14. Mai 2026
Drei Aktionen im Zuge der erinnerungspolitischen Wochen!
Am Sonntag, den 3. Mai hat zum 27. Mal das Format der Gedenkfahrt stattgefunden. Mit dem Fahrrad sind wir gemeinsam von Borsdorf nach Wurzen gefahren und haben den Opfern der Todesmärsche im Frühjahr 1945 gedacht sowie an die Geschichte der Überlebenden erinnert. An den jeweiligen Stationen in Borsdorf, Gerichshain, Machern, Bennewitz und Wurzen vergrößerte sich die Gruppe der Radler:innen um engagierte Besucher:innen von vor Ort. Es wurden Redebeiträge gehalten und es wurde die Geschichte von Blanka Pudler erzählt, einer ungarischen Jüdin, die das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz überlebte, schließlich in Hessisch Lichtenau Zwangsarbeit verrichten musste und über Leipzig-Schönau und später Leipzig Thekla auf die Todesmärsche getrieben wurde. In Wurzen wurde sie im April 1945 befreit. Blanka Pudler traf nach Kriegsende ihre Geschwister Deszö und Roszi in Budapest wieder, die ebenfalls überlebt hatten, und begann dort ein neues Leben.

Am 7. Mai war der Buchautor Alex Jacobowitz im Rahmen von „Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen“ in der Wurzener Bibliothek zu Gast. Er stellte dem Publikum in einem lebendigen und kurzweiligen Vortrag eine ganze Reihe von alten und neuen Synagogen in Deutschland vor. Zum Thema hatte er viele Jahre lang recherchiert und fotografiert, um letztendlich den wundervoll gestalteten Bildband „100+ Synagogen in Deutschland“ herausgeben.
Am 11. Mai fand bereits zum vierten Mal eine öffentliche Lesung auf dem Marktplatz in Wurzen statt. Anlass war das Erinnern an den Tag der Bücherverbrennung am 10. Mai 1939 durch die Nationalsozialisten. Gelesen wurde von elf Leuten aus Werken von Autor:innen, deren Bücher damals deutschlandweit verbrannt worden waren. U.a. aus Erich Kästner, Heinrich Heine, Stefan Zweig, Kurt Tucholsky, Vicky Baum, Erich Maria Remarque und Joachim Ringelnatz.