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sie eine vielfältige demokratische Kultur erlebbar machen in ihren vielen Projekten bis hin zu Begegnungen und organisierter Hilfe für Aussiedler und Geflüchtete vor Ort.
 

Gottfried Röthig – Augenoptiker aus Wurzen
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31. Dezember 2020

Was wir hatten - Was wir suchten - Was wir wollen

Die Vergangenheit erzählen, um die Zukunft zu finden.

In dem Projekt wollten wir das Selbstbewusstsein der Menschen in Wurzen und dem Wurzener Land durch die Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie und der damit verbundenen Geschichte des Ortes, stärken.

Dabei ging es uns einerseits darum, erzählen als therapeutische Form der Verarbeitung des Erlebten zu nutzen und andererseits diesen Erfahrungen einen Wert zu geben und für andere zugänglich zu machen. Dabei sollte der Austausch verschiedener Generationen im Vordergrund stehen, um Verständnis für die getroffenen Entscheidungen und Entwicklungen zu fördern. Frustrationen und die negative Sicht auf die eigene Situation sollten durchbrochen und durch neue Narrative bereichert werden. Geplant waren Interviews mit verschiedenen Menschen mit unterschiedlichen Biographien aus Wurzen und dem Wurzener Land, Erzählcafe´s zum Austausch der Erfahrungen und zwischen den Generationen, Projektwochen an Schulen und eine Ausstellung im öffentlichen Raum. 

Die Selbstreflexion und die Möglichkeit über die eigenen Erfahrungen zu sprechen und das diese gehört werden, sollte Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit der aktuellen gesellschaftlichen Situation sein.

Im Februar begannen wir mit den Intervwies. Wir konzentrierten uns bei der Auswahl der Interviewpartner*innen auf  die fünf Bereiche: Kultur, Sport, Wirtschaft, Schule und Gesundheit. In diesem Zusammenhang waren vor allem die ganz persönlichen Erfahrungen der Menschen in Bezug auf die Veränderungen, welche die Wende mit sich gebracht hat, im Fokus. Insgesamt haben wir 20 Interviews führen können. Angereichert mit verschiedenen Materialien und Hintergrundinformationen ist hieraus ein Buch entstanden, welches die Vielschichtigkeit von Umbrüchen wiederspiegelt und auch die Unterschiede in der Verarbeitung.

Neben dem Interview - und Buchprojekt war es uns wichtig auch den intergenerationellen Dialog zu diesem Thema zu fördern. Dazu haben wir zunächst mit je einer Gruppe aus dem Berufsschulzentrum und der Oberschule in einer Projektwoche zum Thema: DDR - Wende - Umbrüche im Leben gearbeitet. Dabei war es uns wichtig, mit den jungen Menschen auch die eigenen Erfahrungen zu reflektieren und mit ihnen über ihren eigenen Umgang mit Veränderungen zu sprechen. Bei den Projektwochen sind thematische Podcasts und Zinemagazine entstanden.

Podcast zum reinhören.

Podcast_BSZ_DDR-Musik.mp3

Sowohl die Interviews als auch die Ergebnisse der Projektwochen sind mit in der sich anschließenden Ausstellung verarbeitet worden. In zwei Schaufenstern der Wenceslaigasse in Wurzen haben wir das Thema in verschiedenen Facetten zur Ansicht gebracht. In einem Schaufenster wurde das Thema eher allgemein und auf persönlicher Ebene angesprochen, während das zweite Schaufenster vor allem auf die auf Wurzen bezogenen Bereiche und deren Entwicklung zeigte. Ein ganz besonderes Projekt war dabei der Wurzener Jazzclub, welcher verboten wurde. Hierzu haben wir mit einem Protagonisten von damals einen kleinen Film gemacht und er hat uns seine bereits erarbeitete Ausstellung und Material von damals zu Verfügung gestellt. 

Darüber hinaus ist ein Film mit Menschen entstanden, die einmal in Wurzen lebten bzw. immer noch leben und die über ihre Erfahrungen mit Veränderungen und Umbrüchen in ganz unterschiedlichen Kontexten sprechen. Auch dieser Film ist in der Ausstellung sehen. 

Hier können Sie in den Film reinschauen.

Aufgrund der Einschränkungen im verganenen Jahr konnten wir die geplanten Erzählcafe´s und die Veranstaltungsreihe nicht mehr durchühren. Wir werden dieses Ansatz aber weiterhin verfolgen und die Interviewten zu gemeinsamen Gespräch 2021 einladen.

Im Nachgang des Projektes gab es noch einen längeren Radiobeitrag auf Radio Blau zum Projekt. 

Radiobeitrag

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