nicht mit Gegenwehr!“ Quelle: LVZ/ Prozessbeobachter/ Nationales Infoblatt

Februar/ März

Sachsen: Marcus Müller ist nicht mehr im Landesvorstand der NPD Sachsen vertreten. Ob er sich nicht zur Wahl gestellt hatte oder zu wenig Stimmen auf dem Landesparteitag bekam konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.

Quelle: NPD-Homepage

17.03.2007

Mutzschen/OT Roda:‭ ‬Der NPD-Kreisverband Riesa-Großenhain veranstaltet in Roda ein Konzert mit dem rechtsextremen Liedermacher Frank Rennicke,‭ ‬um seine‭ „‬Kriegskasse‭“ ‬für die Kreistagswahl‭ ‬2008‭ ‬zu füllen.‭ ‬Nach Angaben von MdL Jürgen Gansel sollen dem dreistündigen Konzert‭ ‬280‭ ‬Gäste gelauscht haben.‭ ‬Die Veranstaltung sollte ursprünglich in Gröditz bei Riesa stattfinden,‭ ‬jedoch fand die Partei dort keinen passenden Ort,‭ ‬da mehrere Gastwirte vorgewarnt waren und eine Halle baupolizeilich gesperrt wurde.‭ ‬Deshalb musste die NPD in den Muldentalkreis auf das Privatgrundstück von Landeschef Winfried Petzold in Roda ausweichen,‭ ‬der sein Gelände immer wieder für solche Veranstaltungen zur Verfügung stellt.‭ ‬Am selben Tag fand zudem in Schildau bei Torgau ein rechtsextremes Skinhead-Konzert mit‭ ‬250-300‭ ‬Besuchern statt.
Quelle:‭ ‬Kleine Anfrage im Landtag,‭ ‬NPD-Riesa-Großenhain

18.03.2007

Wurzen: Während des Antirassistischen Sonntagsspaziergangs der JA/ SAM – Jugendgruppe der Linke/ PDS Muldentalkreis durch Wurzen provozieren und begleiten bis zu zehn Rechte die TeilnehmerInnen und drohen ihnen mit rechtsextremistischen Parolen. Zu Übergriffen kommt es nicht.

Quelle: NDK

19.03.2007

Muldentalkreis: Rechtsextremistische Erscheinungen steigen im Muldentalkreis um über 30 Fälle auf 88 an, teilt Bernd Merbitz (Chef der Polizeidirektion Westsachen ) mit. Während sich Wurzen in den vergangenen beiden Jahren weitestgehend beruhigte, stiegen die Zahen der rechtsmotivierten Straftaten (hauptsächlich Propagandadelikte) in Grimma (Grimma: von acht auf 34, Wurzen: von18 auf elf) sprunghaft an. Weiterhin gibt es im Landkreis fünf rechtsextrem beeinflusste Jugendclubs. Damit steht der Muldentalkreis Regionen wie der Sächsischen Schweiz, dem Landkreis Delitzsch und Chemnitz in nichts nach, so Merbitz. Führend ist der Landkreis, wenn es um die Ausrichtung von rechtsextremen Skinheadkonzerten (Wurzen-Rathenaustraße, Roitzsch, Seelingstädt) geht - diese nehmen inzwischen Größenordnungen von 200-400 Gästen an. Schwierig für die Polizei ist dabei zu unterscheiden, ob es sich um eine öffentliche oder private Veranstaltung handelt.

Quelle: LVZ-Muldental

24.03.2007

Borna: Zu den illustren Gästen bei der Eröffnung der „Nationale Gedenkstätte für die Opfer des Zweiten Weltkrieges durch Bomben, Verschleppung, Vertreibung und Gefangenenlager“ des revisionistischen Vereins Gedächtnisstätte e.V. in Borna gehören auch der NPD-Landesvorsitzende Winfried Petzold aus Mutzschen (OT Roda) und Vertreter des Kreisverbandes der DSU Muldental. Letztere überreichen als Geschenk eine „dekorative Blumenschale“ – zusammen mit Vertretern des NPD-Kreisverbandes und der so genannten „Reichsbürgerbewegung“. Quelle: NPD Leipzig

24.04.2007

Grimma: Landrat Dr. Gerhard Gey kommt einer von NPD-Kreisrat Sven Tautermann übermittelten Gesprächseinladung der so genannten „volkstreuen Jugend“ des Muldentalkreises nach und empfängt diese im Landratsamt. An dem Gespräch über „Probleme der Jugendarbeit“ nehmen jedoch neben drei Jugendlichen auch Tautermann selbst, sein Fraktionskollege Heiko Forwerg sowie der Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Marcus Müller teil. Einer Anfang Mai veröffentlichten Pressemitteilung des Kreisverbandes Muldental zufolge sicherte Gey der „volkstreuen Jugend“ dabei 2000 Euro aus dem aktuellen Bundesmodellprojekt „Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ zu. Gey bestreitet diese Zusage (inzwischen hat er der NPD mittels einstweiliger Verfügung diese Behauptung untersagt). Jedoch verteidigt er zunächst das Gespräch selbst, da für ihn „Toleranz keine Einbahnstraße darstellt.“ Auch zu dem Angebot, der NPD bei der Distanzierung von „extremistischen Tendenzen“ und „Tabubrüchen“ behilflich zu sein, steht Gey weiterhin. Erst nach heftiger Kritik von Bundes- und Landespolitikern der SPD, der Linkspartei und den Grünen, aber auch von Seiten der CDU, bezeichnet der Ladnrat das Treffen schließlich als Fehler. Auf Warnungen verschiedener Experten, sich darauf einzulassen, hatte er zuvor nicht gehört.

Nach der Pressemitteilung der NPD über das Gespräch im Landratsamt besteht die Jugendarbeit der NPD im Muldentalkreis aus Filmvorführungen, Lesungen im kleinen Kreis sowie Vorträgen und Sonnenwendfeiern „mit über 200 Teilnehmern“. Zudem gebe es bereits mehrere „Begegnungsstätten der nationalen Jugend“. Zu leiden haben die nationalen Jugendlichen nach dieser Darstellung unter „Vorverurteilungen“ und (linksextremen) Provokationen. Unterschwellig wird mit „Auseinandersetzungen“ gedroht, die bisher nur dank einer "von hohem Selbstbewusstsein getragenen Disziplin und Toleranz bei den nationalen Kräften" verhindert worden seien. Quelle: LVZ-Muldental, Medien bundesweit

30.04.2007

Grimma: Kurz vor der Distanzierung des Landrats von seiner angeblichen Finanzierungszusage gegenüber der „volkstreuen Jugend“ reicht NPD-Kreisrat Forwerg für diese noch einen Antrag auf Fördermittel ein. Geplant war/ist demnach u.a. eine "Studienfahrt" mit 15 Personen nach Klagenfurt (Landeshauptstadt des von Jörg Haider regierten österreichischen Bundeslandes Kärnten) und eine Vortragsreihe zum Thema "Vielfalt und Pluralismus der Ethnien" (also Rassismus in Form von neurechtem „Ethnopluralismus“). Quelle: Redok.de, LVZ-Muldental, Medien bundesweit

Mai 2007

Machern: Die Gruppe mutmaßlicher Rechter, die bereits am Neujahrstag Jugendliche angegriffen hatte und für weitere ähnliche Taten verantwortlich sein soll, bedroht seit Wochen Zeugen dieser Taten. Die Situation wird aus Sicht von Betroffenen immer prekärer, da sie regelrecht verfolgt, ihnen vor ihren Wohnungen aufgelauert, sie im Ort gejagt werden, wie sie im Mai 2007 berichten. Ein Mädchen wird in Nähe des Bahnhofes ins Gesicht geschlagen und ihr gedroht. Mehrere Mitglieder der Rechten sind bekannt und bereits einschlägig vorbestraft. In Kritik gerät aus Sicht der Betroffenen immer wieder das Verhalten der Brandiser Polizei, die bei Notrufen und vor Ort abzuwiegeln scheint und nicht eingreifen solle. Quelle: AMAL Sachsen

01.05.2007

Wurzen: Auf dem ALDI-Parkplatz in der Dresdner Straße treffen sich Mitglieder des NPD-Kreisverbandes Muldental, um gemeinsam mit Mitgliedern des NPD-Kreisverbandes Leipzig im vollbesetzten Reisebus zur Demonstration anlässlich des so genannten „Tages der Nationalen Arbeit“ nach Erfurt zu fahren. Reiseunternehmen ist die Firma „Eilenburger“ aus gleichnamiger Stadt. Quelle: Zeuge/ NPD Leipzig

06.05.2007

Muldentalkreis: Vor Beginn des 8. Gedenkmarsches für die Opfer der Todesmärsche schmieren Unbekannte Schriftzüge mit diesen verächtlich machenden Inhalten auf die B6: „Lügenmarsch - ihr macht euch lächerlich“ und “Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht - Freiheit für Ernst Zündel“. Die Polizei ermittelt und entfernte die Schmierereien. Quelle: LVZ-Muldental/ Zeugen

08.05.2007

Grimma/Trebsen: Es wird bekannt, dass NPD-Kreisrat Tautermann vom kreiseigenen Betrieb für Grundsicherung und Arbeitsförderung (BGA) Ende März eine ABM-Stelle im Jugendklub Trebsen angeboten wurde. Nach Darstellung des BGA kam das Angebot an den Nicht-Pädagogen Tautermann durch einen automatisierten, software-gesteuerten Matchingprozess ohne konkretes Ansehen der Person zustande. Der Träger des Jugendklubs hat die Beschäftigung des NPD-Politikers jedoch dankend abgelehnt. Laut BGA-Chef Mieszkalski war es „zu keiner Zeit vorgesehen, einen NPD-Aktivisten in eine derartige Funktion zu lancieren. Quelle: Redok.de, LVZ-Muldental, Medien

17.05.2007

Wurzen: Beim C-Jugend-Spiel der Wurzener Fußballmannschaft „Frisch Auf“ gegen Fortuna Chemnitz kommt es zu Ausschreitungen, die von lautstarken rassistischen und antisemitischen Parolen begleitet werden. So beschimpfen die Wurzener Fans (ca. 30 Leute, von denen ein Teil das Stadion später verlassen musste) in Sprechchören die Chemnitzer (in deren Team spielen vietnamesische Sportler) mit "Scheiß Juden!", "Hurenschweine", "Fidschi-Schweine" und affenähnliche Laute nachgeahmt. Das Spiel muss mehrfach unterbrochen werden, Schiedsrichterin Weigel schaltete die Polizei ein. Die mutmaßlichen rechtsextremistischen Fans gröhlen das so genannte U-Bahn-Lied ("Wir bauen eine U-Bahn, von Chemnitz bis Auschwitz.") oder wollten sich zu einem Hakenkreuz formieren. Auch die Schiedsrichter werden antisemitsch beschimpft. Betreuer und Trainer der Wurzener bagatellisieren und äußern den Schiedsrichtern gegenüber, dass sie das nicht so hochspielen sollen, es sei ja niemand zu Schaden gekommen und sie es im Spielbericht nicht so wild machen solle, da der DFB derzeit heiß auf solche Geschichten sei. Erst nach dem Spiel konnte durch einen Schiedsrichter die Polizei informiert werden, da ihm dies durch Drohungen seitens der Wurzener Betreuer nicht möglich war. Mittlerweile ermittelt der Staatsschutz. Täter und Verein müssen sich zudem vor dem Sportgericht verantworten, einer der Täter wird gesperrt. Erst auf Druck durch lokale und bundesweite Öffentlichkeit werden weitere Beteiligte vom ATSV-Vorstand sanktioniert und Konzepte gegen Rassismus und Rechtsextremismus ins Auge gefasst. Quelle: Bild, Spielbericht, Medien

17.05.2007

Machern: Während des so genannten „Männertages“ wird die Gedenktafel für das Mädchen, welches während eines Todesmarsches im Frühjahr 1945 von der SS an dieser Stelle erschossen wurde, zerstört. Unbekannt versuchten die Tafel mit Gewalt zu entfernen und zerstörten sie dabei. Der Hausbesitzer des Grundstücks, an dessen Zaun die Tafel angebracht wurde, nahm diese dann ab und bewahrt sie auf. Anzeige soll erstattet worden sein. Eine neue Tafel wird angebracht. Quelle: IG Gedenkmarsch

19.05.2007

Colditz: Etwa 20-30 vermummte Nazis greifen gegen 22.30 Uhr ein von jungen Menschen organisiertes Konzert gegen Rechts an. Die Gruppe versammelte sich vorher in mehreren Nebenstraßen und drang plötzlich zu der Turnhalle am Sophienplatz vor, in welcher die Veranstaltung stattfand. Während des Angriffes konnten KonzertbesucherInnen ins Objekt flüchten und sich dort verbarrikadieren. Den Nazis gelang es nicht einzudringen, sie zerstörten jedoch fünf Scheiben der Turnhalle. Außerdem warfen sie mit faulen Eiern. Couragierte Gäste der Veranstaltung konnten einen der Täter festhalten, den die ankommende Polizei festnahm. Laut AugenzeugInnenberichten waren neben Nazis aus Colditz auch bekannte Nazis aus dem Landkreis Mittweida am Überfall beteiligt. Quelle: LVZ/ MTL-Kreiszeitung, indymedia

19.05.2007

Wurzen: Unbekannte haben am Lichtmast vor dem Kultur- und BürgerInnenzentrum D5 in schwarzer Schrift ein Hakenkreuz und die Parole "Deutschland den Deutschen" geschmiert. Das NDK als Eigentümer des anliegenden Grundstücks erstattete Anzeige. Der Mast allerdings gehört der Stadt Wurzen, welche die Schmierereien später entfernte. Quelle: NDK

20.05.2007

Wurzen: In den Nachmittagsstunden greifen fünf mutmaßliche Rechtsextreme, die sich am Alten Friedhof aufhalten, zwei Punks im Bahnhofsshop an und demolieren Inventar bzw. zerschlagen eine Scheibe. Die Polizei wird informiert, kommt aber 15 Minuten später und scheint völlig überfordert zu sein, wie Zeugen aussagen. Die beiden Betroffenen flüchten vor den noch immer anwesenden Tätern, die auch im Beisein der Polizisten weiter drohen. Quelle: Zeuge

01.06.2007

Bockwitz (Gemeinde Zschadraß): Auf ein Wohnhaus einer Familie mit migrantischem Hintergrund wird ein Brandanschlag verübt, wie Colditzer berichten. Ein Bauwagen, den alternative Jugendliche als Treff nutzen, wird zudem abgebrannt. Auf dem Gelände des Treffs sollte am nächsten Tag ein Fußballturnier stattfinden. Quelle: Kooperationspartner

02.07.2007

Bennewitz/ Leulitz: Entlang der Verbindungsstraße zwischen beiden Orten, am so genannten Knochenberg, haben mutmaßlich Neonazis mehrere Plakate zum Gedenken an den verurteilten und 1987 durch Selbstmord verstorbenen Kriegsverbrecher Rudolf Heß aufgehängt. Quelle: Zeuge

07.07.2007

Wurzen: In der Nacht betreten gegen 0.30 Uhr drei mutmaßlich der rechtsextremen Szene zugehörige Männer, von denen einer ein T-Shirt der Neonazi-Band „Skrewdriver“ trägt, das Vereinshaus des Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. (NDK) am Wurzener Domplatz in dem auch das sächsische Beratungsprojekt AMAL – Hilfe für Betroffene rechter Gewalt e.V. seinen Anlaufpunkt hat. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich noch ein ehrenamtlicher NDK-Mitarbeiter in den Büroräumen. Mehreren Aufforderungen, das Haus zu verlassen, widersetzen sich die Männer. Als der NDK-Mitarbeiter die Polizei rufen will, versucht einer der Männer ihn zu würgen. Der Mitarbeiter kann jedoch fliehen. Es wird ein Laptop, Kleingeld sowie ein Aktenordner entwendet. Der Aktenordner enthält die Unterschriften von rund 1.300 Wurzener Bürgerinnen und Bürgern, die sich nach dem Bombenanschlag auf das NDK im November 2004 mit dem Verein solidarisch erklärt hatten. Der Mitarbeiter erstattet Anzeige, die Kriminalpolizei ermittelt.
Quelle: NDK

14.07.2007

Mutzschen/ OT Roda: Die NPD-Landtagsfraktion lädt für diesen Tag nach Roda zum 2. Sommerfest in den Eichenweg. Als Redner werden der sächsische NPD-Chef Winfried Petzold, Holger Apfel (MdL Sachsen) und Michael Andrejewski (MdL aus Mecklenburg-Vorpommern) angekündigt. Musikalisch soll der „volkstreue“ Gitarrenbarde Frank Rennicke die Veranstaltung gestalten und „den gemeinschaftlichen Gesang heimatbewußter Lieder in den Mittelpunkt stellen“, wie es in der von Apfel unterzeichneten Einladung heißt. In Roda hat Petzold seinen Wohnsitz. Bereits mehrmals fanden in den letzten Jahren auf dem Gelände Konzerte und Feiern statt, zu denen auch bundesweit Gäste anreisten.

Quelle: NPD Sachsen

21.07.2007

Leipzig: Zu der von Neonazi Christian Worch angemeldeten bundesweiten Demonstration, zu der allerdings nur 37 Kameraden kommen, reisen auch wieder Rechtsextreme aus Wurzen an und nehmen an der Demo teil. U.a. dokumentieren dies mehrere Fotos. Zudem beteiligt sich ein mutmaßlicher Wurzener („... Beide Seiten (Worch und sein Kritiker – A.d.A.) haben großen Schaden angerichtet und das Gegenteil von Einigkeit und Gemeinschaft in der Bewegung gezeigt!!! ...Gruss aus Wurzen“) in einem Neonaziforum im Internet an der Diskussion der Rechten um die Kritik an Worchs Demonstrationen und Strategie. Quelle: eigene/ indymedia/ altermedia

26.07.2007

Bennewitz. In der Nacht zum Donnerstag wird an der Hauptstraße ein Dönerstand mit Hakenkreuzen und der Parole „Deutsche wehrt Euch, kauft nicht beim Juden“ beschmiert. Der Vorfall wird von Bürgern beim Polizeirevier Wurzen gemeldet und an das Dezernat Staatsschutz der Polizeidirektion Westsachsen weitergeleitet. Der mobile Stand vor dem Getränkehof Mayler wird noch am Donnerstag abtransportiert. Er war seit Wochen geschlossen und der Eigentümer hatte schon vor den Schmierereien den Verkauf des Imbiss-Wagens vereinbart.

Quelle: LVZ-Muldental

Juli 2007

Lüptitz: Wie mehrere Jugendliche berichten, gibt es seit Wochen immer wieder Drohungen durch mutmaßlich Rechtsextreme und Auseinandersetzungen im Jugendklub des Ortes. Zum Teil sind die Täter bekannt. Ob Anzeigen erstattet worden ist unbekannt. Quelle: Zeugen

Ende Juli 2007

Colditz: Wie berichtet wird, wurde in eine Gartenlaube, die bekanntermaßen von alternativen Jugendlichen genutzt wird, eingebrochen und Inventar zerstört.
Quelle: Kooperationspartner

04./ 05.08.2007

Wurzen: Anwohner in der Rathenaustraße melden der Polizei in der Nacht, dass vom Grundstück Nr. 18 (Sitz von front-records) sehr laute und mutmaßlich Live-Musik kommt. Wahrscheinlich findet dort wieder ein Konzert statt, obwohl dem Betreiber P. dies seit langem widersagt wurde. Quelle: Anwohner

17.08.2007

Wurzen: Pünktlich zum 20. Todestag des Nazi-Kriegsverbrechers Rudolf Heß wird die Litfasssäule in der Albert-Kuntz-Straße mit Plakaten zur Erinnerung an den so genannten "Friedensflieger" beklebt. Am DISKA-Markt in der Külzstraße, an der Rossmann-Drogerie in der Marienstraße und in der Straße des Friedens werden Parolen in großen roten Lettern mit ähnlichen Inhalten geschmiert. So u.a.: "Rudolf Heß ermordet!", "Rudolf Heß - Dein Opfer unser Auftrag!", "Ich wähle die Freiheit Ihr - CDU, SPD, SED/PDS, ...". Noch am selben Tag werden zumindest die Plakate an der städtischen Litfasssäule beseitigt, die Schmierereien sind Tage später noch immer zu sehen. Quelle: eigene/ Fotos

18.08.2007

Colditz: Während der so genannten Rudolf-Heß-Woche werden auch in der Stadt zahlreiche Parolen gesprüht, die an den verurteilten Naziverbrecher erinnern sollen. Zudem werden Aufkleber und Flyer verteilt.
Quelle: Kooperationspartner

25./26.08.2007

Wurzen: Auf der neuen Zufahrt zur B 107 (verlängerte Straße des Friedens) ist mehrmals die Zahl 28 mit gelber Farbe gesprüht worden. Die Zahl gilt als Code der verbotenen Neonaziorganisation Blood&Honour und steht für die Stellung der Buchstaben B und H im Alphabet. Quelle: NDK

01./02.09.2007

Wurzen/ OT Roitzsch: Wie Anwohner melden, soll an diesem Abend wiederholt ein Konzert in der Garage im Eichenweg stattgefunden haben. Die Garage dient seit mindestens 2005 auch Rechtsextremen als Treffpunkt und als Proberaum. Mehrere Konzerte fanden bisher statt, Anwohner fühlen sich bedroht und belästigt – unternommen wurde bisher jedoch seitens der Kommune und des Ortschaftsrates nichts. Quelle: Anwohner

05.09.2007

Boizenburg/ Eberswalde/ Wurzen: Wie die Internetseite endstation-rechts.de meldet, hat eine Grundschule in Boizenburg 28 T-Shirts mit deren Logo beim Textilversand des bekannten Brandenburger Neonazis Gordon Reinholz (textildruck-eberswalde) drucken lassen. Eingefädelt haben soll dies der ebenso bekannte Neonazi Thomas „Steiner“ Wulff, der im Elternrat der Schule agiert. Schaut man in das Impressum des Eberswalder Vertriebes und auf die Kontaktseite des Wurzener Textilhandels „Texha-Wurzen“ (P./ front-records), so stellt man fest, dass beide dieselbe Adresse in Eberswalde haben. Der Wurzener hat seine Firma „Texha“ lediglich in die Bereiche Süd (Wurzen) und Nord (Eberswalde) eingeteilt. Quelle: endstation-rechts.de, eigene Recherchen

08.09.2007

Wurzen/ OT Roitzsch: Laut Verfassungsschutzinformation findet an diesem Abend im Wurzener Ortsteil Roitzsch (Eichenweg) wieder ein rechtsextremistisches Konzert mit ca. 150 Besuchern statt. Ursprünglich war für den Abend ein Konzert im Rahmen eines "Aktionswochenendes" der so genannten "Erzgebirgsjugend" in Brand-Erbisdorf geplant, das jedoch untersagt wurde. Auftreten sollten dort die Szene-Bands K.T.E. (Erzgebirge), Störmanöver (Hessen) und Feldherren (Bayern) sowie die Band Aryan Sound bzw. Aryan Hope aus Wurzen. So liegt die Vermutung nahe, dass es sich in Roitzsch um eine Ausweichveranstaltung für Brand-Erbisdorf handeln könnte. Quelle: VS

13.09.2007

Colditz: Während einer Veranstaltung mit einem Aussteiger aus der Naziszene stören mehrere und zum Teil bekannte mutmaßlich Rechtsextreme den Vortrag. U.a. sind die Störer aus Leisnig (Jens Schober) angereist. Quelle: Kooperationspartner

16.09.2007

Machern: Während der 7. Internationalen Highland-Games am Schloss randalieren gegen 1.30 Uhr bis zu 70 mutmaßlich rechtsextreme Jugendliche auf dem Areal und rufen mehrfach sprechchorartig Naziparolen, wie „Ausländer raus!“. Die Ordner fordern die Personen auf, das Gelände zu verlassen. Es bleiben ca. 20 Personen. Diese werfen mit Flaschen auf Bierzelteinrichtungen, demolieren einen Ausschankbus und greifen die herbeigerufenen Polizisten mit Flaschen an. 15 Täter sind durch die Polizei identifiziert worden. Zeugen dieser Straftaten wenden sich bitte an die Polizeidirektion Westsachsen, Tel.: 0341 255 100, oder jede andere Polizeidienststelle. Quelle: Polizei Sachsen/ LVZ-Muldental/ Zeugen

17.09.2007

Bad Lausick/ Wurzen: Die zu abstrusen Verschwörungstheorien tendierende und mehr als nur rechtslastige Zeitschrift „Der Buchheimer“ aus Bad Lausick ist mit seiner letzten Ausgabe nunmehr auch in Wurzen erhältlich: Der Zeitungsladen am Jacobseck bietet das selbst ernannte Möchtegern-Satiereblättchen von Bernd Uwe Hubmann an und wirbt dafür mit einem Extra-Aufsteller. Selbstdarstellung des Autors: „Damit sind wir nun in 7 Städte und auf Dörfer mit insgesamt 27 offiziellen und weiteren 3 inoffiziellen Auslegestellen vertreten.“ Inhaltlich wird sich in der aktuellsten Nummer 7 mehrfach mit Mügeln und den Vorkommnissen dort „auseinander gesetzt“ und dabei massiv gegen die betroffenen Inder gehetzt. Quelle: Homepage von Der Buchheimer Nr.7

20.09.2007

Leipzig: Wie Internetmedien berichten, will sich unter dem Namen „aryan-brotherhood“ (arische Bruderschaft) seit kurzem ein mutmaßlich rechtsextremistischer Klub in der Leipziger Innenstadt etablieren. Dieser wurde vor einigen Tagen eröffnet. Am 22.09. und am 28.09. gibt es gleich zwei Eröffnungspartys, wie die Betreiber mitteilen. Angeboten werden sollen neben Thor-Steinar-Klamotten etc. auch Sicherheitsdienste. Die Domain der dazugehörenden Homepage ist auf Thomas P. registriert. Dieser hatte im Vorfeld bereits für die Eröffnung auf seiner Homepage geworben. Im Impressum der Homepage wird später Daniel Schw., Walther-Rathenau-Straße 18, 04808 Wurzen als verantwortlich für den Inhalt angegeben. Der war am Urinbeutel-Angriff auf den Infostand des NDK am 07.08.2005 maßgeblich beteiligt und wurde verurteilt. Quelle: Indymedia/ NDK

09.10.2007

Colditz: Wiederholt werden im Stadtgebiet Sprühereien und Aufkleber mit rechtsextremistischem Inhalt entdeckt. Diese sind vor allem Horst Wessel als Ikone der Neonazis gewidmet. Quelle: Kooperationspartner

19.10.2007

Colditz: Eine Gruppe Rechtsextremer versucht mehrere alternative Jugendliche anzugreifen. Sie sind vermummt und mit einem Feuerlöscher bewaffnet, wie berichtet wird. Zu Verletzungen kommt es nicht. Quelle: Kooperationspartner

16.11.2007

Wurzen: In der Dresdner Straße werden in den Abendstunden zwei ausländische Bürger von mutmaßlichen Rechtsextremen bedroht. Zu Verletzungen kommt es nicht. Es wird versucht Anzeige zu erstatten, jedoch soll der zuständige Polizist nach Aussage eines Betroffenen deutlich wenig Interesse gezeigt haben. Er fragte noch nicht einmal nach den Familiennamen des Anzeigenden. Quelle: Betroffener

18.11.2007

Wurzen: Gegen 18.00 Uhr demonstrieren und marschieren anlässlich des Volkstrauertages vom Jacobsplatz aus ca. 50 Rechtsextremisten, auch aus dem Muldentaler NPD-Kreisverband, mit Fackeln, schwarz-weiß-roten Fahnen und von Trommeln angeführt zum Alten Friedhof. am Bahnhof Dort legen sie am so genannten Kriegerdenkmal Gebinde nieder und veranstalten eine „Gedenkfeier“. Gegen 19 Uhr ist der Spuk vorbei. Die Polizei war im Vorfeld darüber informiert und beobachtete. Mutmaßlich war jedoch eine solche Demonstration nicht angemeldet worden und hätte so, wie in anderen Städten auch, erfolgreich verhindert bzw. beendet werden können. Quelle: eigene

Colditz: Wie berichtet wird, werden in dieser Nacht mehrere Scheiben verschiedener Geschäfte, deren Inhaber Migranten sind, von mutmaßlich Rechtsextremen eingeschlagen. Am Abend zuvor fand ein alternatives Konzert statt, welches sich die Rechtsextremen nicht anzugreifen trauten, so mutmaßen Insider, und deshalb die Geschäfte zerstören. Quelle: Kooperationspartner

01.12.2007

Wurzen: Während einer Veranstaltung der Aktion „Kriegsverbrecher“ auf dem Wurzener Markt beobachten mehrere mutmaßliche Neonazis das Geschehen. Die Polizei versucht diese immer wieder zu vertreiben. Zudem verteilen Unbekannte in Briefkästen und an PKWs Flugblätter mit unglaublich vioelen Rechtschreibfehlern, die sich gegen die Marktaktion richten und in denen „die Ehre des deutschen Soldaten“ im 2.Weltkrieg „verteidigt“ wird. Im Gästebuch des NDK wird einige Tage zuvor ein sinngemäß ähnlicher Eintrag ins Forum gesetzt. Darin wird u.a. die sächsische Landtagsabgeordnete der Partei Die Linke Kerstin Köditz beleidigt. Die Aktion auf dem Markt richtet sich vor allem gegen verurteilte Kriegsverbrecher, die jedoch noch immer in Freiheit leben können ohne bisher von der deutschen Justiz belangt worden zu sein. In Wurzen lebt ein solcher Mann, der 1944 an einem Massaker an der Zivilbevölkerung im italienischen Marzabotto beteiligt war und der im Januar 2007 von einem italienischen Gericht zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden war. Quelle: akubiz/ eigene

10.12.2007

Leipzig: In einem Unterrichtsraum im Interims-Seminargebäude der Leipziger Universität am Brühl wird die Tafel mit der Parole „Wurzner Jungs – White Boys, gez: Adrian Wolf“ beschmiert. Dies berichten Studenten, die die Schmiererei gegen 10 Uhr entdeckten und meldeten. Quelle: Studenten der Uni Leipzig

21.12.2007

Grimma : Gleich zwei Fälle von massiver Hakenkreuzschmiererei beschäftigten gestern die Polizei in Grimma. An einem derzeit als Umleitungsstrecke genutzten Weg zwischen dem Gewerbegebiet Gerichtswiesen und der Husarenstraße wurden zwei Baken und zwei Verkehrsschilder mit den verfassungsfeindlichen Symbolen bemalt. An der Gartenanlage neben der Bahnlinie stellten die Beamten an dem dortigen Weg an 23 Lampenmasten weiße, etwa zehn mal zehn Zentimeter große Hakenkreuze fest. Trotz der örtlichen Nähe stellten die Beamten nach ersten Ermittlungen den zuerst vermuteten Zusammenhang zwischen den beiden Taten nicht fest. Quelle: LVZ-Muldental

Colditz: Zum wiederholten Mal werden die Scheiben der Turnhalle eingeschlagen, in welcher u.a. Konzerte und der "Tanz gegen Rechts" stattfanden, berichten Colditzer. Quelle: Kooperationspartner

22.12.2007‭

Colditz: An einer von der Kameradschaft Colditz organisierten Sonnenwendfeier auf einem Privatgrundstück in Colditz beteiligen sich etwa 80-100 Personen. Die Teilnehmer kommen u.a. aus dem Muldentalkreis, Leipzig, Mittweida und Chemnitz. Quelle: VS Sachsen

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