2009 | Netzwerk für Demokratische Kultur e.V.

nixlos?

Unser kleiner Held von nixlos?

Unsere interaktive Internetplattform „nixlos? – dann mach was los“ ruft zur landkreisweiten Vernetzung von Jugendinitiativen und -gruppen, Akteuren der Kinder- und Jugendhilfe sowie zivilgesellschaftlichen Partnern auf.

InUmMitWurzen

Plakataktion

Aktive Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Rassismus in Wurzen und Umgebung - plakative und performative Aktionen im öffentlichen Raum.

NDK auf facebook

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Hier findet ihr das NDK auf facebook.

2009

13.01.2009

Mockrehna/ OT Klitzschen (LK Nordsachsen): Am Abend gegen 22 Uhr wird eine Hakenkreuzfahne auf dem Gelände der Agragenossenschaft festgestellt, die Unbekannte auf einem Silo der dortigen Biogasanlage gehisst hatten. Die Feuerwehr entfernt die ca. 100 cm x 150 cm große Fahne. Die Ermittlungen dauern an. Quelle: Polizei Sachsen

17.01.2009

Borna: Unbekannte beschmierten in der Nacht zum 17.01.2009 die Wände des Stadtkulturhauses mit rechtsgerichteten Parolen. Diese wurden durch die Stadtverwaltung teilweise entfernt. Am Morgen des 20.01.2009 wurde der Schriftzug „Niemals wieder“ am Kulturhaus entdeckt. Die Ermittlungen zu beiden Straftaten dauern noch an. Quelle: Polizei Sachsen

20.01.2009

Großpösna: Unbekannte beschmierten in der Nacht zum 20.1.2009 ein Gebäude in der S.-Verscht-Straße mit rechtsgerichteten Parolen. Es wurde Anzeige erstattet. Die Ermittlungen dauern noch an. Quelle: Polizei Sachsen

21.01.2009

Grimma: Den Eisenbahntunnel im Gerichtsweg beschmierten Unbekannte mit rechtsgerichteten Parolen. Am gleichen Tag wurde eine antiisraelische und antisemitische Schmiererei auf der Gedenktafel für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus entdeckt. In beiden Fällen wurde Anzeige erstattet. Quelle: Polizei Sachsen

22./23.01.2009

Markkleeberg: Die Rückfront der Rathausgalerie beschmierten Unbekannte in der Nacht zum Freitag mit rechtsgerichteten Zeichen. Quelle: Polizei Sachsen

23.01.2009

Grimma: In den Morgenstunden des 23.01.2009 wurden antiisraelische Schmierereien an der Frauenkirche entdeckt. Es wurde Anzeige erstattet. Die Ermittlungen dauern noch an. Quelle: Polizei Sachsen

26.01.2009

Wurzen: Angehörige der rechtsextremistischen Szene verteilten in Wurzen in den letzten Tagen Exemplare einer so genannten „Burgerpost“ (Rechtschreibfehler im Original). Damit reagiert die extreme Rechte auf ein Projekt des Wurzener Netzwerks für Demokratische Kultur e.V. (NDK), das im Jahr 2008 drei „Bürgerbriefe für Demokratie und Zivilcourage“ heraus gegeben hat. In dem nun durch die rechtsextreme Szene verteilten Flugblatt wird nicht nur Werbung für diverse neonazistische Internetseiten gemacht, sondern auch der altbekannte Vorwurf erhoben, beim NDK handele es sich um eine linksextremistische Organisation, die "geistige Brandstiftung" und "Nestbeschmutzung" betreibe. Darüber hinaus werden weitere Falschaussagen über den Verein verbreitet. Das NDK erstattete Anzeige. Quelle: NDK Wurzen

28.01.2009

Grimma: Das Gebäude des Oberen Bahnhofs beschmierten Unbekannte mit einem antisemitischen Schriftzug. Außerdem wurden noch rechte Symbole an die Außenfassade geschrieben. Bemerkt wurde die Schmiererei am 28.01.2009. Quelle: Polizei Sachsen

30.01.2009

Eilenburg: Gegen das Versammlungsgesetz verstießen gegen 19.15 Uhr ca. 40 bis 50 Personen des rechten Spektrums. Sie trafen sich auf dem Marktplatz, führten ein Transparent sowie brennende Fackeln mit sich. Bei Eintreffen der Polizei entfernten sich die Teilnehmer unter Zurücklassung der Fackeln in alle Richtungen. Im Nachgang konnte die Identität von ca. 15 Personen festgestellt werden. Das Dezernat Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Quelle: Polizei Sachsen

01.02.2009

Groitzsch: Mehrere Schmierereien mit rechten Inhalten wurden am Mittag im Stadtgebiet von Groitzsch festgestellt. Die Ermittlungen zu den Verursachern dauern an. Quelle: Polizei Sachsen

12.02.2009

Wiedemar: Vor einem Möbelhaus im Gewerbegebiet Wiedemar brannte gegen 03.40 Uhr aus bislang noch unbekannter Ursache ein vietnamesischer Imbiss vollkommen aus. Der Sachschaden eträgt ca. 6.000 Euro. Die Polizei konnte auf Nachfrage am 16.02. hin noch keine Angaben zur Brandursache oder einer evtl. rassistischen Motivation machen, die Ermittlungen dauern noch an. Quelle: Polizei Sachsen

12.-16.02.2009

Region: In Nordsachsen und im Landkreis Leipzig werden geschichtsrevisionistische Flyer verteilt, die die Bombardierung Dresdens 1945 durch Alliierte zum Inhalt haben.

In Eilenburg werden sie z.B. am 12.02. offen durch Neonazis verteilt, wobei drei Personen (16, 18, 19 Jahre alt) durch die Polizei festgestellt wurden. In der Nacht vom 11. zum 12.02. wurde in Taucha die Wand eines Garagenkomplexes in der August-Bebel-Straße mit schwarzer Farbe besprüht. Zu lesen waren Schriftzüge, welche sich ebenfalls auf die Bombardierung Dresdens bezogen. Ähnliche Parolen schmierten Unbekannte in der gleichen Nacht an das Kassenhäuschen des Stadions und die Wand der Turnhalle in Borna. Im Bereich der Bahnbrücke wurden zudem mehrere Bettlaken aufgefunden, auf denen ähnliche Parolen standen. Die Laken wurden sichergestellt. In Delitzsch wurden bereits am 10.02. zehn weiße Holzkreuze festgestellt, welche ebenfalls die Bombardierung thematisierte. Die Kreuze wurden durch Polizeibeamte in Verwahrung genommen. In Wurzen wurden Werbeflyer für den so genannten Trauermarsch der Jungen Landsmannschaft Ostpreußen unter dem sinnreichen Titel "Dresden - 13./14. Februar ´45 Der ungesünde Holocaust" (sic!) in der Nacht zum 16.02. - zwei Tage nach der Nazidemonstration in Dresden - in Briefkästen verteilt. Verantwortlich zeigt sich das Freie Netz Nordsachsen. Behauptet wird u.a., es seien 250.000 bzw. 300.000 Menschen durch die Bomben in Dresden getötet worden. Seit Jahren ist bekannt, dass zahlreiche Historiker die Opferzahl auf 25.000 festgelegt haben. Das Dezernat Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Zu besagtem Trauermarsch reisten auch wieder zahlreiche Neonazis aus der Region mit Bussen (Unternehmen Geißler-Reisen GmbH/ "Der Eilenburger") an, u.a. der Kreisvorsitzende der NPD des Landkreises Leipzig, Marcus Müller an. Quelle: Polizei Sachsen, NPD, Freies Netz Nordsachsen, Zeug_innen

19.02.2009

Groitzsch: Unbekannte besprühten in der Nacht die Seitenwand eines Einkaufsmarktes im Sebastianshof mit rechtsgerichteten Symbolen. Die Ermittlungen dauern an. Quelle: Polizei Sachsen

23.02-2009

Panitzsch/ Machern: An Brücken in Panitzsch und in Machern über der B 6 in Richtung Leipzig haben mutmaßlich Rechtsextremisten gelbe Bettlaken mit der Parole "Horst Wessel Kämpfer für Deutschland" aufgehängt. Auch im Stadtgebiet von Döbeln, im Bereich der B 2 in Markkleeberg sowie im Bereich der BAB 14 an der Brücke Thekla wurden mehrere Plakate bzw. Laken gleichen Inhalts festgestellt. Das Dezernat Staatsschutz ermittelt. Quelle: Polizei Sachsen

26.02.2009

Borna: Unbekannte beschmierten in der Nacht die Turnhalle der Grundschule in der Sauerbruchstraße mit rechten Symbolen. Sachschaden ca. 200 Euro. Quelle: Polizei Sachsen

01.03.2009

Wurzen: Im Stadtgebiet sind in den letzten Tagen zahlreiche rechtsextremistische Aufkleber an Hauserwänden sowie Strom- und Laternenmasten verklebt worden. Inhaltlich zeigt sich die NPD und deren Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" verantwortlich. Wenige Tage später sind die meisten allerdings wieder abgerissen worden. Quelle: Zeug_innen

07.03.2009

Mügeln: In der Nacht zum Sonnabend attackieren ein junger Mann, dessen Schwester und deren Freund die bereits geschlossenen Türen und Fenster der Pizzeria "Picobello", jenes Lokal, in welches im August 2007 am Schluss des Altstadtfestes acht Inder nach Angriffen im gegenüberliegenden Bierzelt geflohen waren. Die Angreifer vom Sonnabend reagierten offenbar ihren Frust darüber ab, in der Gaststätte "Filmriss" abgewiesen worden zu sein, weil einem der beiden Männer dort Hausverbot erteilt worden war. Der Pizzeria-Inhaber rief daraufhin zunächst die Polizei an, bevor zwei indische Mitarbeiter vor der Tür nachsehen gingen. Dabei wurden sie von den Männern angegriffen, wobei einer einen Schlagring benutzte. Ein 43-jähriger Mitarbeiter erlitt einen Nasenbeinbruch, der andere kam mit blauen Flecken davon. Auch diesmal soll es Zeugen auf dem benachbarten Marktplatz gegeben haben, die aber nicht eingriffen. Die aus Oschatz eintreffende Polizei konnte zumindest einen 29-jährigen Tatverdächtigen mit typischem Neonazi-Outfit stellen. Nach Aufnahme der Personalien wurde er wieder freigelassen. Quelle: LVZ, TAZ

13.03.2009

Wurzen: Gegen 22 Uhr skandiert eine Gruppe von ca. einem Dutzend Neonazis in der Innenstadt lautstark und mehrfach rechtsextremistische Parolen, wie "Hier marschiert der nationale Widerstand.". Quelle: Zeug_innen

13.03.2009

Grimma: Eine 17-jährige mexikanische Ausstauschülerin am Grimmaer Gymnasium wurde gegen 15 Uhr in einem Linienbus von drei Mädchen rassistisch beschimpft. Nachdem sie in der Südstraße ausgestiegen war, wurde sie weiter verfolgt, ihr außerdem der Rucksack gewaltsam entrissen und erst nach Übergabe von Bargeld zurückgegeben. Als die 17-Jährige flüchtete, warfen die Täterinnen Steine nach ihr, wovon sie einer traf und leicht verletzte. Das Mädchen soll gemeinsam mit ihren Gasteltern Anzeige erstattet haben. Im Zusammenhang mit dieser Straftat werden Zeugen gesucht Der Staatsschutz ermittelt. Quelle: Redaktion Leipzier Morgenpost, Polizei Sachsen

18.03.2009

Wurzen: Im Verlaufe des Tages sind Flugblätter der so genannten "Nationalen Sozialisten Muldental" in Briefkästen in Wurzen verteilt worden. Das Flugblatt trägt die klassische Überschrift "National statt global" und stellt die übliche krude Mischung aus völkischem Antikapitalismus, Rassismus und "Systemkritik" dar. Allerdings diesmal auf vergleichsweise hohem Niveau und ohne die üblichen zahlreichen Rechtschreibfehler. Verwiesen wird natürlich auch auf das Freie Netz Nordsachsen. Notdürftig als V.i.S.d.P. ausgewiesen (nachträglich auf die Rückseite geklebt) ist ein gewisser Marcus Großmann aus Sotterhausen, der mutmaßlicher Betreiber des "Mitteldeutschen Musikversandes" sei, welcher unter der gleichen Adresse firmiert. Der "SelbstSchutz Deutschland", eine in mehreren Bundesländern aktive und als rechtsextremistisch einzuschätzende "Security"-Firma, gibt den Musikversand als Kooperationspartner an. Zudem werden im gesamten Frühjahr massenhaft Aufkleber mit rechtsextremistischen Parolen und Motiven an Laternenmasten, Stromkästen usw. verklebt. Quelle: Zeug_innen, Flugblatt, SelbstSchutz Deutschland, Google

28.03.2009

Wurzen: Gegen 9 Uhr laufen laut grölend ca. 30 Neonazis und Fußballhooligans durch die Stadt in Richtung Bahnhof, mutmaßlich auf dem Weg zu einem Spiel des FC Lok Leipzig. Sie rufen mehrfach Naziparolen, wie etwa "Sieg Heil!" u.a., berichten Zeug_innen. Die Polizei wurde informiert. Auf der Zimmermannskreuzung soll es dann zu einem Zusammentreffen der Gruppe mit der Polizei gekommen sein. Quelle: Zeug_innen

10.04.2009

Groitzsch: Ein Inder, Pizzeriabetreiber in der Südstraße in Groitzsch, ist am Abend des Karfreitags mit einer Bierflasche verletzt worden. Gegen 22.30 Uhr befanden sich acht bis zehn Jugendliche in der Südstraße. Zur fraglichen Zeit hatten unbekannte Täter ein in der Nähe abgestelltes Auslieferfahrzeug der Pizzeria beschädigt. Als der Geschädigte aus dem Fenster schaute, schlug ihm ein Täter eine offene Bierflasche gegen die Stirn. Der Täter hatte sich Polizeiangaben zufolge zuvor am Fenster (Hochparterre) hochgehangelt. Ein zweiter Täter warf eine verschlossene Bierflasche durch das geöffnete Fenster, die jedoch niemanden verletzte. Der Inder erlitt eine Platzwunde am Kopf, die ambulant behandelt werden musste. Die beiden Täter seien namentlich bekannt, so die Polizei. Die Ermittlungen des Staatsschutzes dauern an, da ein ausländerfeindlicher Hintergrund nicht ausgeschlossen werden könne, hieß es. Quelle: RAA Sachsen e.V.

14.04.2009

Trebsen: An zwei Briefkästen ausländischer Geschäftsinhaber klebten Unbekannte in der Nacht vom 13. zum 14.04.2009 Aufkleber mit ausländerfeindlichen Parolen. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, wenden sich bitte unter Angabe der VG-Nr. 794 an das Polizeirevier Wurzen, Tel. (03425) 9850 bzw. an jede andere Polizeidienststelle. Zwei Tage später berichtet die LVZ von einem durch "verschiedene Klebezettel" beinahe "unbrauchbar" gemachten Verkehrsschild am Wurzener Ortseingang, erwähnt jedoch nicht, dass es sich um ausschließlich Aufkleber mit neonazistischen Inhalten handelt, u.a. mit den Parolen "Nationalen Sozialismus, jetzt!" und "Umweltschutz ist Heimatschutz". Quelle: RAA Sachsen e.V., LVZ, ChronikL.E.

20.04.2009

Grimma/Großpösna/Taucha/Beilrode: Im Stadtgebiet von Grimma, an einem Transporter und einer Schautafel in der Sepp-Vercht-Straße, an einem Verkehrszeichen in der Matthias-Erzberger-Straße in Taucha und an einer Schule in Beilrode wurden heute (20.04.2009) Aufkleber mit rechtsgerichtetem Inhalt festgestellt. Die Aufkleber wurden entfernt. Der Staatsschutz ermittelt. Quelle: RAA Sachsen e.V.

02.05.2009

Geithain: Gegen 0.30 Uhr griffen rund 15 vermummte, mutmaßliche Rechtsextremisten einen Jugendclub an, in welchen sich zu diesem Zeitpunkt 15 – 20 Jugendliche aufhalten und eine Oldie-Party feiern. Die Gäste verschlossen darauf hin Türen und Fester und riefen die Polizei. Die teilweise mit Zaunlatten bewaffneten Angreifer zündeten Feuerwerkskörper, warfen mit Steinen geworfen und skandierten rechtsextreme Parolen. Verletzt wurde niemand. Beim Eintreffen der Polizei, die mit mehreren Funkwagen anrückte, flüchteten die Rechten, es konnten allerdings zwei Tatverdächtige gestellt werden. Dabei handele es sich um einen 18- und um einen 22-Jährigen aus dem Raum Geithain, erklärte gestern auf LVZ-Nachfrage PD-Sprecherin Ilka Peter. Beide seien auf das Geithainer Revier gebracht worden und, um weitere Angriffe zu verhindern, dort bis zum Morgen festgehalten worden. Es laufen nun Ermittlungen wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch, Sachschaden sei nicht entstanden. Die Veranstaltung war nicht öffentlich gewesen, erklärte die Jugendhausleiterin. Quelle: LVZ-Borna-Geithain/ Chronik.LE

06.05.2009

Wurzen: Mutmaßlich mit Unterstützung zweier NPD-Stadträte wurde der Bürgermeister der Großen Kreisstadt Wurzen am Mittwoch zur Stadtratssitzung in geheimer Wahl für weitere sieben Jahre im Amt bestätigt. Der CDU-Fraktion selbst fehlten mit 14 bei der Wahl anwesenden Stadträten zwei Stimmen zur absoluten Mehrheit. Trotzdem kam ihr Kandidat, gleichzeitig stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender, auf genau 16 Stimmen. Die Wurzener NPD, die drei Stadträte stellt, von denen bei der Wahl zwei anwesend waren, brüstete sich drei Tage später auf ihrer Homepage damit, dem Bürgermeister zur Wiederwahl verholfen und damit den "Salonbolschewisten um [SPD-Fraktionschef] Konheiser und Konsorten" einen Schlag ins Gesicht verpasst zu haben. Die "Fähigkeit zur konstruktiven Zusammenarbeit mit der CDU im Stadtrat von Wurzen" habe die Partei bereits in der Vergangenheit bewiesen und sei bereit, "das auch im neuen Stadtrat nach der Wahl am 7. Juni 2009 fortzusetzen." Quelle: LVZ-Muldental, ChronikL.E.

15.05.2009

Colditz: Laut Innenministerium fand an diesem Abend ein Neonazikonzert mit 140 Teilnehmern statt. Quelle: Sächs. Innenministerium - Drucksache 5/915 vom 02.02.2010, Chronik.LE

22.05.2009

Colditz: In der Nacht zum Freitag drangen Randalierer in die frühere Berufsschule in Colditz ein und verwüsteten dort gezielt die Räumlichkeiten des alternativen Vereins Freiräume Muldental. Nach Angaben des Vereinsvorsitzenden sind Neonazis für die Verwüstung verantwortlich: „Dieser Überfall ist ein weiterer trauriger Höhepunkt in einer Serie von Aktionen der extremen Rechten gegen Andersdenkende in Colditz. Doch gleichzeitig ist er Ausdruck einer tiefsitzenden Angst der Rechten, dass sich in Colditz etwas Anderes, abseits vom rechtsextremen politischen Spektrum, entwickeln könnte.“ Treffpunkte von nicht-rechten Jugendlichen und Migrant_innen in Colditz waren in der Vergangenheit wiederholt Angriffen neonazistischer Gruppen ausgesetzt. In den Räumen des Vereins sollte am Sonnabend ein Grillabend mit Vorstellung von drei Kandidaten für den Colditzer Stadtrat stattfinden. Da die Vereinsmitglieder aufgrund der Bedrohungssituation die Sicherheit nicht gewährleistet sahen, sagten sie die Veranstaltung kurzfristig ab. Trotzdem soll die Arbeit weitergehen. Quelle: LVZ-Muldental

04.06.2009

Wurzen: Nach Polizeiangaben riefen Unbekannte donnerstagfrüh gegen 2:00 Uhr "rechte Parolen" im Bereich der Schweizergartenstraße. Die durch einen Bürger herbeigerufene Polizei konnte einen 28-Jährigen Beteiligten stellen. Quelle: Polizei Sachsen

 

07.06.2009

Landkreis Leipzig: Bei den Kommualwahlen hat die NPD in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen insgesamt 16 Mandate errungen. Angetreten war die neonazistische Partei mit 53 Bewerbern (darunter sechs Frauen) in 16 Kommunen des Landkreises Leipzig und mit 14 Bewerbern (darunter zwei Frauen) in vier nordsächsischen Gemeinden. Im Landkreis Leipzig kam die NPD auf insgesamt 8226 Stimmen (2,6 Prozent) und stellt nun zwölf Stadt- bzw. Gemeinderäte, im Landkreis Nordsachsen reichten 3035 Stimmen (1,4 Prozent) für vier Mandate. Alle gewählten Abgeordneten der NPD sind Männer. Bemerkenswert ist, dass sowohl in Delitzsch als auch in Borna und Geithain Vertreter der offen neonazistischen "Freien Kräfte" für die NPD in die Stadträte einzogen. Mit dem Delitzscher Maik Scheffler ist nun einer der Initiatoren des Neonazi-Portals "Freies Netz" mit einem Kommunalmandat ausgestattet. Dem früheren Wurzener Kameradschaftsführer Marcus Müller, seit 1997 Vorsitzender der NPD im Muldentalkreis und mittlerweile im neuen Landkreis Leipzig, gelang der Sprung in den Gemeinderat von Mutzschen. Bei den Stadt- und Gemeinderatswahlen 2004 war die NPD nur auf dem Gebiet des damaligen Muldentalkreis angetreten und hatte drei Mandate in Wurzen und eins in Trebsen errungen. In beiden Städten war der NPD bereits 1999 der Einzug ins Parlament gelungen. In Wurzen verlor die Partei dieses Mal allerdings einen Sitz, da ihr Stimmenanteil von 11,8 auf jetzt 7,1 Prozent zurückging. In Trebsen verlor die Partei 2,8 Prozentpunkte, das Ergebnis von immer noch 8,9 Prozent reicht aber weiter für einen Sitz im Stadtrat. In der Gemeinde Parthenstein hatte der NPD-Kandidat Peter Köppe das Losglück auf seiner Seite. Der frühere Vorsitzende der DSU im Muldentalkreis war wie ein SPD-Bewerber auf 295 Stimmen (5,36 Prozent) gekommen. Daher musste per Los darüber entschieden werden, wer als letzter Abgeordneter in den 16-köpfige Gemeinderat einzieht. Dank Fortunas Hilfe ist die NPD jetzt neu im Parthensteiner Rat vertreten, die SPD hingegen nicht mehr.

Übersicht der NPD-Ergebnisse:

Landkreis Leipzig (Wahlkreis, Ergebnis, NPD-Abgeordneter)

Bad Lausick, Stadt 5,9 % ,Thomas Drechsler

Borna, Stadt 4,4 %, Tony Keil

Brandis, Stadt 4,4 %, Thomas Hettwer

Geithain, Stadt 5,4 %, Manuel Tripp

Großbothen 6,5 %, Peter Fritzsche

Parthenstein 5,4 %, Peter Köppe

Machern 7,0 %, Heiko Forwerg, (auch Kreisrat)

Mutzschen, Stadt 7,2 %, Marcus Müller (Kreisvorsitzender)

Thallwitz 6,2 %, Falko Dittberner

Trebsen, Stadt 8,9 %, Andreas Hufnagel

Wurzen, Stadt 7,1 %, Wolfgang Schroth (auch Kreisrat), Matthias Möbius

Landkreis Nordsachsen

Delitzsch, Stadt 3,8 %, Maik Scheffler

Eilenburg, Stadt 4,9 %, Kai Rzehaczek

Liebschützberg 5,7 %, Jens Gatter (auch Kreisrat)

Oschatz, Stadt 6,2 %, Steffen Heller (auch Kreisrat)

Quelle: Statistisches Landesamt, LVZ/MTL vom 09.06.2009, Freies Netz Nordsachsen vom 08. und 09.06.2009, Freies Netz Borna-Geithain vom 07. und 10.06.2009

 

 

10.06.2009

Wurzen: Der Torwart des Fußballvereins ATSV Wurzen, Matthias Möbius zieht für die NPD in den Wurzener Stadtrat ein. Bereits 2004 wurde er für die NPD in den Stadtrat gewählt, trat jedoch damals sein Mandat nicht an. Laut Angaben des Vereinsvorsitzenden sei die erneute NPD-Kandidatur bis zum Wahltag nicht bekannt gewesen. Ein Ausschluss von Möbius aus dem Verein komme nicht in Frage, da die NPD nicht verboten sei. Möbius schade aber der Außenwirkung des Vereins erheblich. Auch wolle man nicht, dass er möglicherweise Vereinsinteressen über die Plattform NPD/Stadtrat vertritt. In einem Bericht der LVZ Muldental vom 20.6. spricht sich der Verein jedoch erneut für Matthias Möbius aus. Er wird weiterhin Stammtorhüter der ersten Mannschaft bleiben. Möbius wurde bereits 2004 für die NPD in den Stadtrat gewählt, trat damals sein Mandat jedoch nicht an. Quelle: LVZ-Muldental, ChronikL.E.

12.06.2009

Mügeln: In der Nacht zum 12.Juni wurden zwei Fensterscheiben des Vereinshauses vom Vive le Courage e.V. eingeschlagen sowie ein Kellerfenster eingetreten. Am Tatort haben die Täter_innen einen Aufkleber mit der Aufschrift "Nationaler Sozialismus oder Untergang" hinterlassen. Quelle: Vive le Courage

Oschatz: In der gleichen Nacht, gegen 2 Uhr, überfielen zwischen 20 und 30 Vermummte das Jugend- und Kulturzentrum E-Werk in Oschatz. An diesem Abend fand ein Konzert unter dem Titel "Punkrock verbindet" statt. Nach Angaben der RAA Sachsen e.V. können die Angreifer als Sympathisanten der rechten Szene bezeichnet werden. Wie die Betreiber_innen des E-Werks mitteilten, ist der Veranstaltungsort nach einem Konzert angegriffen worden. Die Täter hätten versucht, den Konzertraum zu stürmen und warfen Flaschen, Steine sowie Feuerwerkskörper. Einer der Konzertbesucher sei am Gesicht verletzt worden und habe vom Notarzt behandelt werden müssen. Eine weitere Person sei geschlagen worden, habe aber keine offensichtlichen Verletzungen davongetragen. Laut E-Werk-Betreiber_innen hatten bereits während des Konzerts vier bis fünf Personen auf dem Hof gepöbelt. Sie seien weggeschickt worden. Das E-Werk hat eigenen Angaben zufolge Anzeige erstattet. Quelle: E-Werk Oschatz

Wurzen: Gegen 3.15. Uhr schlagen zwei Neonazis einen 16-Jährigen und verletzten ihn in der Franz-Mehring-Straße. Er muss im Krankenhaus stationär behandelt werden. Die Polizei wird informiert und Anzeige erstattet. Mittlerweile ist einer der Täter bekannt. Vorausgegangen waren der Tat rassistische Bedrohungen gegenüber einem vietnamesischen Jugendlichen, der den 16-Jährigen mit einem weiteren Freund begleitete und ihn schützen wollte. Quelle: Polizei Sachsen, NDK

20.06.2009

Mügeln: Am Abend des 20. Juni versammelten sich während des Parkfestes in Schweta (nahe Mügeln) mehrere Nazis im Festzelt und begannen Festbesucher_innen, die sie mit einem Verein in Verbindung brachten, der sich gegen Rassismus engagiert, zu beleidigen und zu bedrohen. Mehrere Personen zeigten dabei den Hitlergruß. Quelle: RAA Sachsen e.V./Vive le Courage

24.06.2009

Grimma: Zwischen dem 24. Juni und dem 8. Juli besetzen vier AsylberwerberInnen-Familien die Grimmaer Frauenkirche. In unmittelbarer Nähe der Kirche nahmen UnterstützerInnen der Familien wiederholt Personen wahr, welche mit rassistischen Parolen provozierten. Ein Grimmaer Bürger skandierte beispielsweise, "eine Handgranate in die Kirche sei eine gute Idee" und dass die Familien "dorthin zurück kehren sollen, wo sie hergekommen sind!". "Mit dem Umzug in die Kirche sahen die Familien den letzten Ausweg, um gegen die zum Teil menschenunwürdigen Heimunterbringungen zu protestieren", wird von einer Gruppe, welche die AsylbewerberInnen unterstützt, berichtet. Neben den Zuständen im Bahrener Heim kritisiert die Gruppe auch den Umgang der Behörden mit den AsylbewerberInnen-Familien. Quelle: LVZ-Muldental, kritisch intervenierende AntirasstInnen

12.07.2009

Oschatz: In der Nacht von Sonnabend zu Sonntag gegen 2 Uhr überfallen ca. 20 vermummte Neonazis das E-Werk in Oschatz, nachdem dort ein Konzert stattfand. Sie versuchen auf das Gelände zu gelangem, was einigen auch gelang, warfen Flaschen, Steine und setzten Feuerwerkskörper ein. Einer der Konzertbesucher wurde durch einen Gegenstand am Mund verletzt, ein weiterer wurde geschlagen, erlitt jedoch keine offensichtlichen Verletzungen. Ersterer wurde vor Ort notärztlich versorgt. Die Täter werden zumindest als Sympathisanten der rechten Szene eingeordnet. Quelle: Kooperationspartner

24.07.2009

Wurzen: In Wurzen hat nach Polizeiangaben am Freitagabend ein 25-jähriger Deutscher einen türkischen Imbissbesitzer beschimpft. Es kam zu einer Rangelei, bei der beide leicht verletzt wurden. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund könne nicht ausgeschlossen werden, so die Polizei. Quelle: LVZ-Muldental

01.08.2009

Wurzen: Im Gewerbegebiet »Lüptitzer Höhe« bei Wurzen findet ein Neonazikonzert statt, bei welchem die Bands "Inkubation Döbeln", "Storm of Minds" und "Eastside" auftreten. Veranstalter war mutmaßlich die Lok-Fangruppierung "Wurzener Jungs". Unter anderem feierten hier auch Nazis, die später am Angriff auf Fans und Spieler des Fußballvereins Roter Stern Leipzig beteiligt waren. Quelle: Antifaschistischen Infoblatt Nr. 85, Chronik.LE

12.08.2009

Wurzen: Trotz vorheriger Absprachen der vier im Wurzener Stadtrat vertretenen demokratischen Parteien wurde am Mittwoch bei der konstituierenden Sitzung ein Mitglied der NPD in den Verwaltungsschuss gewählt: Mithilfe einer Stimme aus Reihen der demokratischen Fraktionen. In Machern hingegen wurde die NPD von vornherein als normale Partei behandelt. Offenbar wurde bereits im Vorfeld der Ausschussbesetzungen Einvernehmen hergestellt. Anders ist nicht zu erklären, dass die Wahl des technischen Ausschusses am 10.08. mit nur einer Gegenstimme erfolgte, obwohl sich unter den Ausschuss-Anwärtern auch NPD-Gemeinderat Heiko Forwerg befand."Quelle: NDK, LVZ-Muldental vom 14.8.2009

Krostitz: In der Nacht zum 14. August wurde in Krostitz ein zum Imbisswagen umgebauter LKW auf dem Parkplatz in der Mittelstraße/Ecke Hauptstraße von Unbekannten beschädigt. Neben zwei zerstochenen Reifen wurde der rechte Außenspiegel zerstört, zudem wurde an der Frontscheibe ein "Flyer mit rechtem Inhalt" (PD Westsachsen) angebracht. Quelle: Polizei Sachsen

22.08.2009

Colditz: Eine Kundgebung der Initiative "Meine Stimme gegen Nazis" wurde durch die massive Präsenz gewaltbereiter Neonazis gestört. Die am Veranstaltungsort, dem Colditzer Markt, anwesenden und weitere patrouillierenden Neonazis erzeugten einen permanenten Angstraum, berichten die Anwesenden, darunter die Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz sowie die Bundestagsabgeordnete Monika Lazar. Bereits beim Aufbau von Infoständen und Musikanlage fuhren mit Nazis besetzte Autos am Kundgebungsort auf und ab. Etliche Nazis trugen explizite Naziparolen wie "Good night left side" und "Todesstrafe für Kinderschänder" auf ihrer Kleidung. Gegen 16 Uhr begann schließlich die Veranstaltung während der sich ca. 20 Neonazis permanent in der Nähe der Bühne aufhielten. Die anwesenden Polizeikräfte sahen - trotz Aufforderung durch Vertreter_innen der Initiative - keinen Grund, die Personen der Veranstaltung zu verweisen, und so die Bedrohungssituation zu beenden. Zur eigenen Sicherheit verließen die Kundgebungsteilnehmer_innen gegen 18 Uhr gemeinsam den Marktplatz. Angesichts der sie verfolgenden Nazis mussten die Auswärtigen mit Polizeischutz aus der Stadt geleitet werden. Quelle: Kerstin Köditz, ChronikL.E.

23.08.2009

Mügeln: Zum wiederholten Mal werden am Wochenende in Mügeln (Nordsachsen) die Vereinsräume des gegen Nazis und Rassismus engagierten Vereins Vive le Courage e.V. attackiert. In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag haben gegen 2 Uhr mehrere "teilweise bekannte Personen" (Polizeimeldung) gegen die Eingangstür des Gebäudes getreten und eine Bierflache gegen die Tür geworfen, so dass die Verglasung zu Bruch ging. In dem Gebäude hat sich zu diesem Zeitpunkt noch ein junges Vereinsmitglied aufgehalten. Die herbeigerufene Polizei traf vor Ort noch zwei Männer im Alter von 19 und 20 Jahren sowie eine 21-jährige Frau an, welche die Vereinsmitglieder beschimpften. Alle drei standen unter Alkoholeinfluss. Die Ermittlungen zum Hintergrund der Tat sowie weiteren Tatverdächtigen dauern an. Quelle: Vive le Courage, Polizei Sachsen

Delitzsch: Am Sonntagabend werden gegen 17.30 Uhr drei "deutsch/türkische Personen" - so die Polizei - von einer Gruppe "offensichtlicher Fußballfans" beschimpft und beleidigt. Die Äußerungen hätten einen "ausländerfeindlichen Charakter" gehabt. Als ein 17-Jähriger schlichten wollte, wurde er von einem der Täter so ins Gesicht geschlagen, dass er eine Nasenbeinfraktur erlitt. Die Ermittlungen zum Hintergrund der Tat dauern nach Polizeiangaben an. Quelle: Polizei Sachsen

28.08.2009

Mügeln: In der Stadt kommt es am letzten Augustwochenende zu mehreren Angriffen durch Neonazis. Am späten Abend des 28.08.2009 versammeln sich etwa 50 Neonazis vor dem Vereinsgebäude des soziokulturellen Vereins „Vive le Courage“. Die ortsbekannten Rechten greifen zuerst das Haus mit Flaschen und später die eintreffende Polizei mit Bierflaschen, Pyrotechnik und Leuchtspurmunition an. Die Polizei konnte einen direkten Angriff auf das Gebäude vorerst verhindern und nahm eine Person in Gewahrsam. Die Neonazis führten die ganze Zeit über Elektroschocker, Schreckschusspistolen, Schlagringe, Teleskopschlagstöcke und ähnliche Gegenstände mit sich und zeigten vor den Augen der Polizei den Hitler-Gruß. Außerdem waren rechte Parolen wie „Sieg Heil“ oder „Heil Hitler“ zu hören. Der Einsatzleiter der Polizei äußerte sich wie folgt zur Situation in Mügeln: „Ich bin zum ersten Mal in der Kleinstadt und hier herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände“.

Nachdem die Neonazis vor dem Haus abzogen waren, griffen sie kurze Zeit später einen Jugendlichen an. Er habe von mehreren Mügelner Rechten einige Schläge ins Gesicht erhalten. Vor und während der antirassistischen Aktionswoche kam es bereits zu Angriffen auf Personen und das Vereinshaus. So werden seit Wochen die Scheiben des Hauses eingeworfen, rechte Sticker gegen den Verein geklebt und Personen verprügelt. Zwischenzeitlicher Höhepunkt war nach Angaben des RAA Sachsen e.V. der 22.08.2009, als 10 bis 15 Neonazis versuchten das Vereinsgebäude anzugreifen. Wie am 28.08.2009 führten sie ähnliche Gegenstände wie Teleskopschlagstöcke, Quarzhandschuhe, Schlagringe und Ketten mit sich. In der Nacht vom 22.08. hätten drei Nazis zudem einen Jugendlichen in Mügeln angegriffen und durch Schläge mit Quarzhandschuhen im Gesicht verletzt. Quelle: RAA Sachsen e.V., Vive le Courage, AIP Colditz

29.08.2009

Oschatz: Bei einem Fußballspiel hielten sich im Stadion ca. fünfzehn ortsbekannte Neonazis auf. Als Personen aus dieser Gruppe die Anhänger der Gästemannschaft vom Roten Stern Leipzig als "Scheiß Zecken" bezeichneten sowie einer der Neonazis einen Hitlergruß zeigte, kam es zu Auseinandersetzungen. Die vom Heimverein FSV Oschatz gestellten Order konnten zwar die Situation beruhigen, die Neonazis hielten sich jedoch noch nach Spielende im Stadion auf. Quelle: Chronik.LE

18.09.2009

Wurzen: Unbekannte haben in der Nacht zum Sonntag zwei Gartenlauben in der Wurzener Gartensparte „Prießnitz“ sowie den Eingangsbereich eines Wohngrundstückes in der Marienstraße mit "rechten Parolen" besprüht. Die Beseitigung der Schmierereien sei veranlasst und die Ermittlungen zu den Tätern aufgenommen worden, teilte die Polizei mit. Quelle: LVZ-Muldental

Eilenburg: Am Schulgebäude der Mittelschule in der Puschkinstraße wurde in der Nacht zum 19. August ein Schriftzug mit Bezug zu Rudolf Heß angebracht. Neonazis nutzen den Todestag des Nazikriegsverbrechers immer wieder, um mit Propagandamaßnahmen auf ihre Positionen aufmerksam zu machen. Quelle: LVZ-Delitzsch-Eilenburg

Machern: Während der Highland-Games kommt es am Wochenende zu äußerst gewalttätigen Übergriffen durch insgesamt mehr als zwei Dutzend mutmaßlicher Neonazis und deren Sympatisanten auf Besucher. Mehrere Personen werden u.a. ein Nasenbeinbruch, eine Trommelfellverletzung, ein Armbruch, Augen- und Mundverletzungen sowie Sachschäden zugefügt. Betroffen sind auch junge Frauen, von welchen mindestens eine einen Schlag mit einer Bierflasche auf den Kopf erhält. Ein anderer Betroffener muss sich mutmaßlich einer Augenoperartin unterziehen, wie im Internet berichtet wird. Es werden außerdem Türen und Zäune eingetreten, Mülltonnen und Inventar angebrannt, Biergarnituren in Richtung anderer Gäste geworfen. Beobachtet wurde, wie eine "Busladung" mit "Sozialen Nationalen Jugendlichen" betrunken, ohne Rucksackkontrolle und ohne Eintritt zu bezahlen, auf das Gelände gelangen konnte. Gemutmaßt wird, dass die Neonazis unter der Security Bekannte und Anhänger hatten. Quelle: LVZ-Muldental, 38th-district.de

21.08.2009

Wurzen : Über mehrere Wochen hinweg hat eine Gruppe jugendlicher Neonazis in Wurzen eine junge Frau in ihrer Wohnung terrorisiert. Die Nazis treffen sich nach Angaben des Netzwerks für Demokratische Kultur e.V. (NDK) oft zum Feiern in dem Haus in der Schillerstraße, in dem auch der mutmaßliche Kopf der Gruppe zusammen mit seiner Mutter wohnt. Die Bedrohungen und Belästigungen begannen Anfang Juli mit Nazi-Auklebern auf dem Briefkasten der Schülerin. In den folgenden Tag wurde mehrfach mit Paintballkugeln auf ihre Fenster geschossen, zwei auf dem Hof aufgehängte T-Shirts wurden gestohlen. Höhepunkt des Psychoterrors waren zwei versuchte Einbrüche. Angesichts der ständigen Bedrohungen und Einschüchterungen ist die 18-Jährige am Sonntag Hals über Kopf ausgezogen. Quelle: NDK, Betroffene

23.08.2009

Taucha: 15 Hooligans haben beim Stadtfest drei Ausländer überfallen. Unter rassistischen Parolen schlugen sie einen 23-jährigen Libanesen zu Boden und traten anschließend zu. Die Polizei brachte den Mann in Sicherheit. Zehn Tatverdächtige wurden festgenommen. Quelle: Polizei Sachsen

24.08.2009

Eilenburg: In der Dr.-Belian-Straße sind nach Polizeiangaben Schmierereien mit "rechtsgerichtetem Inhalt" an Hauswände gesprüht worden. Quelle: Polizei Sachsen

28.08.2009

Mügeln: In der Stadt kommt es mehreren Angriffen durch Neonazis. Am späten Abend versammeln sich etwa 50 vor dem Gebäude des Vive-le-Courage-Vereins und greifen es an. Ebenso die herbei geruifenenen Polizeibeamten, die sie mit Bierflaschen, Pyrotechnik und Leuchspurmunition beschießen, wie berichtet wird. Sie führen Elektroschocker, Schreckschusspistolen, Schlagringe, Teleskopschlagstöcke und ähnliche Gegenstände mit sich und zeigten vor den Augen der Polizei den Hitler-Gruß. Außerdem waren rechte Parolen wie „Sieg Heil“ oder „Heil Hitler“ zu hören. Nachdem die Neonazis abzogen waren, griffen sie kurze Zeit später einen Jugendlichen an. Er habe von mehreren Mügelner Rechten einige Schläge ins Gesicht erhalten. Vor und während der Antirassistischen Aktionswoche kam es bereits zu Angriffen auf Personen und das Vereinshaus. So werden seit Wochen die Scheiben des Hauses eingeworfen, rechte Sticker gegen den Verein geklebt und Personen verprügelt. Zwischenzeitlicher Höhepunkt war nach Angaben der Opferberatung RAA Sachsen e.V. der 22.08.2009, als 10 bis 15 Neonazis versuchten das Vereinsgebäude anzugreifen, wobei sie hier Teleskopschlagstöcke, Quarzhandschuhe, Schlagringe und Ketten mit sich führten. In der Nacht vom 22.08. hätten drei Nazis zudem einen Jugendlichen in Mügeln angegriffen und durch Schläge mit Quarzhandschuhen im Gesicht verletzt. Quelle: RAA Sachsen e.V., AIP Colditz, Chronik.LE

04.09.2009

Wurzen : Ein Großflächenplakat, mit dem die Grünen in Wurzen für die Bundestagswahl werben, wurde Anfang September mit Nazi-Parolen wie "NPD forever" und "Heil Hitler" beschmiert. Der Kreisverband hat deswegen Anzeige erstattet. Die mit der Betreuung der Werbefläche beauftragte Firma werde das Plakat zeitnah ersetzen. "Der Vorfall zeigt einmal mehr, wessen Geistes Kind die NPD und ihre Anhänger sind", so Grünen-Sprecher Miro Jennerjahn. Quelle: miro-jennerjahn.eu

26.09.2009

Wurzen: In der Nacht, nach einem Punkkonzert im D5, versuchen mehrere mutmaßliche Neonazis in das Haus einzudringen. Durch den Lärm werden Mitglieder einer Band, die hier übernachten, wach und können die überraschten Nazis überzeugen, das Gelände zu verlassen. Quelle: NDK

27.09.2009

Colditz: In der Nacht vom 26. auf den 27. September wurde zum wiederholten Male ein Elektrogeschäft angegriffen. Dabei wurde auch der angrenzende Proberaum der Punkband "Hematom" in Mitleidenschaft gezogen. Die unbekannten Täter warfen am Sonntagmorgen zwischen 3 und 4 Uhr zahlreiche rot-braune Farbbomben an die Fasade des Hauses, an die Sicherheitsglasfenster und an die Tür. Nach vorläufigen Schätzungen des Geschäftsführers entstand ein Sachschaden von rund 3000 Euro. Quelle: ChronikL.E.

03.10.2009

Mügeln: Ein 24-Jähriger wurde am Sonnabend gegen 19 Uhr auf offener Straße von einer ihm bekannten Person im Vorbeigehen ins Gesicht geschlagen. Der Geschädigte sei mit Verdacht auf eine Nasenbeinfraktur ins Krankenhaus gebracht worden, meldet die Polizei. Wie sich herausstellte, ist nicht nur die Nase gebrochen, sondern auch ein Knochen unter dem Auge gesplittert. Nach Angaben der Polizei ist die Ursache der Tat noch unbekannt, die Ermittlungen laufen. Der Geschädigte sowie ein Begleiter, die vom soziokulturellen Verein "Vive le Courage" kamen, identifizierten den Täter als ortsbekannten Neonazi. Quelle: Polizei Sachsen, Vive le Courage

03.10.2009

Wurzen: Ein auf der Videoplattform Youtube eingestellter Film zeigt Neonazis des "Freien Netzes" bei einem Fußballturnier. Um dem mäßig attraktiven Gekicke zumindest einen politischen Zweck zu verleihen, berichteten die Neonazis später unter dem Motto "Das System ins Abseits": "Am Tage der Teilvereinigung, trafen sich Aktivisten und Freunde [...] um dem Ballsport zu frönen". Demnach habe das Turnier dazu gedient, "die Grundlage für eine weitere gute und produktive Zusammenarbeit [zu] legen". Der Bericht fand sich auf der Internetseite "Aktionsbüro Nordsachsen". Acht Mannschaften aus Torgau, Grimma, Eilenburg und Nordsachsen hätten teilgenommen; eine Mannschaft hätten die Wurzener selbst gestellt. Die Teams trugen illustre Namen wie "Sturm Grimma", "Sturm 20 Torgau", "Wurzner Jungs" oder "Terror Crew Muldental". Insgesamt sollen 90 Personen anwesend gewesen sein. Quelle: Chronik.LE

14.10.2009

Wurzen: Im Stadtgebiet von Wurzen tauchen am Mittwochmorgen Plakate auf, die für einen Aufmarsch der "Nationalen Sozialisten" am 17.10.2009 in Leipzig werben. Diese werden von aufmerksamen BürgerInnen entfernt. Quelle: Chronik L.E.

Wurzen: Durch die Mitarbeiterin des Penny-Marktes in der Marienstraße wird gegen 17.00 Uhr bekannt,dass mehrere Männer, die eindeutig dem Neonazispektrum von Wurzen zuzurechnen sind (wie AugenZeug_innen berichten)im Markt herumgrölen und eine Flasche Schnaps entwendet haben. Durch die Polizei werden drei Tatverdächtige im Alter von 19, 26 und 27 Jahren im Stadtgebiet aufgegriffen. Der 26-Jährige reagiert sehr aggressiv und versucht sich aktiv gegen den ausgesprochenen Platzverweis zur Wehr zu setzen. Daher muss er sich nun wegen des Verdachts des Diebstahls sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verantworten.

Am gleichen Tag, gegen 20.10 Uhr wird ein Mitarbeiter eines weiteren Wurzener Supermarktes aus der gleichen Gruppe heraus durch einen Mann bedroht und geschlagen. Die Gruppierung kann jedoch noch vor dem Eintreffen der Polizei flüchten.

Gegen 21.45 Uhr wird bekannt, dass ca. 12 Personen einen

Informationsbus der "Barmer Zelt Mission" (christliche Vereinigung) am Clara-Zetkin-Platz mit Flaschen und Steinen bewerfen (Sachschaden ca. 1.000 Euro) und die Mitarbeiter beschimpfen. Als sich ein Einsatzfahrzeug der Polizei näherte, rannte ein Mann über die Fahrbahn und stieß gegen das Fahrzeug. Wie sich herausstellte, handelte es sich um den bereits im Vorfeld aufgefallenen 26-Jährigen. Er wurde nicht verletzt. Durch die eingesetzten Polizeibeamten wurden Personalien,

darunter auch die der drei des Diebstahls im Penny-Markt verdächtigen Männer, festgestellt und Platzverweise ausgesprochen. Drei Männer (24/26/27) kamen auch der wiederholten Aufforderung, den Platz zu verlassen, nicht nach und setzten sich teilweise aktiv zur Wehr. Sie wurden in Gewahrsam genommen. Die Ermittlungen zu den genannten Vorfällen sind noch nicht abgeschlossen. Quelle: Polizei Sachen, Verkäufer

17.10.2009

Delitzsch: Ein 24-Jähriger wurde am Samstag (17.10.2009), nach 20.00

Uhr, durch mehrere Personen im Zug auf der Fahrt von Leipzig nach Delitzsch verbal belästigt. Der Geschädigte ordnete die Gruppierung der rechten Szene zu. Nach dem Aussteigen in Delitzsch zwangen ihn die Personen unter Androhung von Gewalt, mit ihnen gemeinsam Fotos zu machen. Dabei wurde er auch festgehalten, jedoch nicht verletzt. Die Ermittlungen dauern an. Quelle: Polizei Sachsen

24.10.2009

Brandis: Beim Auswärtsspiel des Roten Stern Leipzig (RSL) beim FSV Brandis kommt es zu einem gewalttätigen Angriff von ca. 50 Personen gegenüber den Spielern, Verantwortlichen und Fans des RSL. Die Angreifer sind dem neonazistischen Spektrum zuzuordnen. Mindestens 12 der Angreifer kamen aus Wurzen und Umgebung.

Auf Nachfrage schilderten Verantwortliche des FSV Brandis und eingesetzte Polizisten, dass sie bereits im Vorfeld Erkenntnisse hatten, dass Nazis zum Spiel anreisen wollten. Dennoch konnten die Vereinsordner und die wenigen anwesenden Polizisten nicht die Sicherheit gewährleisten. Auffällig ist, dass ein Brandiser Ordner der angreifenden Personengruppe einen separaten Eingang öffnete, sich daraufhin vermummte und an den Auseinandersetzungen auf Seiten der Nazis teilnahm. Nach dem unkontrollierten Betreten des Sportplatzes bewaffneten sich die Angreifenden mit Eisenstangen, Steinen und Holzlatten, die mutmaßlich auf dem Sportplatz deponiert waren. Dieser Umstand lässt auf einen geplanten Angriff schließen. Für eine vorzeitige Planung der Aktion spricht zusätzlich die Teilnahme von einschlägig bekannten Neonazi-Aktivisten. Die politische Motivation des Angriffes ist durch die Rufe der Angreifer „Scheiß Zecken“ und „Scheiß Rote“ belegt. Mit Anpfiff des Spiels warfen die zum Teil vermummten Personen pyrotechnische Erzeugnisse und Steine in die Reihen der RSL-ZuschauerInnen. Daraufhin kam es zu Jagdszenen, sofort wurden wahllos die Fans des Roten Sterns mit den bereitgestellten Gegenständen angegriffen, welche sich bis zum Eintreffen der Polizei selbst schützen und erwehren musste. Im Zuge der Angriffe wurden drei Personen schwer, und weitere Personen verletzt. Zur Zeit werden die Schwerverletzten in Krankenhäusern behandelt. Durch den Neonaziangriff wurde die Partie nach zwei Minuten abgebrochen. Quelle: PM Roter Stern Leipzig ´99 e.V.

28.10.2009

Grimma: Unbekannte zerkratzten zwischen dem 27.10.2009, 12.00 Uhr, und dem 28.10.2009, 12.00 Uhr, die Fassade eines Hause am Nicolaiplatz. In die Haustür und die Fassade wurden mehrere rechtsgerichtete Symbole und Schriftzeichen eingeritzt. Die Höhe des Sachschadens wurde nicht übermittelt. Quelle: Polizei Sachsen

30.10./ 01.11.2009

Markkleeberg: Unbekannte beschmieren am Wochenende die Wand eines Gymnasiums mit rechtsgerichteten Symbolen und Parolen. Sachschaden ca. 1.000 Euro. Quelle: Polizei Sachsen

02.11./ 03.11.2009

Wurzen: Gegen 23.00 Uhr läuft eine Gruppe von fünf bis sieben Neonazis mit einem Transparent "Nationaler Sozialismus jetzt!" durch die Innenstadt. Es werden zudem Parolen gerufen, die mutmaßlich neonazistischen Inhalts waren, allerdings werden sie nicht vollständig von Zeug_innen verstanden, ebenso wenig werden die Nazis erkannt. Quelle: Zeug_innen

15.11. 2009

Wurzen: Ca. 160 Nazis aus Wurzen und der Region (Leipzig, Landkreis Leipzig, Nordsachsen) hielten zum Volkstrauertag zwischen 18.00 und 19.30 Uhr am Kriegsopferdenkmal am Alten Friedhof in Wurzen eine Kundgebung ab. Aufgerufen dazu hatten dazu die Jungen Nationaldemokraten (JN), Anmelder war Tommy Naumann, "JN-Stützpunktleiter" in Leipzig, der sich auch für die Anmeldung der Leipziger Neonazis-Demonstration am 17.10.2009 verantwortlich zeichnete. Die Polizei war mit mehreren Hundertschaften vor Ort.Nur wenige Tage zuvor wurde bekannt, dass die Kundgebung - im Gegensatz zu den voran gegangenen Jahren - dieses mal offiziell angemeldet worden war. Obwohl zwischen Verwaltung und lokalen Akteuren seit einem Jahr immer wieder thematisiert wurde, wie dieser jährlich stattfindenden Neonaziveranstaltung in Wurzen wirkungsvoll begegnet werden kann, folgten die Verantwortlichen keinem der auf eine Verhinderung zielenden Strategievorschläge.Favorisiert wurde eine "Gegenveranstaltung" am Nachmittag des gleichen Tages, die dann zwischen 14 und 16 Uhr am Denkmal stattfand und zu der sich ca. 60 BürgerInnen begaben. Allerdings waren unter ihnen auch ca. 15 NPDler und deren Sympathisanten, u.a. die Stadträte Schroth und Möbius (ATSV) und NPD-Kreischef Müller, die ein Gebinde niederlegten. Quelle: NDK

Colditz: Zwei unbekannte Täter beschädigten gegen 01.25 Uhr die Scheibe eines Dönerverkaufsstandes am Untermarkt. Gegen 03.00 Uhr skandierten Neonazis aus einem Audi heraus zwischen Untermarkt und Obermarkt rechtsradikale Parolen. Die Ermittlungen dauern an. Quelle: Polizei Sachsen

Landkreis Leipzig: Ein 25-jähriger Mann aus dem Landkreis Leipzig wurde unter dem dringenden Tatverdacht der gefährlichen Körperverletzung in vier Fällen und der versuchten gefährlichen Körperverletzung in einem Fall festgenommen. Ihm wird zur Last gelegt, sich aktiv am gewalttätigen Überfall auf Anhänger des Vereins Roter Stern Leipzig e. V. am 24.10.2009 in Brandis beteiligt zu haben. Somit befinden sich im Zusammenhang mit den Übergriffen in Brandis sechs Beschuldigte in Untersuchungshaft. Zugleich wurden heute neben der Wohnung des Festgenommenen die Wohnungen von vier weiteren Tatverdächtigen im Alter von 18 Jahren bis 31 Jahren im Landkreis Leipzig durchsucht. Es wurden verschiedene Beweisgegenstände sichergestellt. Die Beschuldigten sind bereits zum Teil einschlägig wegen Körperverletzungsdelikten strafrechtlich vorbestraft. Quelle: Polizei Sachsen

22.11.2009

Region: In Delitzsch-Eilenburg, Torgau, Oschatz und Wurzen wurden gleichzeitig "Stützpunkte" der NPD-Nachwuchsorganisation JN (Junge Nationaldemokraten) gegründet. Die Gründungsversammlung der vier neuen Stützpunkte fand im NPD-Büro in der Odermannstraße in Leipzig statt; der Leipziger Stützpunktleiter, auch Chef der JN Sachsen, Tommy Naumann freute sich über angebliche 80 "Interessenten". Ein weiterer JN-Stützpunkt sei in Borna geplant.

Damit strukturiert sich die jüngere Neonazi-Szene in Nordsachsen und dem Muldental neu. Nach Vorarbeit des ehemaligen Kameradschaftsführers und Initiators des "Freien Netzes" Maik Scheffler sollen die JN-Stützpunkte die "Freien Kräfte" an die NPD binden. Dank der neuen JN-Stützpunkte, welche die vorhandenen "losen Kameradschaften und Einzelgruppierungen" bündeln würden, entstünde nun eine "weltanschaulich einheitlich ausgerichtete Gemeinschaft". Die lockere Organisationsform sei zwar nötig gewesen, um "die Köpfe frei zu machen für einen neuen Weg", hätte aber zu "einer verworrenen Hierarchie verbunden mit oft ins Leere laufendem Aktionismus" geführt, so JN-Chef Tommy Naumann bei der Gründungsversammlung. In einer Meldung der NPD Nordsachsen wird beklagt, dass die "nationalen Kräfte" in Gestalt von Kameradschaften oder Einzelpersonen zuvor "eher nebeneinander als miteinander politisch gearbeitet haben". Nun aber würden diese zu einer "jugendlichen Gesinnungs- und Tatgemeinschaft unter dem Dach der NPD" geformt. NPD-Organisationsleiter Scheffler bemüht sich in seiner Erklärung wie üblich, die "Bewegung der nationalen Jugend in Nordsachsen" mit verschiedenen blumigen Metaphern herbeizuschreiben: Es handele sich um "eine Zahn in Zahn greifende Maschinerie", um "eine konstruktive Schaffensebene des inneren Kerns der nationalen Bewegung" oder auch einen "Zahn im Getriebe einer fortschrittlichen und einheitlichen Bewegung". Zusammen mit der "erfolgreichen Neuausrichtung der NPD-Kreisverbände der genannten Regionen" sollen die neuen JN-Stützpunkte die Voraussetzungen dafür schaffen, um "aus dem bereits bestehenden Wurzelgeflecht in Sachsen unverrückbare Bäume wachsen zulassen".

Scheffler strebt erklärtermaßen an, dem Landkreis Nordsachsen zur "zweiten Sächsischen Schweiz" der NPD zu machen. Allerdings gibt es zur Kontaktaufnahme bisher nur E-Mail-Adressen für Delitzsch-Eilenburg und Wurzen, nicht aber für die angeblichen Stützpunkte in Torgau und Oschatz.

Der Leiter des JN-Stützpunktes Muldental verkündete im Internet - allerdings nur in einem Kommentar beim "Aktionsbüro Nordsachsen" und nicht auf der Seiter der "NPD Muldentalkreis" -, dass die in den letzten Jahren vernachlässigte "nationale Jugendarbeit" im Raum Wurzen und Grimma nun im Rahmen der JN reorganisiert werden solle. Um "Mitstreiter für unsere deutsche Sache" zu werben, werde neben politischen Aktionen auch auf Angebote aus den Bereichen Sport, Kultur, Brauchtum, Geschichte und Kunst gesetzt. Damit wolle man einen "Gegenpol zu den Verdummungsmedien und den so genannten 'demokratischen Netzwerken' in der Region schaffen." Quelle: Chronik.LE

25.11.2009

Region: Es werden fünf junge Männer im Alter von 19 bis 28 Jahren unter dem dringenden Tatverdacht festgenommen, sich aktiv an dem gewalttätigen Überfall auf Anhänger des Vereins Roter Stern Leipzig e.V. am 24.10.2009 in Brandis beteiligt zu haben. Zudem werden vier Wohnungen durchsucht und Beweismaterial sichergestellt. Der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Leipzig hatte wegen des jeweils bestehenden dringenden Tatverdachts der gefährlichen Körperverletzung in vier Fällen und der versuchten gefährlichen Körperverletzung in mindestens einem Fall auf Antrag der Staatsanwaltschaft die heute vollzogenen Haftbefehle und Durchsuchungsbeschlüsse erlassen, berichtet die Polizei. Im Zuge der Ermittlungen seien bisher insgesamt mehr als 275 Zeugenvernehmungen und sonstige Befragungen durchgeführt wurden. Die Festgenommenen sind in Leipzig, dem Landkreis Leipzig und in Görlitz wohnhaft, dem jeweils dortigen rechten gewaltbereiten Spektrum zuzurechnen und zum Teil einschlägig wegen Körperverletzungsdelikten und wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vorbestraft, zwei Beschuldigte standen zum Tatzeitpunkt unter laufender Bewährung. Im Ergebnis sei festzustellen, dass die Kontakte in dieser Szene auch überregional bestehen, so die Polizei. Quelle: Polizei Sachsen

29.11.2009

Colditz: Im Zentrum der Stadt griffen drei Personen gegen 1.25 Uhr einen Dönerladen an und zerstörten mehrere Scheiben. In den letzten drei Jahren ist das bereits mehrfach passiert. Der Sachschaden beträgt diesmal 1.500 Euro. Kurz nach dem Angriff fuhr ein Auto an dem Geschäft vorbei, aus welchem der Hitlergruß gezeigt sowie "Freiheit für Deutschland" skandiert wurde. Nach Augenzeug_innen-Angaben fuhr das Auto in der falschen Richtung durch die Einbahnstraße, an welcher das Dönergeschäft liegt. Die von Anwohner_innen alarmierte Polizei rückte daraufhin gleich mit mehreren Einsatzwagen in Colditz an. Laut Polizeimeldung seien gegen drei Uhr aus einem Auto heraus wieder Naziparolen skandiert worden. Ob damit das gleiche Auto gemeint ist, wie das von Augenzeug_innen beobachtete, lässt sich nicht sagen. Bereits einige Tage zuvor wurden bei einem Gewerbetreibenden in der Stadt vier Fensterscheiben eingeworfen. Der Betroffene war zuvor mehrfach von vermummten Personen bedroht worden, die der örtlichen Neonazi-Szene zugerechnet werden können. Es laufen polizeiliche Ermittlungen. Quelle: Chronik.LE, Polizei Sachsen

Bad Lausick: In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag versuchten drei Personen in ein Wohnhaus in Bad Lausick (Landkreis Leipzig) einzudringen. Sie traten laut Augenzeug_innen massiv und minutenlang gegen die Haustür, die dem aber stand hielt. Bei den Tätern handele es sich um orts- und polizeibekannte Neonazis. Nach dem gescheiterten Einbruchsversuch seien sie in eine Wohnung gegenüber dem angegriffenen Haus zurückgekehrt. Die per Telefon alarmierte Polizei habe es erst nach über zwei Stunden zurückgerufen und sich erkundigt, ob es wieder ruhig sei. Die Hausbewohner_innen haben Anzeige erstattet. Auch das Landeskriminalamt/Soko Rex sei eingeschaltet worden, da sich Vorfälle dieser Art in letzter Zeit häufen. Im Polizeibericht der zuständigen Polizeidirektion Westsachsen taucht der Vorfall jedoch nicht auf. In dem angegriffenen Wohnhaus befinden sich zwei Wohngemeinschaften, die im Fokus der örtlichen Neonazi-Szene stehen. Nach Angaben der Bewohner_innen zeigen Neonazis häufig Präzenz vor dem Haus, meist bleibe es aber bei Pöbeleien.

Quelle: Chronik.LE

14.12.2009

Landkreis Leipzig: Ein 25-jähriger Mann aus dem Landkreis Leipzig wurde unter dem dringenden Tatverdacht der gefährlichen Körperverletzung in vier Fällen und der versuchten gefährlichen Körperverletzung in einem Fall festgenommen. Ihm wird zur Last gelegt, sich aktiv am gewalttätigen Überfall auf Anhänger des Vereins Roter Stern Leipzig e. V. am 24.10.2009 in Brandis beteiligt zu haben. Somit befinden sich im Zusammenhang mit den Übergriffen in Brandis sechs Beschuldigte in Untersuchungshaft. Zugleich wurden heute neben der Wohnung des Festgenommenen die Wohnungen von vier weiteren Tatverdächtigen im Alter von 18 Jahren bis 31 Jahren im Landkreis Leipzig durchsucht. Es wurden verschiedene Beweisgegenstände sichergestellt. Die Beschuldigten sind bereits zum Teil einschlägig wegen Körperverletzungsdelikten strafrechtlich vorbestraft. Quelle: Polizei Sachsen

16.12.2009

Geithain: Die Neonazis des ehemaligen "Freien Netzes" scheinen das sogenannte "Outing" im Internet für sich entdeckt zu haben - schon im Oktober veröffentlichten Delitzscher Neonazis Informationen aus dem Privatleben einer Person. Dabei bleibt es nicht: jeweils gehen explizite Drohungen mit der Veröffentlichung einher.

In diesem Fall waren die veröffentlichten persönlichen Informationen nicht so umfassend wie in Delitzsch: Die Geithainer Neonazis stellten bei Youtube ein Video mit Privatfotos von Geithainer Jugendlichen ein. Die Bilder stammen aus dem social network "StudiVZ". Ein auf der Seite des "Freien Netzes Borna-Geithain" veröffentlichter Drohbrief hatte es dafür umso mehr in sich. "n Zukunft [...] müsst ihr mit Erziehungsmaßnahmen, Outingaktionen, Flugblätter, Plakaten, Hausbesuchen und Wohnungs- bzw. Autobeschädigungen rechnen", schreiben die Neonazis an die auf dem Video gezeigten Personen. In wirrem Deutsch drohen sie mit Selbstjustiz: "Es gibt nämlich Menschen, die sich manche Sachen nicht lange mit anschauen und bei Untätigkeit vom Staat gern die Justiz in die eigene Hand nehmen!" Die Betroffenen erstatteten Anzeige bei der Polizei. Quelle: Chronik.LE

17.12.2009

Leipnitz: Unbekannte beschmieren in den frühen Morgenstunden die Fassade des ehemaligen Kinderheimes mit rechtsgerichteten Parolen. Die Höhe des Sachschadens ist derzeit nicht bekannt. Quelle: Polizei Sachsen

21./22.12.2009

Grimma: Gegen 23.30 Uhr wird ein 22 Jahre alter Mann in der Nähe der Sparkasse von drei mutmaßlichen Neonazis, die aus Richtung ARAL-Tankstelle kommen zuerst beschimpft (Scheiß Zecke! Scheiß Antifa!) und ihm danach von hinten gegen den Kopf geschlagen, vermutlich sogar mit einem Gegenstand. Der darauf hin zu Boden gegangenen Mann wurde daraufhin mehrmals gegen den Kopf getreten, so dass er ambulant im Krankenhaus versorgt werden musste. Er erlitt mehrere Hämatome im Gesicht. Quelle: Betroffener

22.12.2009

Grimma: Gegen 22.10 Uhr liefen drei junge Männer über den Volkshausplatz in Richtung Muldenbrücke, als ein PKW Ford Ka neben ihnen hielt. Aus dem Fahrzeug stiegen mehrere mutmaßliche Neonazis aus, welche neonazistische Parolen riefen. Sie warfen mit einer Bierflasche, schlugen und traten danach auf zwei der Männer ein. Der Dritte (15) konnte flüchten. Die beiden (22,18) erlitten Platzwunden, Rippenprellungen und Schulterverletzungen und mussten ins Krankenhaus transportiert werden. Anzeige wurde erstattet. Gesucht werden Zeugen, die den Sachverhalt beobachtet haben. Besonders der Fahrer eines unbekannten PKW der zu diesem Zeitpunkt die Muldenbrücke in Richtung Grimma passierte. Sachdienliche Hinweise bitte unter Angabe der VG-Nr. 1040 an das Polizeirevier Grimma, Tel. (03437) 708925100 oder an jede andere Polizeidienststelle. Quelle: Betroffener, Polzei Sachsen

23.12.2009

Wurzen: Ein Lokführer und ein 20-Jähriger werden in der Nacht zum 23. Dezember auf dem Bahnhof in Wurzen Opfer von vier Schlägern. Die Soko Rexermittelt, denn vor ihrem Überfall fielen die Täter durch rechte Parolen auf. Zwei der vier Täter, die auf dem Bahnsteig gewartet hatten, stürmten in den ersten Wagen und auf den 20-Jährigen zu, bedrohten ihn mit einem Küchenmesser und schlugen auf ihn ein. Die anderen beiden Täter blockierten die Tür des Regionalexpresses, so dass der nicht weiterfahren konnte. Als sich der Zugführer einschaltete, wurde ihm eine Glasflasche auf den Kopf geschlagen, zudem wurde er mit dem Messer bedroht. Der 50-Jährige erlitt eine Platzwunde, die im Krankenhaus genäht werden musste. Das teilweise maskierte Täter-Quartett flüchtete nach dem Überfall. Ihnen wird gefährliche Körperverletzung und Verwendung verfassungswidriger Symbole vorgeworfen.

Wie die Staatsanwaltschaft Leipzig und das Landeskriminalamt Sachsen am 14.01.2010 erklärten, wurden am 13.01.2010 in einer konzertierten Aktion mit der Soko Rex in Wurzen zwei Männer (24, 26) wegen des dringenden Tatverdachtes der gemeinschaftlichen und gefährlichen Körperverletzung festgenommen, deren Wohnungen durchsucht und Beweismaterial sichergestellt. Sie befinden sich in Untersuchungshaft.Den beiden Beschuldigten wird zur Last gelegt, zusammen mit zwei weiteren namentlich bekannten 19 und 27 Jahre alten Männern aus Wurzen oben beschrieben Taten begangen zu haben, erklärte Staatsanwaltssprecher Ricardo Schulz. Die vier Beschuldigten seien nach vorliegenden Erkenntnissen der gewaltbereiten rechten Hooliganszene Wurzens zuzurechnen. Sie seien zum Teil bereits mehrfach erheblich wegen Körperverletzungs- und Eigentumsdelikten vorbestraft, außerdem wegen des Verbreitens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen strafrechtlich in Erscheinung getreten. Einer von ihnen steht zudem wegen Körperverletzung unter laufenden Bewährung.Der 19-jährige Beschuldigte wurde mangels Haftgründen wieder entlassen. Nach dem vierten 27-Jährigen wurde mehrere Tage gefahndet, bis der z.Z. auf Bewährung Verurteilte sich schließlich doch noch der Polizei stellte. Die mutmaßlichen Täter müssen mit Strafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren rechnen. Quelle: LVZ-Muldental, Polizei Sachsen

29.12.2009

Wurzen: Unbekannte zerstören im Zeitraum vom 28.12.2009, 22.30 Uhr, bis 29.12.2009, 08.30 Uhr, mit einem unbekannten Gegenstand die Verglasung der Eingangstür des Döner-Imbisses am Clara-Zetkin-Platz (Martin-Luther-Straße). Es entstand ein Sachschaden in Höhe von 250,- Euro. Quelle: Polizei Sachsen

Bad Lausick: In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag versuchten drei Personen in ein Wohnhaus in Bad Lausick einzudringen. Sie traten laut Augenzeug_innen massiv und minutenlang gegen die Haustür, die dem aber stand hielt. Bei den Tätern soll es sich um orts- und polizeibekannte Neonazis handeln, wurde berichtet. Nach dem gescheiterten Einbruchsversuch seien sie in eine Wohnung gegenüber dem angegriffenen Haus zurückgekehrt. Die per Telefon alarmierte Polizei habe erst nach über zwei Stunden zurückgerufen und sich erkundigt, ob es wieder ruhig sei. Die Hausbewohner_innen haben Anzeige erstattet. Auch das Landeskriminalamt/Soko Rex sei eingeschaltet worden, da sich Vorfälle dieser Art in letzter Zeit häufen. Im Polizeibericht der zuständigen Polizeidirektion Westsachsen taucht der Vorfall jedoch nicht auf. In dem angegriffenen Wohnhaus befinden sich zwei Wohngemeinschaften, die im Fokus der örtlichen Neonazi-Szene stehen. Nach Angaben der Bewohner_innen zeigen Neonazis häufig Präzenz vor dem Haus, meist bleibe es aber bei Pöbeleien. Quelle: RAA Leipzig e.V.

16.01.2010

Trebsen: An dem Auto einer Bürgerin mit japanischem Migratinshintergrund wurden nun zum wiederholten Male Neonazi-Aufkleber befestigt. Diesmal handelte es sich nicht nur um einen, wie in der Vornacht, sondern das Auto wurde fast vollständig mit rechtem Gedankengut beklebt. Quelle: RAA Sachsen e.V.

19./20.01.2010

Colditz: Zeug_innen berichten, dass in der wieder mutmaßliche Neonazis der Stadt waren und mehrere Häuser in der Innenstadt mit Parolen und Symbolen beschmiert haben, so z.B. das Rathaus, die Sparkasse, die Raiffeisenbank, ein Modehaus, Gebäude auf dem Kirchberg sowie wiederholt ein Elektrogeschäft. Quelle: Zeug_innen

28.01.2010

Eilenburg: Unbekannte beschmierten in der Nacht zum 28.1.2010 die Wand einer Mittelschule mit rechtsgerichteten Parolen. Die Höhe des Sachschadens ist nicht bekannt. Quelle: Polizei Sachsen

29.01.2010

Colditz: Gegen 21.00 Uhr werden vier junge Männer (22-25 Jahre) in der Lausicker Straße von vier vermummten Neonazis geschlagen und verletzt. Die sofortige Fahndung und Täterermittlung führte zu vier Tatverdächtigen im Alter von 21-53 Jahren. Bei den Opfern handele es sich um Punks aus Grimma und Colditz, informierte die sächsische Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz. Wie die Polizei mitteilte, werde mit Hochdruck nach weiteren Tätern gesucht. Der Gewalt waren mehrfach Beschimpfungen und Bedrohungen vorausgegangen, die vom Fahrer (25) eines silbergrauen Mercedes Kombi begangen worden. Nur wenig später stiegen mehrere vermummte Personen aus dem PKW, unter ihnen der 53jährige Tatverdächtige. Dieser lief direkt zu einem der jungen Männer und schlug ihm mit der flachen Hand ins Gesicht, welcher stürzte und sich die Schulter verletzte. Das zweite Opfer wurde durch einen 23jährigen Tatverdächtigen mit Schlägen und Tritten im Gesichtsbereich verletzt. Andere wurde von zwei weiteren Tätern attackiert, wobei zwei weitere Personen verletzt wurden. Laut einem Bericht des Antifaschistischen Infoportals Colditz bei Indymedia soll sich zur Tatzeit außerdem eine größere Gruppe von "Nazis, rechten und erlebnisorientierten Jugendlichen" auf dem Gelände eines der Täter und seiner Familie gesammelt haben. Seit geraumer Zeit würden dort zwei Gebäude saniert, woran sich Neonazis aus Colditz und der Region beteiligten.Quelle: Zeug_innen, Polizei Sachsen, Chronik.LE

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