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Demokratie nicht nur eine politische Grundordnung ist, sondern auch einen Wertehorizont beschreibt, der unsere Zivilisation, unsere Gesellschaft, unsere Kultur ausmacht und damit jeden Tag aufs Neue erfahren, erstritten und erarbeitet werden muss. Das NDK ist ein Träger, der sich diese Aufgabe zu eigen gemacht hat und damit systemstabilisierend in die Gesellschaft wirkt.

Anne Pallas – Landesverband Soziokultur
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31. Dezember 2020

Ankommen in Deutschland - auf drei Zeitebenen

Lesereise durch den Landkreis Leipzig

„Uns wurde ja damals auch nichts geschenkt.“ Dieser Satz begegnet uns häufig in Gesprächen und Diskussionen um das Thema Flucht und Migration. Damals, damit kann die Zeit nach der Wende gemeint sein, oder auch die eigenen Fluchterlebnisse um 1945. Im Lichte einer besonders in Ostdeutschland sichtbaren Konsensverschiebung nach rechts, erscheint es so, als seien neuralgische Punkte unserer deutsch – deutschen Geschichte nicht genügend aufgearbeitet.

Dieser Herausforderung wollte das Projekt "Ankommen in Deutschland" begegnen. Wir wollten zu einer stärkeren Auseinandersetzung und Reflexion unserer deutsch - deutschen Geschichte beitragen. Gewählt haben wir dafür eine literarische Form, in der vor allem persönliche Erinnerungen eine große Rolle spielen. Die Idee zu dem Projekt wurde vom Verein Lauter Leise e.V.aus Leipzig an uns herangetragen, die gerne mehr im ländlichen Raum aktiv werden wollten und diesen Ansatz sehr spannend fanden. 

Mit den drei Autoren Reinhard Bernhof, Roman Israel und Yamen Hussein sind wir der Geschichte auf drei Zeitebenen 1945, 1989 und 2015 begegnet und haben erfahren, was Ankommen in einem neuen Land und einem neuen Leben bedeutet. Dabei sind wir auf Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede gestoßen.

Die Idee war fünf Lesungen und Gesprächsrunden an 3 verschiedenen Orten im Landkreis Leipzig durchzuführen. Drei Veranstaltungen konnten wir analog an zwei Schulen und im Kultur - und Bürger*innenzentrum durchführen. Die anderen beiden Veranstaltungen, welche in Borna und Geithain stattfinden sollten, waren nur noch digital möglich. 

Insgesamt haben wir an die 100 Menschen mit dem Thema erreicht, sehr emotionale und tiefgehende Gespräche geführt, in alten Erinnerungen gekramt und vielleicht auch die eine oder andere Erkenntnis gewonnen, wie ein Willkommen für Andere gestaltet werden kann und sollte.

Das Projekt wurde finanziell unterstützt vom Literarischen Colloquium Berlin, der Rosa - Luxemburg - Stiftung und dem Aktionsfonds der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Leipzig .

Postkarte zum Projekt.

 

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