Ich finde die Arbeit des NDK wichtig, weil …

ich der Meinung bin, dass es in jeder sächsischen und ostdeutschen Kleinstadt Menschen, Initiativen und Vereine braucht, die auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam machen ...

Tobias Burdukat (Pudding) – Dorf der Jugend Grimma
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1. Juli 2010

Gegen das Vergessen

Ehemalige Zwangsarbeiterinnen zu Gast in Wurzen und Leipzig

»Man muss erzählen, um selbst nicht zu vergessen und damit alle anderen nicht vergessen!« sagt Margarita, 81 Jahre, ehemalige Zwangsarbeiterin aus Samara /Russland. Während der Zeit des Nationalsozialismus haben über 13 Millionen Menschen aus 20 verschiedenen Ländern Europas Zwangsarbeit in Deutschland geleistet. 1944 war Deutschland überzogen von einem Netz aus 20.000 Lagern für ZwangsarbeiterInnen. Viele davon hatten einen ähnlichen Charakter wie Konzentrationslager. Die »ArbeiterInnen« lebten unter menschenunwürdigen Bedingungen, sie litten Hunger, erhielten keine medizinische Versorgung, hausten in Baracken und bezahlt wurden sie kaum. Gleichwohl anfangs viele freiwillig kamen, wurde der überwiegende Teil nach Deutschland deportiert. Zum Ende des Krieges stellten sie teilweise über 50 Prozent der Belegschaft und waren somit ein wesentlicher Motor insbesondere der Kriegswirtschaft in Deutschland.
Die meisten ZwangsarbeiterInnen kamen aus Russland. Ihre Bezeichnung lautete »Ostarbeiter«.

Margarita, Lilija und Lidija sind drei Frauen, die das Schicksal von Millionen Menschen teilen. Sie leisteten Zwangsarbeit für Deutschland. Noch Kinder, mussten sie zum Teil schwere körperliche Arbeit unter erbärmlichen Lebensbedingungen verrichten und verloren dabei nicht nur einen Teil ihrer unbeschwerten Kindheit, sondern auch Familienangehörige. Im Februar 2010 kamen diese drei Frauen nach Leipzig und Wurzen, um von ihrem gebrochenen Leben und den Verlusten, die sie erleiden mussten, zu erzählen. Gemeinsam mit dem Eine Welt e.V. Leipzig luden wir die ehemaligen ZwangsarbeiterInnen ein, um die »Stille des Unfassbaren« zu durchbrechen und insbesondere jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, mit ZeitzeugInnen ins Gespräch zu kommen.

Die Zeitzeuginnen besuchten während ihres Aufenthaltes verschiedene Schulklassen sowie das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald und nahmen an der Einweihung eines Gedenksteins in Dehnitz (bei Wurzen) durch die Gedenkmarschgruppe des NDK Wurzen zur Erinnerung an die Opfer der Todesmärsche 1945 teil.

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