Ich finde die Arbeit des NDK wichtig, weil …

Demokratie nicht nur eine politische Grundordnung ist, sondern auch einen Wertehorizont beschreibt, der unsere Zivilisation, unsere Gesellschaft, unsere Kultur ausmacht und damit jeden Tag aufs Neue erfahren, erstritten und erarbeitet werden muss. Das NDK ist ein Träger, der sich diese Aufgabe zu eigen gemacht hat und damit systemstabilisierend in die Gesellschaft wirkt.

Anne Pallas – Landesverband Soziokultur
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31. Januar 2008

Auschwitzbegegnungsprojekt Teil 2

Der Winter steht vor der Tür. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn: Unser Büro hat nun endlich eine Tür, die man schließen kann. Und somit bleibt der Winter draußen und die Wärme im Büro. Zu verdanken haben wir den Einbau des historischen neuen Türflügels, der seit dem Einzug ins D5 sein Dasein neben dem bis dato ständig offen stehenden Büroeingang fristen musste, Pater Marian, der mir-nichts-dir-nichts zwei Schüler der Salesianerschule in Oswiecim zur Hand nahm, gemeinsam mit ihnen den Flügel meisterhaft reparierte und seiner eigentlichen Bestimmung übergab. Aber von vorn: Das NDK ist seit 2001 Partner im Auschwitzbegegnungsprojekt und beteiligt sich an der Organisation und Durchführung, wenn das Projekt für eine Woche im Herbst Station in Wurzen macht und im und am Kultur- und BürgerInnenzentrum D5 malert, repariert, schleift und werkelt.

Ins Leben gerufen hat die Jugendbegegnung Jürgen Riechers, Sozialarbeiter der Schülerberatung des Jugendamtes Hannover in der Berufsbildenen Schule BBS6, 1994. Seitdem gibt es zweimal im Jahr eine 14tägige Begegnung von Berufsschülern aus Hannover und Oswiecim - jeweils ein Besuch in der Bundesrepublik und einer in Polen. War von 2001 bis 2006 das Berufliche Schulzentrum am Domplatz mit im Boot, so ist es seit 2008 nun das Bildungswerk Arbeit und Leben in Röcknitz, das uns im Projekt eine Woche lang unterstützt, den rund 15 Schülern aus Hannover und Oswiecim das dortige Internat zur Verfügung stellt, sich bestens um die Verpflegung sorgt und meisterhafte Anleitung im Malergewerk gibt. So erstrahlt mit Hilfe aller der Kulturkeller in neuem Farbglanz, sind endlich auch die letzten Fenster in Eiche-hell gestrichen und lässt sich, wie gesagt, unsere Büroetage verschließen. Das ganz nebenbei so manche "kleineren" Schäden und Unzulänglichkeiten von quietschenden Türen bis zu fehlenden Türschwellen beseitigt wurden, verdanken wir dem Allroundgenie und studierten Maschinenbauingeneur Pater Marian, der einfach nicht über eben diese Schwächen hinweg sehen kann - er muss sie einfach reparieren, ob wir wollten oder nicht. Und dass seine Abiturienten mit anpacken müssen und dabei viel lernen, versteht sich von selbst, schließlich ist er in der Salesianerschule auch Ausbilder und Lehrer. Abgerundet wurde die Arbeit durch einen Besuch unserer Hauptstadt und der Erinnerungs- und Begegnungsstätte im ehemaligen Geschlossenen Jugendwerkhof in Torgau.

Teil zwei der jährlichen Begegnung wird 2009 dann wieder in Oswiecim stattfinden. Auf der Tagesordnung stehen Erhaltungsmaßnahmen und Instandsetzungsarbeiten in den Gedenkstätten in Auschwitz und Birkenau und handwerkliche Hilfe im Waisenkinderdorf “Janusz Korczak” in Oswiecim Rajsko im Rahmen einer Patenschaftsübernahme. Außer Frage steht hier natürlich ebenso, dass die unfassbare Geschichte der ehemaligen Vernichtungs- und Arbeitslager, die Shoa und Gespräche mit KZ-Überlebenden an erster Stelle des pädagogischen Konzeptes des Auschwitzbegegnungsprojektes stehen, schließlich kommt die Bezeichnung nicht von ungefähr.

Übrigens wurde das Projekt schon mehrfach ausgezeichnet, u.a. vom Präsidenten des Deutschen Bundestages. Die dazugehörigen Urkunden hängen selbstverständlich an präsenter Stelle an den frisch gestrichenen Wänden im D5.

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