Ich finde die Arbeit des NDK wichtig, weil …

es viele parteiübergreifende Projekte für unsere Schüler_innen anbietet, die uns helfen auf kulturellen oder demokratieerziehendem Gebiet den Erziehungs- und Bildungsauftrag zu erfüllen. Danke. Ich wünsche ihm weiterhin so viel Erfolg und gute Ideen.

Steffen Rößler – Direktor der Pestalozzi Oberschule Wurzen
Geschlafen wird später!
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12. Januar 2019

Etablierung einer "Freien Kameradschaft" in Wurzen

Das Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. (NDK) verurteilt den Überfall mehrerer junger Männer auf drei Menschen in Wurzen in der Silvesternacht 2018/2019 auf das Schärfste. Obgleich das Ausmaß an Gewalt erschreckend ist, so ist es doch nicht überraschend. Nach unserer Einschätzung und nach Auswertung polizeilicher und medialer Berichterstattung, ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich bei den Angreifern zum Teil um diejenigen handelt, die auch im vergangenen Jahr in mehrere politisch motivierte Aktionen involviert waren (z.B. Angriffe von vermummten Neonazis auf Geflüchtete am Wurzener Bahnhof, Teilnahme/Organisation an/von Neonazidemonstrationen/-kundgebungen in Wurzen).

Bereits seit 2017 mehren sich Informationen dazu, dass sich in der Stadt eine Gruppe extrem rechter Jugendlicher etabliert, welcher neben verbalen und körperlichen Attacken mutmaßlich auch Sachbeschädigungen und antisemitische Graffitischmierereien in Wurzen zugerechnet werden können. Nachgesagt wird ihnen zudem die Nähe zu einer professionellen, rechten Kampfsportgruppe (Freefight) in Leipzig.

Es ist davon auszugehen, dass drei Jugendliche dieser Gruppe im Dezember 2018 einen ausländischen Mitschüler zusammengeschlagen haben.

Aufgrund ihres äußerst aggressiven und szenetypischen Agierens könnte es sich um die erneute Etablierung einer so genannten Freien Kameradschaft handeln, wie es sie in Wurzen und Umgebung bereits mehrfach gegeben hat, beispielsweise die Terrorcrew Muldental (Mitte 2000er Jahre) oder den Wurzener Volkssturm (90er Jahre).

Polizei und Justiz sollten hierauf ein besonderes Augenmerk legen.

Wir ermutigen darüber hinaus alle demokratisch gesinnten Menschen dazu, sich auch im neuen Jahr neofaschistischen, rassistischen und antidemokratischen Tendenzen in unserer Region entschieden entgegen zu stellen und Straftaten anzuzeigen bzw. sich als Zeug_innen zur Verfügung zu stellen.

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